Vandalismus

Behindertentoilette in Dinslaken wird ständig verwüstet

Marga Kruppa (VdK) beklagt ständigen Vandalismus in der Behindertentoilette am Burgtheater - hier nach der Reinigung durch die Stadt. Foto:Markus Joosten

Marga Kruppa (VdK) beklagt ständigen Vandalismus in der Behindertentoilette am Burgtheater - hier nach der Reinigung durch die Stadt. Foto:Markus Joosten

Dinslaken.   Dinslakens Behindertenbeauftragte vermutet, dass Schlüssel illegal weitergegeben wurden. Laut VdK ist das WC oft voller Flaschen, Müll und Dreck.

Leere Sektflaschen, Essensreste, Müll auf dem Boden, alles ist beschmiert, verdreckt. Dieser Anblick bot sich der Vorsitzenden des VdK, Marga Kruppa, am Montag in der Behindertentoilette am Burgtheater nicht zum ersten Mal. Immer wieder wird die Toilette verwüstet. Offenbar halten sich darin Obdachlose und Drogenabhängige auf – obwohl der Euroschlüssel für Behindertentoiletten eigentlich nur gegen Vorlage des Schwerbehindertenausweises und gegen Gebühr erhältlich ist. Und das ist nicht das einzige Problem.

Die Anzeige ist kaputt

Eigentlich war die VdK-Vorsitzende gemeinsam mit der Dinslakener

Behindertenbeauftragten Leslie Unterberg wegen eines anderes Problems vor Ort: Die Anzeige, ob die Toilette benutzt wird oder nicht, funktioniert nicht. Wenn sich jemand darin befindet und ein anderer – nicht ahnend, dass besetzt ist – von außen die Tür aufschließt, öffnet sich diese automatisch immer wieder und der Nutzer ist von draußen zu sehen.

Behinderte Menschen sind auf die Toilette angewiesen

Leslie Unterberg war „entsetzt“ angesichts des Zustands der Toilette, die vor sechs Jahren nach neuesten Standards für 80 000 Euro gebaut wurde. Immer wieder würden hier regelrechte Partys gefeiert, berichtet Marga Kruppa, das Toilettenpapier würde in den Büschen verteilt, Halterungen abgerissen, alles verschmiert. Alufolie auf dem Boden lässt auf den Konsum von Drogen schließen. Behinderte Menschen seien aber auf die Toilette angewiesen, „obwohl man da sofort rückwärts rausgehen wollte“, so Leslie Unterberg.

Dinslaken gibt 20 bis 30 Schlüssel im Jahr aus

Der genormte Euroschlüssel, der Behinderten den Zutritt zu dieser und insgesamt 9000 Toiletten in ganz Europa ermöglicht, ist eigentlich nur unter bestimmten Bedingungen für rund 20 Euro zu bekommen. Marga Kruppa hat aber auch schon gehört, dass Bürgerbüros ihn angeblich ohne Vorlage des Behindertenausweises aushändigen würden.


Etwa 20 bis 30 Schlüssel werden jährlich in Dinslaken ausgegeben, weiß Leslie Unterberg. Sie vermutet allerdings, dass deutlich mehr Schlüssel im Umlauf sind. Die Schlüssel würden möglicherweise unter der Hand weiterverkauft, etwa wenn der rechtmäßige Besitzer verstorben ist. „Nachmachen kann man sie nicht“, versichert die Behindertenbeauftragte.

Stadt prüft nun alle Toiletten

Die Stadt ließ die Toilette nach dem Vorfall erneut reinigen – Papier, Seife und Handtücher fehlten gestern beim Kontrollbesuch dennoch, in dem Raum stank es nach abgestandenem Zigarettenqualm. Jeden zweiten Tag werde das stille Örtchen gesäubert, so Leslie Unterberg, die bei der Gelegenheit auch den Zustand der anderen Behindertentoiletten im Stadtgebiet überprüfte. Die nächste lag an der Gartenstraße: Auch hier funktionierte die Anzeige nicht, der Raum war nicht verwüstet aber auch nicht wirklich sauber. Die Behindertenbeauftragte will sich um das Problem kümmern.

Bedingungen für den Erhalt des Euroschlüssels

Den Euroschlüsselerhalten außergewöhnlich Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer, Stomaträger (ab 50 Prozent GdB), Blinde, Schwerbehinderte, die hilfsbedürftig sind, an MS, Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa Erkrankte (mit ärztlicher Bescheinigung). Die Merkzeichen ag, H, BL, G und 70 Prozent aufwärts, 90 oder 100 Prozent im Behindertenausweis berechtigen ebenfalls zum Erhalt des Schlüssels.

Infos bei Leslie Unterberg unter 02064/66-584.

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