Einzelhandel

Aldi erweitert Filiale an der Bahnhofstraße in Voerde

Aldi modernisiert seine an der Bahnhofstraße in Voerde gelegene Filiale. Die Verkaufsfläche wird von jetzt rund 800 auf etwa 1050 Quadratmeter erweitert.

Foto: Lars Fröhlich

Aldi modernisiert seine an der Bahnhofstraße in Voerde gelegene Filiale. Die Verkaufsfläche wird von jetzt rund 800 auf etwa 1050 Quadratmeter erweitert. Foto: Lars Fröhlich

Voerde.   Discounter begründet Vergrößerung mit einer Modernisierung des Geschäftes. In Voerde ist dem Plan ein Rechtsstreit mit der Stadt voraus gegangen.

Vor dem Aldi-Gebäude im Gewerbegebiet an der Bahnhofstraße befindet sich eine große Baustelle. Ein Kran steht dort, der Boden ist aufgerissen, Bagger tun ihre Arbeit. Es sind die Boten einer Erweiterung, die Aldi Süd an der Stelle vornimmt. Wäre es nach dem Willen der Stadt gegangen, hätte sich der Discounter an der Bahnhofstraße nicht vergrößern dürfen: Auf dessen Bauvoranfrage vor einigen Jahren gab es aus dem Rathaus einen negativen Vorbescheid – woraufhin Aldi eine Klage anstrengte.

Stadt hat die Verkaufsfläche im Gewerbegebiet Bahnhofstraße auf maximal 800 Quadratmeter begrenzt

Im Gewerbegebiet an der Bahnhofstraße gilt eine Begrenzung der Verkaufsfläche auf maximal 800 Quadratmeter. Davon will die Kommune auch nicht abrücken, da sie befürchtet, dass die City dadurch noch weiter geschwächt würde. Großflächiger Einzelhandel sei zentrenrelevant, gehöre in die Innenstadt, sagt Planungsdezernent Wilfried Limke. Dort hätte er einen solchen „Frequenzbringer“ auch lieber gehabt. Darüber hinaus argumentiert die Stadt damit, dass die hohe Verkaufsflächenkonzentration an der Bahnhofstraße als wesentliches Ansiedlungshindernis für Investoren in der City gesehen wird.

Der Rechtsstreit endete schließlich in einem Vergleich, in dessen Folge Aldi nun an der Bahnhofstraße erweitern kann. Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hatte 2016 unter anderem erhebliche Zweifel an der Rechtswirksamkeit der ersten Änderung des Bebauungsplans Nr. 12 a „Kleingewerbegebiet Bahnhofstraße“ geäußert, in dem Festsetzungen zur Entwicklung des Einzelhandels, der möglichst auf die Nahversorgung begrenzt werden soll, und speziell auch der Lebensmittelversorgung stehen. Zweck der zweiten Bebauungsplanänderung ist es laut Stadt in erster Linie, die durch das Gericht festgestellten Rechtsfehler zu beheben und den Zielen des neuen Einzelhandelskonzeptes für diesen Bereich Geltung zu verschaffen.

Aldi nimmt eigenen Angaben zufolge eine Neuanordnung des bestehenden Sortimentes vor

Aldi wird seine Verkaufsfläche an der Bahnhofstraße von aktuell rund 800 auf etwa 1050 Quadratmeter erweitern, wie das Unternehmen auf Anfrage der NRZ mitteilt. Hintergrund für die Vergrößerung sei eine Modernisierung gemäß des neuen Einrichtungskonzeptes. Dieses stelle „die Erfüllung der Kundenwünsche“ in den Vordergrund. Der Discounter nimmt eigenen Angaben zufolge eine Neuanordnung des bestehenden Sortimentes vor, um beispielsweise Obst und Gemüse den Kunden besser präsentieren und ihnen mehr Ruhe bei der Auswahl bieten zu können. Beides soll sich deshalb künftig weiter hinten in den Filialen befinden, wie es in einer Pressemitteilung zu dem neuen Konzept heißt. Für eine kleine Pause werde ein Snack-Regal eine Auswahl vielfältiger Produkte bieten und hinter dem Kassenbereich werde auf die Kunden ein Kaffeeautomat warten.

Baumaßnahme soll nach dem Plan des Discounters in diesem Sommer abgeschlossen sein

Das neue Einrichtungskonzept sieht den Einsatz von Holzelementen, eine automatische Lichtregulierung und beleuchtete Deckenabhängungen vor. Diese sollen für eine „angenehme und warme Einkaufsatmosphäre“ sorgen, heißt es von Seiten des Discounters weiter.

Die laufende Baumaßnahme umfasse die Vergrößerung des Gebäudes, die Umgestaltung des Parkplatzes sowie die Verschiebung der Ein- und Ausfahrt.

Aldi plant, die Arbeiten in diesem Sommer abschließen zu können.


>> Info: Alle 1880 Filialen sollen umgerüstet werden

Nach dem neuen Einrichtungskonzept baut Aldi Süd schrittweise alle seine bestehenden Standorte um. Bis Ende 2017 habe man bereits rund 780 umgerüstete Filialen eröffnen können, bis Ende 2019 sollen die Arbeiten an allen rund 1880 Filialen abgeschlossen sein, wie das Unternehmen erklärt.

Der seit einigen Wochen laufende Umbau erfolge größtenteils im laufenden Betrieb. Die Voerder Filiale werde lediglich in den letzten vier Wochen der Baumaßnahme geschlossen.

Mit der Maßnahme geht auch eine Veränderung der Parkplatzsituation auf dem Gelände des Discounters an der Bahnhofstraße einher: Durch die Erweiterung des Gebäudes und die Vergrößerung der Stellplätze auf 2,70 Meter wird sich die Anzahl der Stellplätze von aktuell 129 auf künftig 111 reduzieren, heißt es von Seiten des Unternehmens weiter.

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