Waldkindergarten

Caritas informierte Dinslakener zum Thema Waldpädagogik

Sich schmutzig machen ist ausdrücklich erlaubt: Die Waldpädagogik lässt die Kinder Natur hautnah erleben.

Sich schmutzig machen ist ausdrücklich erlaubt: Die Waldpädagogik lässt die Kinder Natur hautnah erleben.

Foto: Andreas Arnold / dpa

Dinslaken.  In Waldkindergärten erfahren Kinder viel über die heimische Flora und Fauna. Warum sich die Caritas Dinslaken mehr solcher Einrichtungen wünscht.

Der große Raum in der Caritas-Kita St. Johannes in Eppinghoven ist gut gefüllt. Die Caritas hat hierhin eingeladen, um über das Thema Waldpädagogik zu informieren. „Wir würden es uns wünschen, wenn die Mitarbeiter in unseren Einrichtungen diese Ideen aufgreifen und eine entsprechende Ausbildung machen“, erklärt Guido Busch, der beim Caritasverband Dinslaken-Wesel für den Bereich Kinder verantwortlich ist.

„Wir haben viele Einrichtungen, die entsprechende Waldgebiete dafür in direkter Umgebung haben.“ Doch ganz so einfach ist es nicht, die Waldpädagogik in der eigenen Einrichtung umzusetzen, wie der Vortrag der ausgebildeten Waldpädagogen Birgit Simons und Annette Heisterkamp, die beiden in der Kita St. Johannes arbeiten, schnell zeigt.

Zu jeder Jahreszeit draußen

Beide sind zertifizierte Waldpädagogen und haben diese Bescheinigung über Wald und Holz in Arnsberg zu zweit absolviert. „Es geht nicht nur darum, im Wald zu spielen, sondern auch um andere Inhalte“, erklärt Birgit Simons. Denn die Waldpädagogik sieht vor, dass die Kinder einen Großteil der Zeit im Wald verbringen – und das zu jeder Jahreszeit.

Um das Zertifikat zu bekommen, waren die beiden Waldpädagoginnen auf einem Lehrgang, der 23 Tage und sechs Module umfasste. Dabei lernten sie einiges über ökologische und forstliche Grundlagen, Arbeitsorganisation, rechtliche Fragen und Waldwissen. Besonders anstrengend scheint dabei gewesen zu sein, sich das Wissen zu den unterschiedlichen Tier- und Pflanzenarten in den heimischen Wäldern anzueignen. „Das war für uns komplettes Neuland und wir waren teilweise fix und fertig“, sagt Birgit Simons.

Ein Schutzraum wird benötigt

Dabei gibt es bei der Waldpädagogik einiges zu beachten. Man muss abklären, welche Waldgebiete sich überhaupt dafür eignen, was man mit dem Forstamt abklärt. Auch ein Schutzraum, wie ein Bauwagen oder eine Waldhütte, werden benötigt. Die Besucher interessieren sich auch dafür, wo die Kinder bei der ausgiebigen Walderkundung wohl kleinere und größere Geschäfte verrichten. „Der klassische Waldkindergarten geht im Wald auf Toilette“, antwortet Birgit Simons.

Der relativ hohe Aufwand scheint sich allerdings zu lohnen, wenn man die Bilder aus der waldpädagogischen Arbeit der Kita St. Johannes sieht. „Die Kinder sind im Wald ganz anders angeregt“, erklärt Annette Heisterkamp. Die Kinder haben mehr Raum für Bewegung, sind mehr auf Kooperation angewiesen, was ihre sozialen Kompetenzen stärkt. Und natürlich fordert die natürliche Umgebung die jungen Entdecker ganz anders heraus als der relativ beschränkte Bereich der Kita. „Die Kinder kommen modderig und schmutzig wieder aus dem Wald. Aber sie sollen ja auch Spaß haben“, sagt Annette Heisterkamp.

Und es sieht so aus, als hätten sie den auch, wenn man die Bilder betrachtet, auf denen die Kindergartenkinder die Natur beobachten und erkunden, auf Bäume und Hänge klettern, balancieren oder Hütten bauen. „Das ist natürlich total spannend“, sagt Birgit Simons. Die anwesenden Kita-Mitarbeiter scheinen ebenfalls ganz angetan von der Waldpädagogik zu sein. Vielleicht wird diese ja bald in mehr Kindergärten in der Umgebung zum Teil des Einrichtungskonzeptes.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben