Betuwe

Betuwe: Eindringlicher Appell an die Bürger

Viele Fragen wurden auf der

Foto: Heiko Kempken/WAZ FotoPool

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Voerde.   Die Stadt Voerde und die Bürgerinitiative appellierten bei einer Infoveranstaltung, Einwendungen gegen die Betuwe-Pläne geltend zu machen.

Auf nur wenig Resonanz ist bislang die Offenlage der Pläne zum geplanten Ausbau der Betuwe-Strecke für den Bereich Friedrichsfeld ab Höhe Grenzstraße bis zum Kanal gestoßen. „Deutlich unter 100“ Bürger sind bis Dienstag im Voerder Rathaus gewesen, um Einsicht in die von der Deutschen Bahn vorgelegten Planungen zu nehmen, wie Erster Beigeordneter Wilfried Limke während der Infoveranstaltung von Stadt und Bürgerinitiative in der Aula des Gymnasiums erklärte. Auf NRZ-Nachfrage konkretisierte er die Zahl gestern auf 60. Entsprechend eindringlich fiel von Seiten der Stadt und der BI „Betuwe – so nicht!“ der Appell an die Bürger aus, sich einzubringen und Einwendungen geltend zu machen. Schätzungsweise rund 180 waren in das Gymnasium gekommen.

„Dichte Streubebauung ungeschützt“

BI-Vorsitzender Heinz Markert erinnerte an den Stichtag 5. Dezember, bis zu dem Bedenken schriftlich eingereicht werden müssen. „Danach ist der Zug abgefahren.“ Bürgermeister Leonhard Spitzer betonte, dass der Streckenausbau ein Projekt ist, das die nächsten 50 bis 100 Jahre Bestand haben werde. Es gehe um wesentliche Fragen wie die der Gesundheit, der Ruhe und vor allem auch der Sicherheit.

Wilfried Limke skizzierte einige „Schmerzpunkte“, die aus Sicht der Stadt bestehen: „Lärmschutz muss her“, aber der gehe auch anders, als „Blechwand zu sein“, verwies er auf den städtebaulichen Aspekt. Die Stadt fordert zudem einen „durchgehenden Lärmschutz“. Die „dichte Streubebauung im Außenbereich“ bleibe nach den Plänen der Bahn ungeschützt, führte Planungsamtsleiter Hans-Martin Seydel aus und appellierte, sich die Darstellung der eigenen Gebäude in den Unterlagen der Bahn genau anzusehen.Limke verwies mit Blick auf den fehlenden Lärmschutz auf eine Lücke von 400 Metern, „die man mit wenig Aufwand schließen kann“. Auch beim Erschütterungsschutz will die Stadt eine „höhere Qualität“ und fordert, durchgängig Unterschottermatten einzubauen. Limke sieht die Bahn in der Pflicht mehr zu investieren, und argumentiert, dass das Unternehmen mit der Strecke durch den Güterverkehr „Geld verdient“. Mit Blick auf Gebäudeschäden rät die Stadt, diese zwecks einer Beweissicherung zu dokumentieren.

Ein zentraler Kritikpunkt sind für die Stadt auch die Pläne der Bahn für den Haltepunkt in Friedrichsfeld. Neben den nicht transparenten Lärmschutzwänden als einem ganz wesentlichen Punkt bereitet der Zugang zu den Gleisen über die Park-&-Ride-Anlage Bauchschmerzen. In dem Zuge wird Fläche verloren gehen. So kam bei den Zuhörern denn auch die Frage auf, ob die Parkplätze auf dem Gelände künftig ausreichen werden, und sich die ohnehin schon schwierige Parkplatzsituation in dem Umfeld weiter verschärfen wird. Ein weiterer Knackpunkt ist aus Sicht der Stadt, dass der heutige Bahnhofsplatz, an dem sich unter anderem ein Café befindet, vom Fußgängerverkehr ausgesperrt wird. Die Stadt schlägt alternativ vor, den Zugang zu den Gleisen von dem Platz aus zu realisieren.

Drei bis vier Jahre wird nach Einschätzung Seydels der Bereich des Bahnhofes Baustelle sein. Weil die Kanalbrücke für einen großräumigen Schiffsverkehr angehoben wird, müssen die Gleise im Bahnhof entsprechend erhöht und muss die Haltestelle umgebaut werden.

„Wir brauchen den Ausbau, um den Personenverkehr zu gewährleisten“, betonte Seydel im Fazit, doch was die Bahn plane, sei eine „unerträgliche Billiglösung“.

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