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Ärger um Knöllchen in Voerder Gewerbegebiet

Das ist ein Radweg. Auch, wenn nirgendwo ein Schild steht. Und deswegen bekommt ein Knöllchen, wer auf diesem Seitenstreifen der Grenzstraße parkt.

Foto: Heiko Kempken

Das ist ein Radweg. Auch, wenn nirgendwo ein Schild steht. Und deswegen bekommt ein Knöllchen, wer auf diesem Seitenstreifen der Grenzstraße parkt.

Voerde.   Eine Friedrichsfelderin stellte ihr Auto auf einem nicht als Radweg erkennbaren Randstreifen ab und erhielt einen Strafzettel.

Für gewöhnlich sind Wege, deren Nutzung Radfahrern vorbehalten oder vorgeschrieben sind, für andere Verkehrsteilnehmer gut zu erkennen – zumindest, wenn ein Schild, eine entsprechende Pflasterung oder ein Symbol auf der Fläche darauf hinweisen. Ansonsten kann die Identifizierung schwierig werden. Ein besonders krasses Beispiel dafür findet sich an der Grenzstraße.

Von einem Hinweis auf den Radweg ist weit und breit nichts zu sehen

Aus Fahrtrichtung Frankfurter Straße kommend, befindet sich ab Höhe der Einmündung „Kleiner Kiwitt“ auf der rechten Seite neben der Fahrbahn ein mit einer durchgezogenen und nur an den Grundstücksein- und ausfahrten unterbrochenen weißen Linie markierter, ungefähr anderthalb Meter breiter Streifen. Von einem Hinweis, dass es sich dabei um einen Radweg handelt, ist weit und breit nichts zu sehen – nicht das bekannte blaue Schild, keine anders geartete Pflasterung, kein Symbol auf der Fläche.

Auf die Idee wäre auch Ute Pollack nicht gekommen, als sie dort vor einigen Tagen ihr Auto parkte. Und so konnte die Friedrichsfelderin kaum ihren Augen trauen, als sie bei der Rückkehr zu ihrem Wagen an der Scheibe ein Knöllchen vorfand. „Tatvorwurf“: Sie parke auf einem „unbeschilderten Radweg“, wofür ein Verwarngeld in Höhe von 20 Euro fällig wird.

Friedrichsfelderin berichtet, dass nicht nur sie an dem Tag ein Knöllchen kassierte

Die Friedrichsfelderin ärgert sich über das Vorgehen der Stadt, die, so ist zu vernehmen, tätig geworden sein soll, nachdem an sie Beschwerden über dort geparkte Fahrzeuge herangetragen worden waren. „Es ist nicht ersichtlich, dass da ein Radweg sein soll“, kritisiert Ute Pollack und berichtet, dass sie an dem besagten Tag nicht die einzige gewesen sei, die dort wegen unrechtmäßigen Parkens ein Knöllchen kassiert habe. „Die Stadt soll das richtig kennzeichnen“, fordert sie.

Auch nach Einschätzung von Peter Diederichs, dem ersten Vorsitzenden des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADCF) Dinslaken-Voerde, ist der unbeschilderte Radweg, der für Fahrradfahrer nicht benutzungspflichtig ist, an der Stelle für Autofahrer nicht zu erkennen. Die Regelung sei „undurchsichtig“ und „unklar“, bestätigt er auf Nachfrage der NRZ.

Stadt will auf dem Randstreifen Piktogramme aufbringen

Im Rathaus streitet man das Problem auch nicht ab. Die Situation sei „nicht ganz so zufriedenstellend“, kommentiert Erster Beigeordneter Wilfried Limke. Die Lage sei erkannt. Die Stadt, kündigt er an, werde auf der Fläche Piktogramme aufbringen, die deutlich machen, dass es sich bei dem Randstreifen um einen Radweg handelt. Vor nicht allzu langer Zeit war dieser einfacher zu erkennen: Zwischen dem Fahrradweg und der Straße befand sich da noch ein Grünstreifen. Doch weil die Rabatte von Lkw überfahren wurde, entfernte die Stadt den Grünstreifen und asphaltierte den Bereich – weshalb der Weg jetzt doppelt so breit sei, erklärt Limke.

Im Hinblick auf das nicht erlaubte Parken an der Stelle führt der Erste Beigeordnete darüber hinaus ins Feld, dass Autofahrer nicht über die durchgezogene weiße Straßenbegrenzungslinie fahren dürfen, sie jenseits von dieser Linie, also auf dem dadurch abgegrenzten Streifen „nichts zu suchen“ hätten.

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