„Abends mit Beleuchtung“ riss von den Sitzen

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Dinslaken. Stehende Ovationen, Zugabe, stehende Ovationen – so lässt sich das Ende des Abends im Theater Halbe Treppe am vergangenen Samstag sachlich zusammenfassen. Doch was war passiert, warum riss es die rund 50 Gäste im Publikum dermaßen von ihren Plätzen?

Die Antwort lautet: Abends mit Beleuchtung. Ja, richtig gelesen. Abends mit Beleuchtung, das sind Baby, Sugar und Honey – drei Powerladies aus der Domstadt Köln. Die Frauen kamen, sahen und feierten ein stimmungsgeladenes Feuerwerk, das die Halbe Treppe bis dato noch nicht gesehen hatte. Dabei begann es relativ harmlos, hier im „kleinsten Theater am Niederrhein“. Mit einem Remake von Nena’s 1985 erschienenen Hit „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“ zeigten sich die Frauen von „AmB“ noch recht besonnen. Dann jedoch begann der große Klamauk. Mit jedem Song schlüpften die Kölner Musikerinnen in unterschiedliche Rollen, interpretierten althergebrachte Hits der 1980er, übersetzten sie, entlarvten deren Inhaltsleere. „Ding Dong – Hörst du die Glocken?“ Ganz genau, vergegenwärtigt man sich die deutsche Version von Hells Bells der AC/DC Altrocker wirken die Rock ‘n’ Rolls Stars ein bisschen deplatziert, bisweilen ziemlich stumpf. Ähnlich erging es da Rammstein, die ein wenig von ihrem verstörenden Image einbüßen mussten, als Abends mit Beleuchtung Hand an ihren abgründigen Song „Engel“ anlegte. Wie drei Duracellhasen hauten die Musikerinnen in und auf ihre Instrumente: Baby an der Trommel, Sugar an der Akustikgitarre und Honey am Kontrabass. Je nach Bedarf wurden weitere Instrumente ins Spiel gebracht, um dem jeweiligen Stück ein wenig mehr Sarkasmus und Süffisanz einzuflößen. „Du warst mit ihm essen, natürlich vegan, – bei mir gab es nur gefüllten Pelikan“ – im Falle von so viel Einfallsreichtum auf ihren Titel „Zu spät“ dürften selbst „Die Ärzte“ Applaus spenden. Die Damen von Abends mit Beleuchtung schafften es jedenfalls, die Stimmung zum Kochen zu bringen. Sehr zur Freude von Halbe Treppe Initiatorin Kordula Völker: „Ich glaube, so etwas haben wir hier noch nicht erlebt“, verkündete sie freudestrahlend. „Wir wollen hier keine Hochkultur, wir wollen Spaß inne Backen.“

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