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Bäder: Signale auf Erhalt

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Voerde. Für SPD ist eine ersatzlose Schließung von Hallen- und Freibad nicht vorstellbar. Klares Nein von WGV, FDP, Grünen und Linken.

Als in der Debatte um das Bäderkonzept im Kultur- und Sportausschuss die Wählergemeinschaft (WGV) die Festlegung forderte, das Hallenbad und Freibad an ihren jetzigen Standorten zu erhalten, traf sie damit auf den vehementen Widerstand des zuständigen Dezernenten. „Ich möchte keine Denkverbote“, erklärte Egon Dames strikt.

Schließt dies schlimmstenfalls auch eine ersatzlose Schließung einer oder beider Einrichtungen mit ein? Was ist für die Politik, die über die Zukunft der Bäderlandschaft entscheiden muss, überhaupt denkbar?

Für die CDU „alles“, wie Fraktionsvorsitzender Hans-Dieter Langenfurth erläutert. „Es müsse alles von allen Richtungen untersucht werden.“ Welche Optionen seine Fraktion mittragen würde und ob mit ihr auch eine Bäder-Schließung zu machen ist, dazu wolle er keine Aussagen machen. Dies würde der Untersuchung vorgreifen, so Langenfurth.

Die anderen Fraktionen im Rat werden bereits konkreter. Der Erhalt der Bäder stehe oben an – in welcher Form, da könne man sich sicherlich vieles vorstellen, sagt SPD-Fraktionschef Wolfgang Scholten. Eine Kombi-Bad-Lösung sieht er zurzeit noch nicht. Überhaupt nicht vorstellbar ist für ihn eine ersatzlose Schließung beider Bäder. Dies komme nicht in Frage – es sei denn die Kosten würden derart horrend, dass die Stadt sie in keinem Fall schultern kann. „Das sehe ich im Moment nicht.“

Ein klares Nein zu einem Bäder-Aus äußern WGV, Grüne, FDP und Linke. Das sei mit der WGV nicht zu machen, so deren Fraktionschef Christian Garden. Bäder gehörten zur „Daseinsvorsorge der Stadt.“ Für Holger Mrosek hat die Politik die Pflicht, eine Schließung abzuwenden. „Solange die Kommune in der Lage ist, einen Sportplatz für 500 Leute zu verlagern, hat sie die Verpflichtung, Schwimmbäder für 38 000 Menschen zu erhalten“, sagt der Fraktionssprecher der Grünen.

„Eine große
Verpflichtung“

FDP-Fraktionschef Bernhard Benninghoff möchte die Schwimmbäder in ihrer Wertigkeit mit Sportanlagen und -hallen gleichgesetzt wissen. „Ich sehe es als eine große Verpflichtung an, dass die Schulen in der Lage sind, ordentlichen Sportunterricht anbieten zu können – dazu gehört auch das Schwimmen.“

Für die Linke wäre ein Aus der Bäder eine Qualitätsminderung. Die Schwimmgelegenheiten „dürfen nicht zur Diskussion stehen“, so Fraktionschef Joachim Kinder, „das ist Lebensqualität für die Stadt.“

Vor allem SPD, WGV und FDP sehen die Bäderzukunft in erster Linie an den jetzigen Standorten. Die Grünen fordern dies mehr noch für das Freibad als für das Hallenbad.

FDP-Ratsmitglied Benninghoff hält einen Neubau für wirtschaftlich nicht machbar. „Wir können nicht so operieren wie in Dinslaken – zumal wir keine Stadtwerke haben, die das finanzieren.“ Er sieht das Gutachten kritisch, hätte sich einen anderen Ansatz gewünscht, mit der Ausgangsfrage: „Was muss notwendigerweise gemacht werden, um die Bäder auf die nächsten Jahre zu erhalten?“ Der regelmäßige Schwimmer fragt sich, ob die Beträge für eine Sanierung, die da im Raum stünden, wirklich notwendig sind.

Christian Garden sieht für ein Kombi-Bad in Voerde keinen Standort. Er verweist auf die besondere Kulisse des Freibads, das durch den Förderverein viel Zuspruch erfahren habe, und sieht erneut die Gefahr, dass die Fläche städtebaulich erschlossen werden, dort Wohnraum entstehen soll. Die Linke würde im äußersten Fall das Freibad an der Allee aufgeben. Aber „nur ungern“, und nur dann, wenn es das Gutachten auch hergebe, so Kinder. Man sei in der Bäder-Diskussion noch relativ offen. Wenn man ein Konzept fordere, müssten alle Varianten auf den Tisch, findet auch Mrosek von den Grünen.

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