Deutsches Rotes Kreuz

Darum hat Voerdes Ex-Bürgermeister DRK-Vorsitz übernommen

Voerdes früherer Bürgermeister Leonhard Spitzer ist seit einigen Wochen erster Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes Dinslaken-Voerde-Hünxe.

Voerdes früherer Bürgermeister Leonhard Spitzer ist seit einigen Wochen erster Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes Dinslaken-Voerde-Hünxe.

Foto: Heiko Kempken

Voerde.   Weil das DRK für Leonhard Spitzer immer positiv besetzt war, fiel ihm Entscheidung, den Vorsitz beim Kreisverband zu übernehmen, nicht schwer.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) ist für Leonhard Spitzer immer schon „besonders positiv“ belegt gewesen. „Das sitzt ganz tief“, sagt der ehemalige Bürgermeister der Stadt Voerde. Dass dem so ist, rührt auch von Erfahrungen her, die er (Jahrgang 1950) als junger Mensch machte. Es war 1960, als seine Mutter mit ihm aus der damaligen DDR flüchtete und sie im Westen zunächst in einer Sammelunterkunft untergebracht wurden. Bis heute hat Spitzer das Bild der „Rot-Kreuz-Schwestern mit Häubchen“ in Erinnerung, die sich um die Kinder gekümmert hätten, wenn die Mütter zu Behördengängen unterwegs waren. „Sehr fürsorglich“ seien sie gewesen – wie „Ersatz-Mamis“, erzählt der 68-jährige Friedrichsfelder. „Wir fühlten uns sicher und gut aufgehoben.“

Diese Erinnerung sei sofort wieder präsent gewesen, als er über die Anfrage von Dr. Kurt Gerritz, damals erster und nunmehr zweiter Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes Dinslaken-Voerde-Hünxe, nachdachte, in dessen Fußstapfen zu treten. Wichtig war für ihn, dass die private Situation ihm dies erlaubt. Familie habe „erste Priorität“ für ihn, doch wenn er sich engagiere, „dann richtig“. Familiär sprach aktuell für Spitzer nichts dagegen, den Vorsitz des DRK-Kreisverbandes zu übernehmen – inhaltlich auch nicht. Er habe sich erstmal Infos reingeholt, um zu wissen, „auf welches Eis“ er sich begibt.

Ein bisschen von Positivem zurückgeben können

Getragen auch von dem Gedanken, vielleicht ein bisschen von dem zurückgeben zu können, was er als Kind Positives erlebt hat, fiel die Entscheidung für das neue Amt am Ende schnell – und der Kreisversammlung auch nicht schwer. Die Mitglieder hievten den vom Vorstand vorgeschlagenen Fried-richsfelder einstimmig an die Spitze des DRK.

Für den Verband, bei dem er ein „super bestelltes Feld“ vorgefunden habe, stünden einige Neuerungen an, erklärt Spitzer etwa mit Verweis auf den Rettungsdienstbedarfsplan für den Kreis Wesel, der neu erarbeitet wird. In Voerde soll, wie berichtet, eine zusätzliche Rettungswache angesiedelt werden. Eine Frage sei, wer diese betreiben könnte, sagt Spitzer, der für seinen Verband den Hut in den Ring wirft: Das DRK würde diese Aufgabe gerne mit der Berufsfeuerwehr Dinslaken übernehmen. Beide haben „eine sehr enge Kooperation“.

Auch werde sich das DRK noch weiter in der Gemeinwesenarbeit engagieren, um diese „im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten“ zu stabilisieren und auszubauen. „Wir werden uns mit Sicherheit nicht verstecken, uns offensiv weiter beteiligen“, kündigt Spitzer an. Auch Qualifizierungsmaßnahmen für die Mitarbeiter und Ehrenamtlichen sind ihm ein Anliegen.

Als Berater fungieren

Bei allem sei es ihm wichtig, die Basis mitzunehmen. Und da komme ihm die Erfahrung als Bürgermeister, als Personalchef einer Stadtverwaltung, zugute. Seine Aufgabe als erster Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes sieht er darin, zu moderieren, auf Grund seiner Erfahrung ein Stück weit als Berater zu fungieren, Dinge zu koordinieren. „Visionen zu entwickeln, gehört auch dazu.“ Und Kontaktpflege, Mitgliederwerbung.

Vielleicht müsse man auch über andere Formen des Sponsoring nachdenken. Leute darauf anzusprechen, auch das kennt Spitzer noch aus jener Zeit, als er Bürgermeister der finanziell alles andere als auf Rosen gebetteten Stadt Voerde war. Bei seiner Arbeit könne er auch jederzeit auf die Erfahrung seines Vorgängers beim DRK zurückgreifen. Dr. Kurt Gerritz und er stünden in einem ganz engen Austausch, berichtet Spitzer.

Aus gesundheitlichen Gründen hatte er sich im Frühsommer 2014 vorzeitig vom Chefposten im Rathaus zurückgezogen. Bevor er vor einigen Wochen den Vorsitz beim DRK-Kreisverband übernahm, habe er keine Langeweile gehabt, versichert Spitzer lachend und stellt schon einmal klar, dass die neue Aufgabe kein Job sei, den er 20 Jahre mache. „Da muss jemand Junges her.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben