SOZIALE MEDIEN

Ausschuss gegen Social Media-Stelle für Dinslaken

Die städtische Wirtschaftsförderung betreibt die Facebook-Seite „Dinslaken erleben“. Eine eigene Stelle für Social Media-Aktivitäten wollte die Politik nicht einrichten.

Foto: NRZ

Die städtische Wirtschaftsförderung betreibt die Facebook-Seite „Dinslaken erleben“. Eine eigene Stelle für Social Media-Aktivitäten wollte die Politik nicht einrichten. Foto: NRZ

Dinslaken.   Stadt Dinslaken wollte Social Media-Beauftragten einstellen und „Leerstelle in der bürgernahen Kommunikation“ schließen. Die Politik war dagegen.

Voerde macht es, selbst die Gemeinde Hünxe macht es – twittern, facebooken, unter anderem. Nun wollte auch die Stadt Dinslaken nachziehen. In der Finanzausschuss-Sitzung am Dienstag legte die Stadtverwaltung der Politik erstmals ein Konzept zur Erweiterung der städtischen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit um den Bereich Social Media vor - und holte sich eine Abfuhr. Bei der Abstimmung gab es sechs ja und sechs nein Stimmen. Damit gilt der Antrag als abgelehnt.

BNP: Erst andere Missstände beseitigen

Der bestehende Bereich der städtischen Öffentlichkeitsarbeit sollte um eine Stelle für soziale Medien erweitert werden. Die Stadtverwaltung wollte dafür eine Stelle schaffen, 50 000 Euro Personalkosten waren vorgesehen. Zunächst sprach sich Horst Miltenberger (CDU) gegen den Vorschlag aus. Die Betreuung des Bereiches Social Media decke die Stellenausschreibung des Stadtpressesprechers ab. Deshalb stimmte die CDU nicht zu.

Thomas Koch (BNP) hätte Verständnis für das Anliegen der Verwaltung gehabt, wenn der Antrag im Rahmen der Digitalisierung gestellt worden wäre. So stimmte er auch dagegen. In der weiteren Diskussion wurde daraufhingewiesen, dass manche Mitarbeiter der Verwaltung überlastet seien, dass zum Beispiel auf Geburtsurkunden mehrere Wochen gewartet werden müsse. Erst müssen diese Missstände beseitigt sein, so Heinz Brücker (UBV), erst dann könnte man über eine solche Stelle nachdenken. Auch er stimmte mit Nein. Allein die SPD warb für den Vorschlag. Lilo Wallerich, im Finanzausschuss ohne Stimmrecht, kündigte an, im Hauptausschuss und im Rat für die neue Stelle stimmen zu wollen.

Es werde nicht mit sondern nur über Dinslaken gesprochen

64 Prozent der Kommunen und Landkreise hätten einer Umfrage zufolge 2016 schon Social Media genutzt, argumentierte die Stadt in der Vorlage.

Die Kommunikation der Stadt finde „zurzeit nicht in den sozialen Netzwerken statt“. Ausnahme seien die Facebookkanäle der Wirtschaftsförderung („Dinslaken erleben“) mit 769 Abonnenten und des Kulturbereichs („Kultur in Dinslaken“) mit 223 Abonnenten. Ein Facebook-Hauptkanal existiere nicht. Das führe dazu, dass „in den Netzwerken zwar über die Stadt Dinslaken aber nicht mit der Stadt Dinslaken“ gesprochen werde.

„Vor dem Hintergrund der großen und wachsenden Bedeutung sozialer Netzwerke ist in Dinslaken in diesem Bereich eine Leerstelle in der bürgernahen Kommunikation festzustellen“, so die Stadtverwaltung, die einen Facebook-Kanal einrichten wollte.

Am 19. Dezember entscheidet der Stadtrat.

Das machen die Nachbarn

Die Gemeinde Hünxe betreibt sowohl einen Facebook- als auch einen Twitter- und einen Instagram-Kanal. Die Facebookseite wird seit Frühjahr 2017 regelmäßig befüllt und hat heute 678 Follower. Zeitgleich wurde der Twitter-Account (59 Follower) angelegt. Auf Instagram hat Hünxe 127 Abonnenten. Der Bereich wird aus dem vorhandenen Personalbestand betreut, honoriert wird er nicht.


Die Stadt Voerde ist Twitter bereits 2011 beigetreten, hat dort seitdem über 13 000 Tweets veröffentlicht. Die Seite hat 764 Follower. Vor sieben Jahren startete die Stadt ihren Youtube-Kanal, der 55 Abonnenten hat. Auch auf Googleplus ist Voerde unterwegs - und hat dort 221 Follower. (aha/mt)

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