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Bluttat in Voerde: Jackson B. möglicherweise schuldunfähig

Zeugen haben beobachtet, wie Jackson B. die Frau in Voerde vor den Zug gestoßen hat. Er kann sich an die Tat aber nicht erinnern.

Zeugen haben beobachtet, wie Jackson B. die Frau in Voerde vor den Zug gestoßen hat. Er kann sich an die Tat aber nicht erinnern.

Foto: Heiko Kempken / Heiko Kempken / FUNKE Foto Services

Voerde.  Am Bahnhof Voerde wurde eine junge Frau vor einen Zug gestoßen und getötet. Beim mutmaßlichen Täter gibt es Anzeichen auf eine Erkrankung.

Ist der Täter, der im Juli eine junge Mutter in Voerde vor einen Zug geworfen und getötet haben soll, nicht schuldfähig? Die Anzeichen dafür mehren sich. Nach Erkenntnissen des Gutachters sei er „wahrscheinlich psychisch erkrankt“, so der Duisburger Staatsanwalt Alexander Bayer.

Jackson B. soll in geschlossene Anstalt kommen

Er hat beim Amtsgericht den Antrag gestellt, den 28-jährigen Jackson B. aus Hamminkeln in eine geschlossene psychiatrische Anstalt zu überstellen. Das sei in einem solchen Fall das normale Procedere. Bislang war Jackson B. in der JVA Hamborn untergebracht.

Endgültige Entscheidung beim Prozess

Der Gutachter habe „starke Anhaltspunkte dafür vorgefunden, dass eine psychische Erkrankung vorliegt“, so Staatsanwalt Bayer auf Nachfrage der NRZ. Das sei das Ergebnis der bisherigen Untersuchungen. Wenn das Amtsgericht dem Antrag nachkomme, werde Jackson B. einstweilig in ein geschlossenes Klinikum übergestellt und dort weiter untersucht und beobacht.

Ob der 28-Jährige zum Tatzeitpunkt tatsächlich schuldunfähig war, ist damit noch nicht endgültig geklärt. „Erst in der Hauptverhandlung legt sich der Gutachter endgültig fest“,so Bayer.

„Er kann sich nicht vorstellen, dass er es gewesen sein könnte“

Der 28-Jährige hat ausgesagt, dass er sich an die Tat nicht erinnern könne. „Er kann sich nicht vorstellen, dass er es gewesen sein könnte, er kann sich jedenfalls nicht daran erinnern“, gibt Bayer wieder, was Jackson B. gegenüber dem Gutachter geäußert hat.

Er sei an dem betreffenden Tag auf dem Heimweg gewesen, habe Jackson B. erklärt. „Ob das stimmt oder nicht, werden wir nun prüfen“, so Bayer.

Zwei Tage vor der Tat war Jackson B. offenbar in Dinslaken

Ein Bürger aus Dinslaken hatte der NRZ berichtet, dass der 28-Jährige sich zwei Tage vor der Tat in Voerde offenbar nach Dinslaken-Oberlohberg verlaufen habe.

Er habe plötzlich vor seiner Tür gestanden und durch die Scheibe geschaut. Wie er genau von Hamminkeln dorthin gekommen sei, habe er nicht genau sagen können. Offenbar habe er die Nacht zuvor in Wesel verbracht und sei von dort nach Dinslaken gelaufen, berichtete der Bürger.

Die Dinslakener brachten den 28-Jährigen nach Voerde

Der 28-Jährige, der vor der Tat bereits zweimal in Haft war, sei „in schlechter physischer und psychischer Verfassung“ gewesen. Der Dinslakener hat Jackson B. schließlich gemeinsam mit einer Nachbarin nach einem Anruf bei dessen Bruder nach Hamminkeln-Brünen zu seiner Wohnung gebracht. Dort habe aber der Wohnungsschlüssel nicht mehr gepasst, deswegen brachten die Dinslakener den 28-Jährigen schließlich noch zur Wohnung seines Bruders in Voerde. Das war am späten Abend des 18. Juli. Am 21. Juli wurde die junge Mutter aus Voerde am Bahnhof vor den einfahrenden Zug gestoßen.

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