Tradition

Bläser und Posaunen brachten Weihnachten in Krankenhäuser

Die Posaunenchöre und Bläserkreise aus der Umgebung spielten unter anderem im Innenhof des St. Vinzenz-Hospitals für die Patienten.

Die Posaunenchöre und Bläserkreise aus der Umgebung spielten unter anderem im Innenhof des St. Vinzenz-Hospitals für die Patienten.

Foto: PR

Dinslaken/Voerde.  Posaunenchöre und Bläserkreise aus Dinslaken und der Umgebung rühren die Patienten jedes Jahr am ersten Weihnachtstag mit Weihnachtsklassikern.

An Weihnachten etwas Gutes tun und denen Freude bringen, die Weihnachten nicht bei ihren Familien verbringen können. Nach dieser Devise treffen sich am ersten Weihnachtsfeiertag um die 40 Bläser, um für Patienten der Dinslakener Krankenhäuser ein Ständchen zu spielen.

Bereits um 8.30 Uhr treffen sich die Musiker am Parkplatz des Evangelischen Krankenhauses. Trotz Kälte und Nieselregens und langer Weihnachtsfeiern am Vortag ist die Stimmung zur frühen Morgenstunde gut und alle freuen sich auf das gemeinsame Musizieren. Unter den Musikern werden herzliche Weihnachtswünsche und Umarmungen ausgetauscht.

Tradition gibt es seit über 60 Jahren

Schon seit über 60 Jahren gibt es die Tradition des „Weihnachtsständchens“. Bläser aus den umliegenden Städten nehmen sich jedes Jahr am Morgen des 25. Dezembers Zeit, um kranken Menschen eine Freude zu machen. Es sind Mitglieder des Bläserkreises Dinslaken-Bruch sowie des Bläserkreises Dinslaken-Stadtmitte vor Ort, ebenso wie Bläser des Posaunenchors Spellen-Friedrichsfeld und des Posaunenchors Voerde.

Niemand weiß mehr so genau, wann und wie diese Tradition einmal entstand, aber alle stehen hinter dem Gedanken der Aktion. „Am beeindruckendsten finde ich jedes Jahr, dass sich Jung und Alt treffen, zu den unmöglichsten Zeiten und Wetterverhältnissen, um dort zusammen zu musizieren. Die Bläser sind zwischen zwölf und 60 Jahren alt und nehmen sich trotz des ganzen Stresses rund um die Feiertage dafür Zeit“, sagt Ralf Baßfeld, der Chorleiter des Posaunenchors Dinslaken Bruch. Er nimmt schon seit vielen Jahren an diesem musikalischen Event teil.

Nach und nach gehen in einigen Zimmern die Lichter an

Zunächst spielen die Bläser Choräle und Weihnachtslieder im Innenhof des Evangelischen Krankenhauses. Nach und nach gehen in einigen Zimmern die Lichter an, die Fenster werden geöffnet, um die weihnachtlichen Klänge in die Zimmer zu lassen. Der ein oder andere Patient steht lächelnd am Fenster und beobachtet das Spektakel, wieder andere winken den Musikern zu. Alle lauschen gebannt den Musikstücken und sind ergriffen. Die Chöre transportieren ein besinnliches, weihnachtliches Gefühl in ihrer Musik, das die Anwesenden erreicht und den Kranken Freude schenkt.

Nach ihrem Auftritt frühstücken die Bläser im Krankenhaus und pilgern anschließend zum katholischen St. Vinzenz-Hospital. Auch hier wird im Innenhof ein Ständchen für die Patienten gespielt. Weihnachtsklassiker wie „Tochter Zion“, „O du Fröhliche“ und „Es ist ein Ros’ entsprungen“ gehören zum Repertoire.

Patienten freuen sich, winken und applaudieren

Auch hier öffnen sich die Fenster und die Patienten freuen sich, winken und applaudieren. Einige kommen auch in den Hof, um die Musik hautnah zu erleben. Teilweise kommen Bewohner der umliegenden Straßen zum Krankenhaus, um ebenfalls zuzuhören und die weihnachtliche Stimmung zu genießen.

Diese positive Resonanz spiegelt sich auch in den Sozialen Netzwerken wider. Eine Patientin postete ein kurzes Video bei Facebook und die Kommentare darunter sind allesamt positiv. Eine Mutter erinnert sich daran, wie die Chöre nach der Geburt ihres Sohnes spielten und denkt freudig an die emotionalen Momente zurück. „Wundervoll“, „Tolle Aktion“, „Gänsehaut“ sind weitere Reaktionen der Nutzer.

Musik zu den Menschen bringen

„Ich finde es ist schön zu wissen, dass unsere Musik zu denjenigen gebracht wird, die nicht zu uns kommen können. Es ist immer schön zu sehen, wenn das ein oder andere Gesicht an einem Fenster auftaucht. Oder man im Nachhinein hört, welche Freude wir Menschen gemacht haben, die ihr Bett nicht verlassen konnten.“, erzählt Marc Pauls. Der Dirigent des Posaunenchors Voerde sagt weiter: „Es ist ein schöner Nebeneffekt auch alte Bekannte, Freunde oder auch neue Gesichter zu sehen und Zeit für das ein oder andere Gespräch zu finden.“

Das nächste Treffen der Chöre, bei dem sie Kranken eine Freude machen, ist wie in jedem Jahr zu Ostern.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben