FLÜCHTLINGSARBEIT

Caritas will Vertrag mit Stadt Dinslaken kündigen

Die Caritas leistet seit Jahren die Flüchtlingsarbeit für die Stadt Dinslaken. Seit dem Sommer gibt es Auseinandersetzungen um Erweiterungsbauten für die Fliehburg.

Foto: Lars Fröhlich

Die Caritas leistet seit Jahren die Flüchtlingsarbeit für die Stadt Dinslaken. Seit dem Sommer gibt es Auseinandersetzungen um Erweiterungsbauten für die Fliehburg. Foto: Lars Fröhlich

Dinslaken.   Nach den Auseinandersetzungen um die Erweiterung der Fliehburg sei das Vertrauensverhältnis gestört, so der Dinslakener Caritasdirektor.

Die Caritas, die seit Jahren für die Stadt die Flüchtlingsarbeit leistet, will ihr Engagement in diesem Bereich beenden. Caritasdirektor Michael van Meerbeck hat der Stadt angeboten, den Vertrag aufzulösen. Anlass sind die Differenzen zwischen Caritas und Stadt um die Neubauten an der Fliehburg.

Hintergrund: Der Rat hatte im vergangenen Jahr den Bau von Flüchtlingsunterkünften beschlossen, die Caritas wurde damit beauftragt. Der Sinn von fünf dieser zusätzlichen Neubauten wurden nun in Frage gestellt, auch die finanzielle Situation der Stadt spielte eine Rolle. Die Stadt verhängte einen Baustopp. Die Caritas habe die Bauanträge nicht korrekt gestellt, hieß es. Man kommunizierte über Rechtsanwälte.

Van Meerbeck: Mitarbeiter haben sich schon wegbeworben

Durch die Auseinandersetzungen sieht Michael van Meerbeck das Vertrauensverhältnis gestört, bot den Rückzug an. „Welches Vertrauen sollte ich noch haben, in diesem schwierigen Arbeitsbereich zu verbleiben“, fragt der Caritasdirektor.

Die Stadt sah nach Aussage von van Meer im „keine Veranlassung“ den Vertrag zu kündigen, weil sie im Moment keine Kritik an der Betreuungsarbeit habe.“ Die Verträge zwischen Caritas und Stadt sehen eine Kündigungsfrist von zwölf Monaten vor. Michael van Meerbeck, der auch als CDU-Ratsherr zurückgetreten ist, will nun die weiteren Gespräche abwarten. Die Caritas habe der Stadt Dinslaken angeboten, auf Forderungen für nicht geleistete Tätigkeiten in Bezug auf die fünf zur Debatte stehenden Häuser zu verzichten, wenn die Stadt im Gegenzug ebenfalls auf Forderungen verzichtet. Die Kündigung ist laut Michael van Meerbeck noch nicht schriftlich formuliert, allerdings hätten sich mehrere Mitarbeiter der Fliehburg schon innerhalb der Caritas wegbeworben. Das Thema wurde auch gestern im Sozialausschuss angesprochen. (aha)

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