WAHL

Das sagen Dinslakener Politiker zur Bundestagswahl

Zur Einstimmung gab es schon vor der ersten Hochrechnung ein Bier: die Dinslakener FDP vor und erste recht nach der Präsentation der Ergebnisse der Bundestagswahl im Rathaus Dinslaken in Feierlaune.

Zur Einstimmung gab es schon vor der ersten Hochrechnung ein Bier: die Dinslakener FDP vor und erste recht nach der Präsentation der Ergebnisse der Bundestagswahl im Rathaus Dinslaken in Feierlaune.

Foto: aha

Dinslaken.   Von „Katastrophe“ bis „erschreckend“ – während bei den großen Parteien in Dinslaken Katerstimmung herrschte, ließ die FDP die Korken knallen.

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Betretene Stille herrschte im Dinslakener Rathaus bei der Verkündung der ersten Hochrechnung: schwere Verluste für die großen Parteien bei der Bundestagswahl 2017, über 13 Prozent für die AfD. Nur beim FDP-Ergebnis kam Jubel auf - die Dinslakener Liberalen hatten den Champagner vorsorglich mitgebracht und prosteten sich zu.

Bürgermeister Michael Heidinger fordert Konsequenzen

„Die erwartbare Katastrophe, wir haben das schlechteste Wahlergebnis der Nachkriegsgeschichte erzielt.“ So kommentierte Dinslakens Bürgermeister Dr. Michael Heidinger das Ergebnis und forderte Konsequenzen: „Die SPD muss sich vollkommen neu aufstellen. Das ist die Botschaft des heutigen Abends“, so Heidinger. Die Absage der SPD an eine Koalition sei „absolut richtig“. Nicht nur die SPD, die ganze Koalition sei „abgewählt worden.“ Es müsse in Deutschland „neue Konstellationen geben.“

Der Auftrag der Wähler an die SPD sei, in die Opposition zu gehen. Soziale Gerechtigkeit reiche als Thema nicht aus, um Volkspartei zu sein. Energiepolitik, Sicherheitspolitik, das Auseinanderdriften der Gesellschaft unter Kontrolle zu bringen, das seien weitere Aufgaben.

Wansing: Keine Alternative zu Jamaika

Auch bei der CDU in Dinslaken war die Freude übersichtlich. „Die Zufriedenheit ist sehr begrenzt an diesem Abend“, kommentierte der Fraktionsvorsitzende Heinz Wansing. Zwar sei es erfreulich, dass die CDU „mit deutlichem Abstand vor allen anderen Fraktionen in den Bundestag einziehen wird und dass Angela Merkel für ihre Regierungspolitik honoriert wird.“ Das Abschneiden der AfD bezeichnete Wansing als „erschreckend.“

Die Jamaika-Koalition aus CDU, FDP und Grünen sei ohne Alternative. Die SPD habe sich „entzogen, sicherlich aus guten Gründen aus ihrer Sicht.“ Es bleibe „die Frage, was ist an anderen Koalitionen außer Jamaika möglich: nämlich nichts.“ Wobei Übereinstimmungen mit der FDP zu finden „das kleinere Problem“ sein könnten - zumindest auf den ersten Blick. Ein „schwieriger Prozess“, so Wansing, der mahnt: „Sollte eine solche Koalition nicht zustande kommen, dann haben wir eine Situation, die möglicherweise Neuwahlen als letzte Möglichkeit bieten würde.“ Deswegen seien CDU/CSU, FDP und Grüne „verdonnert, eine Lösung für unser Land zu finden.“

Schampus von der FDP - da winkten die Grünen ab

Das erste Koalitionsangebot in Form eines Gläschens Schampus des FDP-Vorsitzenden Mirko Perkovic lehnte Lilo Wallerich (Grüne) zwar abends im Rathaus spontan ab. Dennoch könne sich ihre Partei dem nicht verschließen. Sie sei „nicht sehr für die Jamaika-Koalition“. Aber: „Demokratische Parteien müssen eine Regierung bilden, sonst gibt es Neuwahlen.“. Also müssen die Grünen „verhandeln, und ich bin gespannt, wie sie die grünen Themen umsetzen.“

Ganz besonders gratulierte Lilo Wallerich dem Dinslakener Bundestagskandidaten Patrick Voss, dem jüngsten Kandidaten dieser Wahl. „Er war sehr fleißig, rührig, hat so viel gemacht mit seinem Team.“

Perkovic: „Wir haben kräftig gefeiert“

Die FDP war schon vor der Ergebnisverkündung und danach erst recht in Feierlaune. „Wir freuen uns dass der Erneuerungsprozess der FDP geglückt ist“. Der Zuwachs „wundert uns nicht, auch in Dinslaken wachsen wir.“ 2016 und 2017 haben man in Dinslaken allein 21 neue Mitglieder gewinnen können. „Die liberale Stimme ist nicht nur vor Ort erkennbar sondern kommt jetzt auch in den Bundestag.“ Und, jawohl „wir haben gerade kräftig gefeiert, wir haben Champagner mitgebracht. Wir haben in vier Jahren immer gehofft, dass uns das glückt – und jetzt ist es uns geglückt.“

Weitere Berichte zur Bundestagswahl in Dislaken, Voerde und Hünxe finden Sie hier:

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