Coronavirus

Corona: Die 7-Tage-Inzidenzen für Wesel, Moers und Dinslaken

RKI warnt vor "unkontrollierbarer" Verbreitung von Coronavirus

Das RKI hat mehr als 4000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden verzeichnet, das ist der höchste Stand seit dem Frühjahr. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nannte die Zahl der Neuinfektionen "besorgniserregend". RKI-Chef Lothar Wieler warnte davor, dass die Epidemie "unkontrollierbar" werden könnte.

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Kreis Wesel.  Die 7-Tage-Inzidenz wird offiziell nur für den Kreis Wesel ausgewiesen. Wir haben die aktuellen Werte für Dinslaken, Wesel und Moers ausgewertet.

Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen steigt seit Tagen an – auch der Kreis Wesel hat am Dienstag (20. Oktober) erstmals den Inzidenzwert von 50 überschritten - und ist damit Risikogebiet. Viele Städte und Kreise in Nordrhein-Westfalen liegen mit Blick auf die 7-Tage-Inzidenz bereits bei mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

Für kreisfreie Städte wird jeden Tag eine eigene 7-Tage-Inzidenz ermittelt, bei kreisangehörigen Städten wird hingegen nur der Wert für den gesamten Landkreis offiziell von den Gesundheitsämtern oder dem Landeszentrum Gesundheit (LGZ) ermittelt und veröffentlicht.

Hintergrund: Corona im Kreis Wesel – Diese Maßnahmen gelten jetzt

Beim Kreis Wesel (459.976 Einwohner) lag die 7-Tage-Inzidenz am Dienstag nach Angaben des Kreises bei 52,4 – das bedeutet, dass es in den vergangenen sieben Tagen umgerechnet auf 100.000 Einwohner rund 52 bestätigte Corona-Neuinfektionen mit dem Coronavirus gab.

Dieser Wert soll die Corona-Entwicklung bundesweit vergleichbar machen und ist Grundlage für schärfere Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Krankheit. Erste Maßnahmen greifen in Nordrhein-Westfalen ab einem Wert von 35, noch strenger sind die Regelungen ab einem Wert von 50.

So lässt sich die 7-Tage-Inzidenz berechnen

Doch wie sieht die Lage in den einzelnen Städten im Kreis Wesel aus? Darüber machen die Behörden keine direkten Angaben – die 7-Tage-Inzidenz lässt sich dennoch nachvollziehen. Um die 7-Tage-Inzidenz zu berechnen, muss man die Zahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage addieren. Den Wert teilt man durch die Einwohnerzahl einer Stadt oder eines Kreises und multipliziert das Ergebnis mit 100.000.

Für Moers, Dinslaken und Wesel - also die drei größten Städte im Kreis - stellen wir diese Rechnung an dieser Stelle auf. Die Einwohnerzahlen beruhen dabei auf den Angaben der Städte selbst, die Infektionszahlen stammen aus den täglichen Veröffentlichungen des Kreises. Die aktuellen Werte (14. bis 20. Oktober) in den Städten unterscheiden sich teilweise deutlich von dem des Kreises:

  • In Moers (107.076 Einwohner) waren es in diesem Zeitraum 69 Neuinfektionen. Das ergibt einen Inzidenzwert von 64,4 – und liegt damit weit über dem kritischen Wert von 50.
  • Dinslaken (70.459 Einwohner) hatte in den vergangenen sieben Tagen 51 neue Coronavirus-Infektionen. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 72,3 – und damit ebenfalls weit über dem kritischen Wert von 50.
  • In Wesel (62.501 Einwohner) sind in dieser Zeit 18 Neuinfektionen gemeldet worden. Die 7-Tage-Inzidenz liegt also bei 28,7 – und damit unter der Vorwarnstufe.

Die Städte haben durchaus die Möglichkeit, über die Corona-Maßnahmen des Kreises hinauszugehen und diese zu verschärfen. „Kommunen können darüber hinaus noch weitere Schutzmaßnahmen ergreifen“, betont Kreissprecherin Anja Schulte auf NRZ-Anfrage. „Die Faustregel ist: strenger geht immer.“ Bei Kommunen mit historischer Altstadt mache es je nach Breite der Fußgängerzone beispielsweise Sinn, für bestimmte Bereiche eine Maskenpflicht einzuführen.

Auch, wenn der Inzidenzwert generell „auf den Kreis bezogen“ werde und „nicht auf eine einzelne kreisangehörige Kommune“, habe die Stadt Dinslaken den stadteigenen Inzidenzwert „immer im Blick“, so Stadtsprecher Marcel Sturm. Dinslaken stehe „hinsichtlich von Maßnahmen immer in engem Kontakt mit dem Kreis“.

Neuinfektionen in Dinslaken: Stadt bereitet Maßnahmenkatalog vor

Dinslakens Bürgermeister Michael Heidinger hatte bereits Anfang der Woche schärfere Maßnahmen angekündigt, sollte die Inzidenz an drei aufeinander folgenden Tagen den Wert 50 erreichen oder überschreiten. „In den nächsten Tagen bereiten wir einen Maßnahmenkatalog vor, so dass wir bei Bedarf rasch mit einer Allgemeinverfügung reagieren können“, so der Bürgermeister. Am Freitag war der Wert zum zweiten Mal hintereinander über dem Grenzwert.

Dazu teilte die Stadtverwaltung mit, dass genaue Details derzeit erarbeitet und gegebenenfalls am Montag beschlossen und veröffentlicht werden. Am Montag hatte die Stadt den Inzidenz-Wert erneut überschritten und damit an drei hintereinanderfolgenden Werktagen (ohne Samstage). Die Verwaltung verweist darauf, dass die Ermittlung des Inzidenz-Wertes nur auf Ebene der Kreise und kreisfreien Städte rechtlich vorgeschrieben sei.

Bereits bekannt ist eine Pflicht zur Bedeckung von Mund und Nase im öffentlichen Raum zwischen Altmarkt und Neutorplatz sowie im Einkaufsbereich der Sterkrader Straße in Hiesfeld. Die Maßnahmen sollen mindestens 14 Tage ab dem dritten Überschreitungstag gelten.

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