Kultur

An den richten Stellen gelacht

Sabine Zett hatte bei ihrer Lesung in der Tanzschule Lohbrandt ein echtes Heimspiel.

Foto: Heiko Kempken

Sabine Zett hatte bei ihrer Lesung in der Tanzschule Lohbrandt ein echtes Heimspiel. Foto: Heiko Kempken

Dinslaken.   Literarischer „Mädelsabend“ in der Tanzschule Lohbrandt war ein Heimspiel für die Dinslakener Autorin Sabine Zett.

Die Korken knallen, der Sekt fließt und die gutgelaunte Autorin Sabine Zett hat eines ihrer Bücher mitgebracht, dessen Titel bereits gute Laune für einen lustigen Mädelsabend verspricht. Dass die gebürtige Dinslakenerin ihren Frauenroman „Tausche Schwiegermutter gegen Goldfisch“ an diesem Samstagabend ausgerechnet in der Tanzschule Lohbrandt vorliest, hat einen triftigen Grund – so tanzt sie hier selbst jeden Mittwochabend Line Dance.

Es ist also ein echtes Heimspiel für die frühere Journalistin, die zunächst Kinder- und Jugendbücher und mittlerweile ihren dritten Frauenroman veröffentlicht hat. „Das liegt daran, dass ich gerne lache und wieder so etwas wie meine früheren Kolumnen über das Leben schreiben wollte“, erklärt die, die ihr Alter als „thirty something“ bezeichnet und mit einem Augenzwinkern von all den verrückten Situationen aus dem eigenen Leben und dem ihrer Protagonistin Elisa erzählt.

Seniorenecke im Restaurant

Letztere realisiert langsam, dass selbst die sonst so charmanten Kellner ihres Lieblingsitalieners sie in die Seniorenecke des Restaurants verfrachten. „Warum gibt es nach 20 Uhr keine Sperrstunde für unter 25-Jährige?“, fragt sich Elisa.

Dieses Gefühl verstärkt sich noch, als ihr fußballverrückter Ehemann Alexander plötzlich auffallend viel Zeit mit seiner sehr jungen und sehr gut aussehenden Arbeitskollegin verbringt. „Mein Mann legt sehr viel Wert darauf, dass er nicht der Alexander aus dem Buch ist“, fügt nun die Autorin Sabine Zett erklärend hinzu und hält kurz darauf ein Geschenk ihres „echten“ Ehemannes hoch – eine Schürze mit der Aufschrift: „Sei lieb, sonst töte ich dich in meinem nächsten Roman.“

Die Mischung gefällt den Zuhörerinnen

Diese Mischung aus literarischem Witz und persönlichen Geschichten versprüht einen gewissen Charme, dem die Zuhörerinnen sichtlich ergeben sind.

Zu ihnen gehören auch die beiden Freundinnen Monika Petereit und Ulrike Meier, die regelmäßig Lesungen besuchen und von dem ungewöhnlichen Entertainment der Autorin überrascht sind.

„Oma klingt irgendwie so... alt“

„Es ist ganz anders als erwartet, aber toll! Außerdem entdeckt man sich darin immer wieder“, sind die beiden sich einig und hören kurze Zeit später wieder gebannt Sabine Zett zu. Diese liest weitere Passagen über das Schwiegermonster vor, das mit dem Pubertäts-Alien ein herzliches Oma-Enkel-Gespräch führt: „Ich würde es bevorzugen, wenn du mich Großmutter nennen könntest. Oma klingt irgendwie so…alt.“ „Du bist alt, Oma.“

Die Zuschauerinnen nicken immer wieder zustimmend, kichern und haben sichtlich Spaß, so dass die Autorin schließlich erleichtert feststellt: „Sie lachen genau an den richtigen Stellen!“

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