Bergmann-Skulptur

Bergleute: Danke-Kumpel soll an den Bahnhof Dinslaken

Der "Danke-Kumpel" wurde im November bei der gleichnamigen Veranstaltung an die Stadt Dinslaken übergeben.

Der "Danke-Kumpel" wurde im November bei der gleichnamigen Veranstaltung an die Stadt Dinslaken übergeben.

Foto: Ralf Rottmann / FUNKE Foto Services

Dinslaken  Das Netzwerk Lohberg hat die Entscheidung gefällt: Der Danke-Kumpel soll für alle Dinslakener da sein. Sprecher Silvo Magerl erklärt die Gründe.

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Die Frage wird in Dinslaken konträr diskutiert. Gehört der "Danke-Kumpel", die Skulptur von der gleichnamigen Abschiedsfeier für den Bergbau, nach Lohberg - oder an den Bahnhof? Die Stadt Dinslaken hat den Kumpel - wie berichtet - aus Lohberg abgeholt und zwischengelagert und dafür viel Kritik von Bürgern einstecken müssen. Das allerdings hat die Stadtverwaltung nicht im Alleingang entschieden - sondern das Netzwerk Lohberg, ein Zusammenschluss ehemaliger Bergleute aus Lohberg. Das stellt deren Sprecher, Silvo Magerl, nun klar. Er sieht die Stadt ungerechfertigt in der Kritik.

"Schade, wie es gelaufen ist"

"Ich finde es schade, wie es gelaufen ist", sagt der ehemalige Bergmann, der 30 Jahre auf Lohberg gearbeitet. Die Diskussion über den Standort sei natürlich "legitim", aber es entstehe der "Eindruck, dass irgendwelche Bürokraten entschieden hätten."

Tatsächlich aber habe die Stadt das Netzwerk um Rat gefragt. "Die Entscheidung war schwer" und die Gruppe aus ehemaligen Lohberger Bergleuten, die sich regelmäßig als Bergbaunetzwerk zusammenfindet, habe "es sich nicht leicht gemacht."

"Wem gehört der Bergmann eigentlich?"

Die Frage „Wem gehört der Bergmann eigentlich?“ hätten die Bergleute aber letztlich so beantwortet: "Der Bergmann, der unsere Gemüter bewegt, wurde offiziell der Stadt Dinslaken geschenkt und gehört somit allen Dinslakenern." An ihrem ursprünglichen Standort habe sie nicht stehen bleiben dürfen. "Nach reiflicher Überlegung sind wir so zu dem Entschluss gekommen, dass besonders die Dinslakenerinnen und Dinslakener eine Erinnerung verdienen an die für diese Stadt doch so prägende Zeit", so Magerl.

"Wir Lohberger Bergleute werden auf dem ehemaligen Bergwerksgelände bereits an der Pforte an unsere Jahre auf dem Pütt erinnert. Das Gebäude ist doch immer noch vorhanden und sobald wir uns dem Areal nähern, haben wir bereits das Gefühl wieder auf der Zeche zu sein.
So bleiben wir immer Lohberger Bergmänner und haben unsere Zeche - doch was bleibt unserer Stadt Dinslaken?" Der Lohberger würde sagen: "Nix".

Der Kumpel ruft den Reisenden ein "Glück auf" entgegen

Also habe sich das Bergbaunetzwerk dafür entschieden, "auch unserer Stadt einen Teil der Erinnerungskultur zu überlassen, einen Botschafter, der sie bereits am Bahnhof begrüßt und an ein anderes, vergangenes Dinslaken erinnert. In unseren Köpfen ruft dieser den Reisenden ein herzliches 'Glück Auf' entgegen und sorgt nachhaltig dafür, dass die Identität der Stadt, als Teil der einst so glorreichen Kohlebergbauzeit, erhalten bleibt", so Magerl.

>>Das ist das Netzwerk Lohberg

Zum Netzwerk Lohberg gehören der MGV Concordia, die IGBCE Lohberg, die Stiftung Ledigenheim, die Grubenwehr Kameradschaft Lohberg, der RDB BV Niederrhein, Bergkapelle Niederrhein und der Knappenverein Lohberg.

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