Gebühren

Anwohner der Taubenstraße in Hiesfeld lehnen Parkbuchten ab

Die Anwohner der Taubenstraße in Hiesfeld wehren sich weiterhin gegen die von der Stadt vorgestellten Ausbaupläne.

Die Anwohner der Taubenstraße in Hiesfeld wehren sich weiterhin gegen die von der Stadt vorgestellten Ausbaupläne.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Dinslaken.  Bürgerinitiative Taubenstraße legte auf Vollversammlung Kernforderung für Neugestaltung der Fahrbahn fest. Im August weiteres Gespräch mit Stadt.

Zwei Informationsveranstaltungen gab es schon, im August wollen sich Vertreter der Bürgerinitiative Taubenstraße und der Stadt über die Neugestaltung der Straße unterhalten. Auf einer Vollversammlung der Initiative in der vergangenen Woche haben sich die Teilnehmer darauf verständigt, was vor ihrer Haustür auf keinen Fall gemacht werden soll. Es geht auch um die Kosten, die durch die Kanalsanierung und den Neuaufbau der Fahrbahn auf sie zukommen würden. Die Anwohner kritisieren, dass über viele Jahre nichts gemacht worden sei, weder seien der Kanal noch die Fahrbahn ordentlich saniert worden. Nun suche die Stadt einen Weg, einen möglichst großen Teil der Kosten auf die Anwohner umlegen zu können.

Nach Beschluss der Vollversammlung soll die Taubenstraße in der ursprünglichen, historischen Form erhalten bleiben. Die von der Stadt vorgesehenen Parkbuchten werden von der Initiative abgelehnt. Sie würden die Parksituation nur verschlechtern. Heute bestehende freie Parkplätze würden wegfallen und die Erstellung wäre eine „unnötige Geldverschwendung“.

Gegen eine Bepflanzung wegen notwendiger Einbuchtungen

Die Vollversammlung hat sich auch gegen eine Bepflanzung ausgesprochen, weil sie notwendige Einbuchtungen auf der Straße erfordern würde. Vor den Pflanzen würden bei Gegenverkehr Autofahrer zu einem Stop-and-go-Verhalten gezwungen. „Die hierbei entstehende Lärm- und Emissionsbelastung ist erheblich höher als bei freier Fahrt und vermeidbar“, so die Argumentation der Initiative. Zudem würden sich vor den Häusern große Vorgärten mit teilweiser Baumbepflanzung befinden. Mit Verweis auf die Gestaltung des Neutorplatzes meint die BI, dass auch der von Bürgermeister Dr. Michael Heidinger angeführte Verweis auf eine Gleichbehandlung aller Bürger nicht zutreffe.

Im Kreuzungsbereich Taubenstraße/An den Höfen könnte laut Verwaltung eine Fläche für vier Parkplätze abgetrennt werden. Bei der ersten Bürgerinformation enthielt der gezeigte Plan einen Kreisverkehr. Beide Vorschläge lehnt die Initiative ab. Es wäre deutlich risikoreicher, diese Verkehrshindernisse zu umfahren. Insbesondere für größere Fahrzeuge – hier wird auf die Feuerwehr und den Lieferverkehr verwiesen – wäre es schwierig. Die Anwohner wollen eine Sanierung des Kanals, aber keine Verschönerung der Straße. „Bauplanerisch beeindruckende Maßnahmen“, für die die Anwohner zusätzlich zur Kasse gebeten werden, soll es nicht geben.

Gründe, warum Kanal und Fahrbahn erneuert werden müssen

Bei den Informationsveranstaltungen hatten Mitarbeiter der Verwaltung die Gründe dargelegt, warum der Kanal und die Fahrbahn erneuert werden müssen. Der Kanal, der 1962 verlegt worden war, muss erneuert werden, da eine Sanierung nicht möglich sei. Deshalb müsse auch zwischen dem Kreisverkehr Kirchstraße und der Straße Heisterbusch die Fahrbahn geöffnet werden. Weil die Asphaltdecke nur drei Zentimeter dick sei, dem Verkehr nicht mehr standhalte und auch nicht dem heutigen Standard entspreche, soll im Zuge der Kanalsanierung die Fahrbahndecke komplett erneuert werden. Auf der Straße sollen Parkbuchten eingezeichnet und Bäume gepflanzt werden.

Bei der zweiten Informationsveranstaltung hatte die Stadt mitgeteilt, dass sie bei einer Kanalerneuerung und einem Vollausbau der Straße mit Kosten in Höhe von 2,475 Millionen Euro rechnet. Wird bei einem Anlieger eine Grundstücksgröße von 500 Quadratmetern zugrunde gelegt, zahlt er 7500 Euro Anliegerbeiträge, bei 900 Quadratmetern sind es 13.500 Euro. 630.000 Euro werden hierbei auf die Anlieger verteilt.

Bei einer Erneuerung des Kanals und einem abgespeckten Ausbau der Fahrbahn fallen Baukosten in Höhe von 2,29 Millionen Euro an. Für die Anlieger: Bei 500 Quadratmetern sind es 6300 Euro, bei 900 Quadratmetern 11.300 Euro. Eine Summe von 530.000 Euro würden in diesem Fall die Anwohner tragen. Für den Vollausbau der Straße würden Kosten in Höhe von einer Million Euro anfallen, bei der abgespeckten Variante 800.000 Euro.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben