Politik

CDU Voerde unternimmt zweiten Anlauf für Neustrukturierung

Die Voerder CDU wird sich künftig möglicherweise neu aufstellen.

Die Voerder CDU wird sich künftig möglicherweise neu aufstellen.

Foto: Udo Kreikenbohm

Voerde.   Ortsverbände werden im Februar und März erneut über ihre mögliche Auflösung abstimmen. Am Ende entscheidet der Kreisverbandsvorstand.

Bei der CDU steht in den kommenden Wochen der zweite Anlauf für eine mögliche Neustrukturierung an: Die Ortsverbände sollen darüber entscheiden, ob sie sich mit ihrer Auflösung einverstanden erklären und künftig nur noch ein Stadtverband existieren soll. Das Thema hatte im vergangenen Jahr zu parteiinternen Auseinandersetzungen geführt. Dabei geriet Parteichef Bernd Altmeppen ins Kreuzfeuer der Kritik, ihm wurden formale Fehler vorgehalten. Ein weiterer Vorwurf lautete, er habe die bisherige Willensbildung innerhalb der drei Ortsverbände Voerde, Friedrichsfeld und Spellen, die sich bereits 2017 – mal mehr mal weniger eindeutig – zu der Frage positioniert hatten, gegenüber der Presse „verkürzt“ und falsch wiedergegeben. Altmeppen wehrte sich, bezeichnete die Vorhaltungen als „absolut absurd“ und erklärte, dass es sich seiner Wahrnehmung nach um „einige wenige“ Kritiker handele.

Aufgeladene Debatte im Juni 2017 während der Jahreshauptversammlung des Stadtverbandes

Vorläufiger Schlusspunkt des öffentlich ausgetragenen Disputs war im Juni die Jahreshauptversammlung des Stadtverbandes, wo es zu einer aufgeladenen Debatte, jedoch am Ende nicht zu einem Votum darüber kam, ob die drei CDU-Ortsverbände aufgelöst werden sollen. Weil dies nicht als ausdrücklicher Punkt auf der Tagesordnung stand, hatte sich eine Abstimmung des Stadtverbandes darüber erledigt.

Der Kreisverband der CDU, dessen Vorstand am Ende die Auflösung der Ortsverbände beschließen muss, hat den Vorgang vor dem anstehenden zweiten Anlauf durch den Landesjustiziar der CDU zwecks Schaffung von Rechtssicherheit prüfen lassen, wie Kreisgeschäftsführer Josef Elsemann gestern auf NRZ-Anfrage erläuterte.

Die drei Ortsverbände werden inhaltlich über den gleichen Text abstimmen

Ein wesentlicher Punkt sei der Begriff der „Fusion“ gewesen. Dadurch entstehe immer etwas Neues, was in diesem Fall nicht gegeben ist, da der Stadtverband bereits existent ist. Das, worum es geht, „muss eindeutig formuliert werden“, führt Elsemann weiter aus. Die drei Ortsverbände werden bei ihrem erneuten Votum nun „inhaltlich über den gleichen Text abstimmen“ – darüber, dass künftig „statt der bisherigen Ortsverbände unmittelbar der Stadtverband die unterste Organisationsebene der CDU in Voerde darstellen und die Basisarbeit“ seiner Mitglieder „bündeln soll“.

Als erstes ist am 22. Februar der Friedrichsfelder Ortsverband gefragt, im März, so der Plan, sollen der Voerder und der Spellener folgen. Danach, „möglicherweise im April“, ist der Stadtverband mit einer abschließenden Beratung und Abstimmung am Zug, bevor der Kreisverbandsvorstand dann über eine Auflösung befindet.

Mit oder ohne Ortsverbände – für den CDU-Kreisgeschäftsführer gibt es da „keinen Königsweg“

Mit oder ohne Ortsverbände – da gibt es nach Ansicht von CDU-Kreisgeschäftsführer Elsemann „keinen Königsweg“. Im Kreis Wesel lieferten Stadtverbände ohne Ortsverbände „hervorragende Arbeit“ ab, wie auch Stadtverbände durch ihre Ortsverbände hervorragend unterstützt würden. Die CDU müsse sich den im Laufe der Zeit geänderten Gegebenheiten anpassen. Wenn etwas aufgegeben werde, gebe es immer Diskussionen, betont Elsemann.

Voerdes CDU-Vorsitzender Bernd Altmeppen verbindet mit der Auflösung der Ortsverbände und dem Bestehen nur noch eines Stadtverbandes auch das Ziel, die Christdemokraten schlagkräftiger zu machen. Die Partei werde sich mehr auf ihre politische Arbeit und ihre Mitglieder konzentrieren können. Rückendeckung erhält Altmeppen von Fraktionschef Ingo Hülser. Er stehe „voll dahinter“. Die neue Organisationsstruktur sei besser für den Austausch der CDU-Mitglieder untereinander. Die Parteiarbeit werde gestärkt.

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