„Geheimtipps“

Rund um Dinslaken: Lohnenswerte Ziele abseits des Trubels

Der Stuhl im Burginnenhof ist ein beliebtes Motiv.

Der Stuhl im Burginnenhof ist ein beliebtes Motiv.

Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Services

Dinslaken/Voerde/Hünxe.  Die Heimat aus der Vogelperspektive sehen, einen Blick in die Stadtgeschichte werfen – wir stellen Orte vor, die einen Besuch wert sind.

Auf einen großen roten Stuhl klettern, die Heimat aus der Vogelperspektive sehen, einen besonderen Blick in die Stadtgeschichte werfen oder dem Niedergang eines Grafengeschlechtes, das in Voerde ansässig war, zusehen – wir haben vier Tipps gesammelt, die Sie in Dinslaken, Voerde und Hünxe einmal ausprobiert haben sollten.

Ein Foto mit dem roten Stuhl

Ein wenig versteckt im Burginnenhof, direkt neben den Fenstern zum Ratssaal des Dinslakener Rathauses, steht ein riesenhafter, leuchtend roter Stuhl. Das Sitzmöbel misst etwa 2,50 Meter in der Höhe und ein weißer Dinslaken-Schriftzug ziert den oberen Teil der Rückenlehne. Eine Plakette unter der Sitzfläche weist darauf hin, dass es sich bei dem Stuhl um eine Spende des Lions Club Dinslaken 2012 handelt. „Der Stuhl wurde wohl von der Tischlerei Trenz hergestellt, die es heute leider nicht mehr gibt“, sagt Marcel Sturm, Pressesprecher der Stadt Dinslaken.

Seit der Stuhl im Burginnenhof steht, dient er immer wieder als Requisit für besondere Bilder. „Der Stuhl wird immer gern für Fotos genutzt“, erzählt Marcel Sturm. „Oft werden die Kinder auf den Stuhl gesetzt, um Fotos von ihnen zu machen und auch Paare lassen sich gerne auf dem Stuhl fotografieren“, sagt der Pressesprecher der Stadt. Das Probesitzen auf dem besonderen Sitzmöbel ist natürlich erlaubt und man kommt sich schon ein wenig königlich vor, wenn man auf dem überdimensionierten Sitzmöbel im Burginnenhof thront.

Und noch einen weiteren Vorteil hat das besondere Sitzmöbel: Es ist fast jederzeit zugänglich. „Wenn nicht gerade besondere Veranstaltungen im Burginnenhof stattfinden, ist der 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche geöffnet“, sagt Marcel Sturm. Wer also selbst mal auf dem übergroßen Sitzmöbel Platz nehmen oder ein besonderes Motiv mit Dinslaken-Thema vor die Kamera bekommen möchte, der wird bei einem Besuch im Dinslakener Burginnenhof schnell fündig.

Von der Schwarzen Heide aus im Segelflugzeug durchstarten

Einmal aus der Vogelperspektive die Heimat sehen und einen Blick auf den Rhein werfen. Wer diesen Traum schon immer hatte, der kann ihn an der Schwarzen Heide in die Tat umsetzen. Der Luftsportverein Dinslaken bietet Schnupperfliegen und Gastflüge an – für alle, die sich schon immer in den Himmel wagen wollten. „Wir sind immer auf der Suche nach neuen Mitgliedern und wollen Menschen für unseren Sport begeistern“, sagt Ralf Willuns, der Vorsitzende des Vereins.

Genau dafür bietet der Verein die Flüge im Doppelsitzer-Segelflugzeug an. Für 25 Euro kann man sich als Fluggast mit dem Segelflieger in die Lüfte wagen. „Das ist unser Selbstkostenpreis“, sagt Ralf Willuns. Wer etwas mehr in den Luftsport hineinschnuppern möchte, kann auch gleich einen Monat lang auf Probe Mitglied im Verein werden. Für 100 Euro kann man in dieser Zeit gleich vier Mal als Fluggast von der Schwarzen Heide abheben. „Man muss nur das richtige Wetter abpassen“, erklärt Ralf Willuns. Denn die Segelflieger sind natürlich von der Thermik abhängig. Fehlt die, so kann es sein, dass man schon nach knapp zehn Minuten wieder auf dem Boden steht. „Aber so ein Flug kann auch gerne mal 30 Minuten oder noch länger gehen“, so der Vorsitzende des Luftsportvereins Dinslaken.

Dabei gibt es aus der Luft immer etwas zu sehen. „Der Niederrhein ist eine abwechslungsreiche Gegend“, sagt Ralf Willuns. Ob Wiesen, Wälder oder den Rhein – es gibt immer etwas zu sehen. „Bei gutem Wetter sogar das Schalker Stadion“, sagt Ralf Willuns. Mehr Informationen auf www.luftsportverein-dinslaken.de

Auf Stadttour mit dem Dinslakener Nachtwächter

Zu einem besonderen Blick in die Stadtgeschichte nimmt Gästeführer Eduard Sachtje regelmäßig seine Gäste mit. Als Nachtwächter Heinrich Denkhaus führt er durch die Dinslakener Geschichte. „Der Nachtwächter erzählt allgemein etwas zur Geschichte und ist dabei recht locker“, erklärt Eduard Sachtje. Denn die Figur in schwarzem Gewand und mit Hellebarde ist nicht die einzige Rolle, in die der Gästeführer schlüpft.

Als Landrat Julius Heinrich von Buggenhagen berichtet er aus der Dinslakener Geschichte um das Jahr 1820 – mit dunklem Mantel und Zylinderhut ausgestattet. Und schließlich geht er mit Wanderstab in der Hand als Heinrich Schlitzohr, Zimmermann auf der Walz, durch die Stadt und erklärt den Ursprung von bekannten Redewendungen. Warum sollte zum Beispiel ein Schiff „mit Mann und Maus untergehen“? Eduard Sachtje kennt die Antwort: „Das heißt eigentlich mit Mann und Meisje und kommt aus dem Niederländischen“, erklärt er. „Außerhalb der Niederlande wurde dann aus dem Meisje die Maus.“ Solche und andere wissenswerte Geschichten hat Eduard Sachtje in allen seinen Rollen parat.

Dabei ist er nicht der einzige kostümierte Gästeführer in der Stadt. Auch mit Hexe Ulanth Dammertz (Beate Hettmer) kann man Dinslaken erkunden.

Theaterstücke in Spellen

Alles begann mit dem Stück „Der Graf von Heidelust“ des Voerder Heimatdichters Paul Schlichthaar. Seit 1954 wird das Stück regelmäßig in Spellen aufgeführt. Bis 2002 führten die Sänger des Männergesangvereins Spellen das Theaterstück auf. In diesem geht es um den Niedergang eines Grafengeschlechtes, das in Voerde ansässig war. Mit der Auflösung des Vereins gingen die Rechte am Stück an die Bürgerinteressengemeinschaft (BIG) Spellen über. „Wir haben uns das Ziel gesetzt, das Stück in regelmäßigen Abständen aufzuführen“, sagt Manfred Ridderskamp vom Vorstand der BIG Spellen. „Wann es das nächste Mal aufgeführt wird, kann aber noch niemand sagen“, ergänzt er.

Zuletzt gab es das Heimatstück 2015 auf der Bühne in Spellen zu sehen. Aus dem Kreis der Darsteller hat sich allerdings die Theatergruppe „Heideluster“ formiert, benannt nach dem bekannten Theaterstück von Paul Schlichthaar. Die Gruppe bringt in regelmäßigen Abständen Stücke in Spellen auf die Bühne. Diese sind, wie auch der „Graf von Heidelust“ unterhaltsame und lustige Schwankstücke, die das Publikum der „Heideluster“ oftmals zum Lachen bringen. Wohl auch deshalb sind die Vorstellungen der „Heideluster“ meistens ausverkauft.

Damit rechnet Manfred Ridderskamp auch jetzt schon, wenn irgendwann wieder der „Graf von Heidelust“ zur Aufführung kommt. „Das Interesse an dem Stück ist nach wie vor vorhanden“, sagt er. Bis dahin sind aber auch die anderen Aufführungen der „Heideluster“ in Spellen immer einen Besuch wert.

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