Kinderbetreuung

60 Prozent der Voerder Grundschüler sind im offenen Ganztag

Das Kita-Angebot in Voerde war ein Thema beim Vortrag von Bildungsdezernent Lothar Mertens.

Das Kita-Angebot in Voerde war ein Thema beim Vortrag von Bildungsdezernent Lothar Mertens.

Voerde.   Dezernent Mertens referierte über Betreuungsmöglichkeiten für Kinder in Voerde. Er sprach auch das Problem an, dass Fachkräfte knapp werden.

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Es ist eine positive Nachricht, mit der Lothar Mertens, neuer Bildungsdezernent der Stadt, seinen Vortrag auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (AsF) Voerde im Hotel Niederrhein beginnt. Die Geburtenrate in der Stadt steigt seit 2015 an. „Das ist eine Trendwende“, sagt er. Auch deswegen wird gerade der Bau der 15. Kindertagesstätte im Stadtgebiet geplant. Als „Herkulesaufgabe“ bezeichnet Mertens die Bemühungen der Stadt, die Betreuung für Kinder unter drei Jahren in der Kommune zu gewährleisten.

„Wir haben zwischen 2007 und 2013 insgesamt 210 Plätze im U3-Bereich geschaffen“, erklärt der Dezernent. 1001 Plätze gibt es in den Voerder Kitas. „Die Anmeldezahlen sind in den vergangenen Jahren explodiert.“ Bei den einjährigen Kindern stiegen die Anmeldezahlen teilweise um mehr als 50 Prozent. Als Gründe dafür nannte Mertens die steigende Geburtenrate, den Zuzug von Familien nach Voerde, den Wegfall des Betreuungsgeldes und die steigende Akzeptanz des U3-Angebotes seitens der Eltern. Zusätzlich gibt es 106 Plätze in der Kindertagespflege.

Treff für junge Mütter unter 25 im Juz

Seit 2004 bietet die Stadt an allen Grundschulen die Offene Ganztagsschule an. „Mittlerweile nehmen 60 Prozent der Grundschulkinder daran teil“, erklärt Mertens. „Das ist ein Champions-League-Platz im interkommunalen Vergleich.“ Unter dem Stichwort „Mobile“ gibt es im Jugendzentrum (Juz) regelmäßig einen Treff für junge Mütter (unter 25) und ihre Kinder und unter dem Namen „FlüKids“ Angebote für Flüchtlingskinder ab einem Jahr. „Diese werden da langsam an den Alltag in den Kita-Gruppen herangeführt, damit die Schwelle beim Übergang nicht so groß wird“, erklärt Mertens.

Dieses vielseitige Angebote lässt sich die Stadt einiges kosten: Rund 2,7 Millionen Euro gehen jährlich an die Kitas, weitere 838 000 Euro an die Kindertagespflege und nochmal 1,2 Millionen Euro in den Bereich der Offenen Ganztagsschule. „Man kann nicht sagen, dass wir hier in Voerde zu wenig in die Bildung investieren“, erklärt der Dezernent. Dabei sind die Beiträge der Eltern schon abgezogen. Bei diesen wird nach Einkommen gestaffelt. 30 Prozent der Voerder Kindergartenkinder kommen aus Familien, die weniger als 15 000 Euro Einkommen im Jahr haben und damit keine Beiträge für die Kitas zahlen.

Mertens: Beruf muss Aufwertung erfahren

Mertens verweist auch auf das Problem, dass Fachkräfte knapp werden. „Es ist wichtig, dass der Beruf der Erzieherin eine Aufwertung bekommt“, erklärt er. Das sei „Knochenarbeit, die anders vergütet werden muss.“ Wenn man viel Wert auf Bildung legt, müsse man politisch auch dafür sorgen, dass entsprechend Geld investiert und in der Ausbildung für Qualität gesorgt wird, betont der Dezernent.

Hier sieht Lothar Mertens vor allem die Landespolitik in der Pflicht. „Vielleicht sollte man da auch mal über Maßnahmen wie eine komplett kostenlose Kita-Betreuung in den Kommunen nachdenken.“

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