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Das ist der Plan des Freibadvereins für das Freibad Hiesfeld

So könnte das Freibad Hiesfeld nach der „Revitalisierung“ nach dem Plan des Architekten Wolfgang Hein aussehen.

So könnte das Freibad Hiesfeld nach der „Revitalisierung“ nach dem Plan des Architekten Wolfgang Hein aussehen.

Foto: Heiko Kempken / Heiko Kempken / FUNKE Foto Services

Dinslaken.   Architekt Wolfgang Hein stellte bei der Versammlung des Freibadvereins seinen Plan zu „Revitalisierung“ des Freibades Dinslaken-Hiesfeld vor.

„Es geht.“ Für diese erlösenden Worte bekam Wolfgang Hein Szenenapplaus der etwa 150 Zuhörer. Der Architekt und Vizepräsident des Deutschen Schwimmverbandes stellte bei der Versammlung des Freibadvereins im „Huberts“ seine Pläne für das Freibad Hiesfeld vor. Und erklärte, warum er für machbar hält, was laut Gutachten der Stadtwerke unmöglich sein soll.

Das ist die Planung

Wolfgang Hein – der unentgeltlich für den Freibadverein arbeitet – präsentierte keine komplette Planung sondern eine Skizze, wie er es nennt. Das Schwimmerbecken an der Stelle des vorherigen, daneben ein Kinderbecken mit Spraypark, auf der anderen Seite ein neues Technikgebäude. Auch eine Variante mit einem 50-Meter-Becken stellte er vor.

Das ist die Technik

Das neue Becken würde in das alte montiert. Um eventuelle Verschiebungen der Überlaufrinne rund ums Becken auszugleichen, schlägt der Architekt eine höhenverstellbare Rinne vor. Der obere Teil des Betonrands des alten Beckens – der Beckenkopf – würde abgesägt, die Edelstahlrinne darauf montiert. Da sie auf Stellschrauben sitzt, sei sie nachträglich justierbar.

Damit verbunden sind Beckenwände aus Edelstahl, der Boden wird mit Folie ausgekleidet. Es sei aber auch möglich, mit einem kompletten Edelstahlbecken zu arbeiten.

Mögliche Absenkungen des Bodens in dem Bereich hält der Architekt nach so langer Zeit für unwahrscheinlich – „der Boden ist zur Ruhe gekommen“ – und sie ließen sich unter normalen Umständen auch mit der geplanten Rinne ausgleichen. Ein Risiko bliebe aber immer – wie bei jedem Bau. Auch die heute übliche Umstellung der Wasserdurchströmung – von längs auf quer – stelle kein Problem dar.

Das sind die Kosten

Die Kosten für die Sanierung inklusive Bau des Technikgebäudes beziffert Hein mit 2,9 Millionen Euro (plus konjunkturbedingte Risikozuschläge), für ein 50-Meter Becken lägen die Kosten bei 4,5 Millionen Euro (plus Zuschläge).

Und die Bürgschaft?

Der Architekt lacht. Die von der Stadt per Ratsbeschluss verlangte Bürgerschaft über die komplette Bausumme hält Hein schlicht für „unseriös. Das habe ich noch nie erlebt“.

Im Rahmen der „normalen Gewährleistung“ hafte er selbstverständlich. Kritik übte er zudem daran, dass das Becken seit Jahren leer stehe. „Man darf ein Becken grundsätzlich nur für die Reinigungszeit ohne Wasser lassen.“ Ohne Füllung treibe das Becken hoch – so seien auch die in einem der Bodengutachten genannten Messabweichungen an einer Stelle im Laufe der vergangenen zwei Jahre zu erklären.

So geht es weiter

Bürgermeister Michael Heidinger ist wie angekündigt zur Mitgliederversammlung nicht erschienen. Dafür gab es Buhrufe und einzelne Stimmen, die verlangten, ihm die Vereinsmitgliedschaft zu entziehen.

Der Vorsitzende des Freibadvereins, Thomas Giezek, äußerte dennoch Verständnis für Heidinger – auch, wenn von diesem „heute keine Stellungnahme erwartet worden wäre.“ Der Entwurf gehe dem Stadtoberhaupt nun zu. Auch sei der Aufsichtsrat der Stadtwerke gebeten worden, den Architekten zur Vorstellung der Planung einzuladen. Am Dienstag, 2. Juli entscheidet der Stadtrat über das weitere Vorgehen.

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