Benefizflug

Club plant für Voerder einen Benefizflug nach Mallorca

Der Gentlemen’s Club Voerde (v.l.): Christian Reselski, Michael Schmitz, Georg Keller, Andreas Riess, Maik Zimmermann, Carsten Plog, Stefan Schmitz und Martin Scholz. Immer wieder dienstagabends treffen sie sich im Lokal „KM 800“ am Rathausplatz. Ein Gentleman fehlte krankheitsbedingt bei diesem Treffen.

Foto: Heiko Kempken

Der Gentlemen’s Club Voerde (v.l.): Christian Reselski, Michael Schmitz, Georg Keller, Andreas Riess, Maik Zimmermann, Carsten Plog, Stefan Schmitz und Martin Scholz. Immer wieder dienstagabends treffen sie sich im Lokal „KM 800“ am Rathausplatz. Ein Gentleman fehlte krankheitsbedingt bei diesem Treffen. Foto: Heiko Kempken

Voerde.   Gentlemen’s Club will Voerder per Flugzeug auf die spanische Urlaubsinsel bringen. Von der Aktion sollen Projekte in der Heimatstadt profitieren.

Ein Flugzeug voller Voerder fliegt nach Mallorca – morgens hin, abends zurück, alternativ vielleicht auch mit einer Übernachtung. Reine Wunschvorstellung? Keinesfalls! Der Gentlemen’s Club Voerde will seine Idee auch in die Tat umsetzen. Der Kreis aus neun Männern, die sich für ihre Heimatstadt engagieren möchten, hat mit seinem Vorsitzenden Martin Scholz einen Piloten in seinen Reihen. Er soll, so ist es der Wunsch der anderen Gentlemen, zumindest eine Strecke fliegen, berichtet Stefan Schmitz, der mit ihm die Idee hatte. Dass ein Voerder die Maschine steuert, sei ja gerade das Interessante.

Der Termin würde im Winter sein, denn ansonsten seien keine Flugzeuge dafür buchbar, sagt Martin Scholz, der aufgrund seines Berufes auch der Türöffner ist. Die Mitreisenden sollen mehr als nur einen Hin- und Rückflug geboten bekommen, es soll ein „informativer Flug“, vielleicht mit einer Runde über der Heimatstadt, sein, betont Scholz, ein Angebot mit „Eventcharakter“. „,Wir sind Voerder’ – mit diesem Gefühl sollen sie nach Hause gehen“, fügt Christian Reselski hinzu.

Der Gentlemen’s Club gibt sich ein Jahr Vorbereitungszeit für den Benefizflug

Die Aktion hat nicht nur einen Selbstzweck, vielmehr soll sie auch einem guten Zweck dienen. Damit am Ende Geld übrig bleibt, würden die Teilnehmer mehr als den Preis für Flug und mögliche Übernachtung zahlen, schließlich bekämen sie auch mehr geboten. Darüber hinaus setzt der Gentlemen’s Club auf die Unterstützung durch Sponsoren. Die Mittel, die nachher zur Verfügung stehen, sollen zurück nach Voerde fließen. Da sieht der Gentlemen’s Club einige mögliche Bereiche: die Schulen, Kindergärten, das Freibad. Ein Jahr möchte dieser sich laut Beisitzer Stefan Schmitz für die Realisierung des Benefizfluges geben, im Winter/Frühjahr 2019 soll die mit Voerdern besetzte Maschine in Richtung Urlaubsinsel starten.

Doch bevor Geld generiert werden kann, um damit Projekten, Vereinigungen etc. in Voerde finanzielle Hilfe leisten zu können, muss die Herren-Runde ein gemeinnütziger Verein werden. Das sei das „nächste große Ziel“, das, kündigt Vorsitzender Martin Scholz an, Anfang kommenden Jahres „in aller Ruhe“ angegangen werden soll. Der Vorstand wurde bereits gewählt.

Zusammengebracht hat die tatendurstigen Männer der Inhaber des „KM 800“ am Rathausplatz. Einige waren bereits Gäste seines früheren Lokals „Weinschmecker“ an der Dinslakener Straße gewesen. Dort gab es die ersten Treffen in einem kleineren Kreis. Die Runde, wie sie nun heute besteht, findet sich seit dem Umzug im „KM 800“ zusammen, wie Stefan Schmitz berichtet. Dienstagabends ab 19 Uhr, Gäste sind willkommen.

Finanziell und mit Manpower etwas für und in Voerde bewegen

Die neun Männer eint das Anliegen, etwas für und in Voerde zu bewegen – nicht nur durch finanzielle Unterstützung, sondern auch durch Manpower. So wollen sie etwa bei den auch im nächsten Jahr geplanten Feierabendmärkten, die ihr Mitstreiter Maik Zimmermann mit initiiert hat, präsent sein und mit anpacken. Jeder habe seine eigene Motivation, sich zu engagieren, erzählt Martin Scholz. Bei ihm ist es die Erinnerung an die Zeit, als Voerde die Nachbarstadt Dinslaken mit Blick auf die Geschäfte „in die Tasche gesteckt“ habe. Heute ist das Bild des großen Geschäfts- und Wohnhauses am Marktplatz von unzähligen Leerständen geprägt. Mit dem „Niedergang des Einzelhandels“ dort sei der Zusammenhalt verloren gegangen, bedauert Scholz.

Für Michael Schmitz war die Motivation, sich zu engagieren, diese: Ihn hat es gestört, „dass sich alle Leute beschweren“ und die „wenigsten“ aber etwas täten. „Wir wollen die sein, die sich nicht nur beschweren.“ Dabei hat er den Eindruck, dass die Menschen einfach nur an die Hand genommen werden müssen. Das habe sich beim Weihnachtsbaum auf dem Rathausplatz gezeigt. Seiner Kritik an der mickrigen und von der Stadt kahl gelassenen Tanne ließ der Gentlemen’s Club einen spontanen Aufruf an die Voerder folgen, den Baum selbst zu schmücken. Die Aktion wurde bekanntlich zum Selbstläufer.

Der Club hat einen Zehn-Punkte-Kodex aufgestellt, nach dem jeder handeln soll

Zusammenhalt – dieses Thema hat der Gentlemen’s Club Voerde in seinem Zehn-Punkte-Kodex festgeschrieben, nach dem jeder handeln soll. „Wir stehen zusammen und füreinander ein und zeigen diesen Zusammenhalt nach außen zu jeder Zeit“, heißt es dort. Und: Entscheidungen werden nur einstimmig gefällt, Enthaltungen sind möglich, jedoch sollte sich jeder möglichst klar positionieren. Auch ein fairer und ehrlicher Umgang miteinander und eine ebensolche Diskussion sind als ein Leitsatz festgeschrieben.

Und noch etwas ist dem Gentlemen’s Club Voerde wichtig: Er will nicht „in Konkurrenz“ zu anderen treten, etwa zu Organisationen wie dem Lions-Club oder den Rotariern, betont Stefan Schmitz. Auch soll „keinem Förderverein das Wasser abgegraben werden“.

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