Rodung

Anwohner ärgert Rodung an der Otterstraße in Dinslaken

Seit ein paar Tagen wird ein kleines Waldstück auf der Otterstraße komplett abgeholzt. Das Grundstück befindet sich in privatem Besitz.

Foto: Heiko Kempken

Seit ein paar Tagen wird ein kleines Waldstück auf der Otterstraße komplett abgeholzt. Das Grundstück befindet sich in privatem Besitz.

Dinslaken.   Von einem privaten Eigentümer wird eine Waldfläche hinter der Trabrennbahn vollständig abgeholzt. Was mit dem Grundstück passiert ist unklar.

Seit ein paar Tagen ist die Aufregung bei den Bewohnern auf der Otterstraße groß. Ein kleines Waldgebiet, welches früher noch zum Areal der Trabrennbahn gehörte und jetzt in privatem Besitz ist, wurde fast vollständig niedergeholzt.

„Das Ganze hatte sich bereits über eine gewisse Zeit angedeutet. Vor zwei Jahren fingen Arbeiter an, das Waldstück zu verkleinern. Dann gab es eine Pause über mehrere Monate und jetzt steht fast kein Baum mehr“, ärgert sich Markus Pavsek, der mit seiner Frau Ulrike und seinen Kindern Hannah und Milla an der Otterstraße wohnt. „Um den Wald hat sich auch eine Zeit lang niemand gekümmert, einmal ist sogar ein Baum auf ein Haus und ein Auto gestürzt“, erzählt Pavsek.

Aufforstung muss wieder erfolgen

Nach den ersten Beschwerden der Bewohner sah sich auch das zuständige Regionalforstamt Niederrhein die Waldfläche an. Da das Grundstück allerdings nicht größer als zwei Hektar ist, stehe es dem Besitzer gemäß des Landesforstgesetzes frei, die gesamte Fläche kahlzuschlagen.

„Danach ist der Besitzer gesetzlich verpflichtet, den verlichteten Bereich innerhalb von zwei Jahren wieder aufzuforsten. Sofern sich keine Naturverjüngung, also zum Beispiel ein Nachwuchs-Waldbestand durch angeflogene oder aufgeschlagene Saat, in dem Bereich einstellt“, erklärt Martin Vollmering vom Regionalforstamt Niederrhein. Eine Teilabholzung der Waldfläche an der Otterstraße sei allerdings sowieso notwendig gewesen, um uneingeschränkte Verkehrssicherheit zu bieten.

Keine Pläne für die Fläche

„Für uns ist jetzt ein großes Stück Lebensqualität verloren gegangen. In dem kleinen Waldstück haben unter anderem Fledermäuse, Eichhörnchen und Spechte gelebt. Wir haben dort Kindergeburtstage gefeiert und einen Spot zum Geocaching gab es auch“, erzählt Ulrike Pavsek. Auch ihre Tochter Hannah hat eine klare Meinung zu der Abholzung des Waldes: „Das tut schon in der Seele weh. Ich bin gerne von den Geräuschen der vielen Vögel in dem Wald aufgewacht.“

Auch von Bewohnern der angrenzenden Straßen hörte Familie Pavsek schon Unmut bezüglich der Abholzung. „Das macht natürlich niemanden glücklich. Wir sind jetzt mal gespannt, was mit der Fläche in nächster Zeit passieren wird“, sagt Markus Pavsek.

Von einer Planung die Waldfläche zu bebauen, sei weder dem Regionalforstamt noch der Stadt etwas bekannt, ergab die Nachfrage der NRZ. „Wir werden uns das Grundstück in regelmäßigen Abständen anschauen und überprüfen, ob eine Aufforstung betrieben wird“, sagt Martin Vollmering vom Regionalforstamt Niederrhein.

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