Kunstaktion

Berufskollegschüler machen „Animal Street Art“ in Dinslaken

Die Oberstufenschülerin Fareshta Amiri zeichnet eine Figur auf dem Neutorplatz.

Die Oberstufenschülerin Fareshta Amiri zeichnet eine Figur auf dem Neutorplatz.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Dinslaken.  Kunstunterricht mal anders: Berufskollegschüler wichen auf den Neutorplatz aus und verschönerten das Pflaster mit bunten Kreidemalerein.

Ein rosa Kaninchen, eine gelbe Eule und eine Schlange im Apfel: Wer in diesen Tagen über den Neutorplatz in Dinslaken läuft, kann allerlei bunte Tiere bestaunen. „Animal Street Art“ nennen die Oberstufenschüler aus dem Kunstkurs des Berufskollegs ihr Projekt. Der Kunstraum der Schule wurde kernsaniert und so kam Kunstlehrerin Miriam Kilbinger auf die Idee, Kunst im Freien entstehen zu lassen.

Der vor allem durch Instagram bekannte Kreidekünstler David Zinn verzaubert die Menschen in Michigan mit seiner Malerei. Auf Fußwegen, an Bordsteinen und Objekten lässt er kleine Kreide-Wesen auferstehen, bis der nächste Regen die Kunstwerke wieder wegspült. Kindlich, fröhlich und farbenfroh sind seine Werke. Dies kam den Schülern entgegen und erschien leicht nachzuahmen.

Blaue Luftballons verbinden die Tiere miteinander

Unter dem Schwerpunkt „Waldtiere“ zaubern auch die Schüler der 12. Klasse mit Kreide Farbe in die Innenstadt. Blaue Luftballons verbinden die Tiere miteinander. „Die Leute bleiben stehen, sie haben viele Fragen und wir zaubern ihnen ein Lächeln ins Gesicht,“ sagt Schüler Falk Flüß. Er zeichnet die Schlange, die sich durch einen grünen Apfel windet. „Einiges muss ich noch ändern, bis es so ist, wie ich es mir vorstelle“, meint er. Flüß ist einer der beiden Jungen in der Klasse, die im Schuljahr 2019/20 startete und als erster Jahrgang das Voll-Abi in drei Jahren macht, um anschließend in ein Anerkennungsjahr gehen unddanach die Prüfung zum Erzieher machen zu können. Zwei Abschlüsse in vier Jahren seien anstrengend, aber auch eine Chance, so Flüß.

„Momentan ist durch Corona nichts normal, unser Projekt ist eine gelungene Auflockerung“, findet Melissa Below. Oft wird sie angesprochen, während sie ihren Hasen auf den Boden malt. Besonders freut sie sich über das Kompliment eines Fünfjährigen. „Ein schönes Kunstwerk“, hat der gesagt.

Schüler: Projekt ist eine gute Anregung für die Zukunft

Wenn der nächste Kurs bereit ist, möchte Kunstlehrerin Miriam Kilbinger das Projekt gern wiederholen. Stolz betrachtet sie die Werke, doch trotz alldem oder vielleicht auch gerade deshalb muss sie die Arbeiten auch benoten. Der Schaffensprozess und die Umsetzung der besprochenen Technik spielen dabei unter anderem eine Rolle.

„In Anbetracht auf die Erzieherausbildung und eine spätere Tätigkeit im Kindergarten ist das Projekt eine gute Anregung“, sagt Saire Omayrat. Ihre Karikatur eines Eichhörnchens ist eine Mischung aus süßem Tier und Superheld, auf dem Kopf trägt es eine Eichel, um den Hals einen Superheldenumhang. Gemeinsam mit Leonie Zimmermann und Mandy Bitter malt sie zusätzlich noch an einer Biene. Auch Milena Herbst hat sich viele Gedanken gemacht, welches Tier sie künstlerisch umgestaltet. Umso mehr freut es sie, dass sich viele Leute nach ihrem Marder erkundigen.

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