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Das sagt Minzenmay zum Führungsstreit der FDP Dinslaken

Damals zogen noch alle an einem Strang: Gerald Schädlich (li.), Bernd Helmut Minzenmay (4.v.li) und Mirko Perkovic (2.v.re.) nach der FDP-Vorstandswahl 2006.

Foto: PRIVAT

Damals zogen noch alle an einem Strang: Gerald Schädlich (li.), Bernd Helmut Minzenmay (4.v.li) und Mirko Perkovic (2.v.re.) nach der FDP-Vorstandswahl 2006. Foto: PRIVAT

Dinslaken.   Der ehemalige FDP-Fraktionsvorsitzende äußert sich erstmals zu Gerald Schädlichs Ausschluss aus der Dinslakener FDP-Fraktion vor acht Jahren.

Der frühere Fraktionsvorsitzenden Bernd Helmut Minzenmay hat sich im FDP-Streit zu Wort gemeldet. Eine entsprechende Stellungnahme, die auch der NRZ vorliegt, las FDP-Chef Mirko Perkovic bei einer Versammlung am Mittwochabend vor.

Darum geht es: Parteichef Mirko Perkovic hatte den sachkundigen Bürger und ehemaligen FDP-Ratsherrn Gerald Schädlich öffentlich bezichtigt, Mitglieder aus dem Familienkreis anzuwerben, um mit deren Stimmen den FDP-Vorstand übernehmen zu können. Schädlich wies das von sich – es gebe „bisher keine Bestrebungen“, den Vorstand zu übernehmen. Er seinerseits warf Perkovic unter anderem vor, einen Fehlbetrag in der Parteikasse nicht aufzuklären. Perkovic hänge „alten Strukturen und Handlungsweisen aus der überwunden geglaubten Minzenmay Ära“ nach, laut Schädlich eine „Zeit der Intrigen und Denunziationen.“

Schädlich wurde 2010 aus der Fraktion ausgeschlossen

Minzenmay hatte Schädlich im Jahr 2010 aus der Fraktion ausgeschlossen, die Gründe damals aber öffentlich nicht genannt. Er habe diesen Bruch sehr bedauert, schreibt er nun, und Schädlich „stets als aufrichten Liberalen gesehen“. Dennoch habe Schädlichs „persönliches Verhalten“ seinerzeit zum Ausschluss aus der Fraktion geführt.

Kurz nach Beginn der Ratsperiode 2009 bis 2014 hätten sich laut Minzenmay „erhebliche“ Überschüsse auf dem Konto der Fraktion befunden. Diese hätten aus den „städtischen Zuwendungen der vorangegangenen Ratsperiode“ gestammt und seien „nach meiner Anordnung an die Stadtkasse zurückzuzahlen.“

Schädlich: "Das ist frei erfunden"

Dieser Anordnung hätten Gerald Schädlich und ein sachkundiger Bürger der FDP „vehement“ widersprochen: „Beide forderten, die der Stadtkasse zustehenden Beträge rückwirkend für die vorangegangene Ratsperiode als Honorar des Fraktionsgeschäftsführers – dieses Amt war durch Gerald Schädlich bekleidet worden – zu deklarieren. Ich habe dieses Ansinnen damals abgelehnt, und damit wäre die Sache für mich erledigt gewesen,“ so Minzenmay. Als Gerald Schädlich sich dann „leider mit voller entsprechender Begründung, beim Kreisvorstand der FDP darüber beschwerte, ich könne mit Geld nicht umgehen und würde das Vermögen der Fraktion verschleudern und die Angelegenheit somit eine breite Öffentlichkeit erreicht hatte, hatte ich gar keine andere Wahl, als den Auschluss von Gerald Schädlich und seines Unterstützers aus der Fraktion zu beantragen.“

„Das ist frei erfunden“, sagt dazu Gerald Schädlich auf Nachfrage der NRZ. „Zu keinem Zeitpunkt habe ich wörtlich oder sinngemäß derartigen Schwachsinn von mir gegeben“, sagt er. „Man könne nicht mit mir zusammenarbeiten“, das sei die Begründung von Minzenmay und Perkovic für den Parteiausschluss gewesen. Schädlich erwägt juristische Schritte einzuleiten. Dr. Michael Terwiesche, Kreisvorsitzender der FDP, kann sich zwar daran erinnern, dass es damals „Streitigkeiten wegen der Fraktionsgelder“ gab, in die internen Vorgänge sei er aber auch nicht involviert gewesen.

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