Solarenergie

Denkmalschutz - Photovoltaikanlage in Hünxe wird abgelehnt

Der Installation von Solarmodulen steht nichts entgegen, wenn das  Gebäude nicht ein Denkmal ist.

Foto: Tanja Pickartz

Der Installation von Solarmodulen steht nichts entgegen, wenn das Gebäude nicht ein Denkmal ist. Foto: Tanja Pickartz

Hünxe.   Auf dem Stallgebäude eines Guthofes in Hünxe sollen 222 Solarmoduleinstalliert werden. Der Denkmalschutz verhindert aber das Projekt

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Die Energiewende ist gewünscht, doch dürfen nicht überall Photovoltaikanlagen installiert werden. Das erfährt nun ein Hünxer, der auf dem Dach eines Stallgebäudes seines Gutshofes eine 372 Quadratmeter große Anlage errichten wollte. Verhindert wird das Projekt durch die Vorschriften des Denkmalschutzes. In einer Vorlage für den Planungs- und Umweltausschuss folgt die Gemeindeverwaltung den Ausführungen des Amtes für Denkmalpflege und deshalb lautet der Beschlussvorschlag, dass die denkmalrechtliche Erlaubnis für die Errichtung der Photovoltaikanlage nicht erteilt wird.

Eine denkmalrechtliche Erlaubnis ist zu erteilen, wenn Gründe des Denkmalschutzes nicht entgegenstehen oder ein öffentliches Interesse die Maßnahme verlangt, erläutert die Verwaltung in ihrer Vorlage. Beides trifft nach Auffassung der Verwaltung aber nicht zu. Das äußere Erscheinungsbild würde durch die Installation der Photovoltaik-Module nachhaltig beeinträchtigt. „Sie würden als moderne Bauelemente - insbesondere durch die geplante Größe - auf dem Dach als Fremdkörper wahrgenommen werden“, heißt es in der Vorlage. Das Amt für Denkmalschutz spricht von einer „Unvereinbarkeit von Konstruktion und Material“. In diesem Fall soll das Erscheinungsbild der historischen Ziegeldachfläche des Stallgebäudes verändert werden. Sie bildet aber einen wesentlichen Bestandteil der Außenerscheinung eines Baudenkmals. Auf der bis jetzt ungestörten Dachfläche werde sich eine Photovoltaikanlage optisch deutlich von der vorhandenen braun-roten Ziegeldeckung abgrenzen. „Der bewahrte integere Zustand der Dachfläche würde zerstört“, zitiert die Gemeindeverwaltung aus der Stellungnahme des Amtes für Denkmalpflege. Die Anlage werde so zu einer umfassenden technischen Überfremdung des historischen Wirtschaftsgebäudes führen.

Photovoltaikanlagen sind auf Dächern in besonderen Einzelfällen denkmalfachlich vertretbar, wenn sie sich in ihrer Größe eindeutig unterordnen und vom öffentlichen wie halböffentlichen Raum nicht einsehbar sind. Es dürfen sich keine Auswirkungen auf die Erscheinung des Baudenkmals ergeben.

Bei dem Denkmal handelt es sich um eine in den Jahren 1924 und 1925 errichtete Vierkanthofanlage in Mischbauweise. Neben dem Wohnhaus sind noch Scheunen, Ställe, Lager- und Vorratsräume sowie ein Wasch- und Backhaus vorhanden. Das Objekt stellt eine Bedeutung für die Geschichte der Menschen und für die Gemeinde Hünxe dar.

INFOS: Ausschuss tagt am 26. April

Die Sitzung des Planungsausschusses beginnt am Mittwoch, 26. April, um 17 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses, Dorstener Straße 24.

Auf der Tagesordnung steht unter anderem auch die 5. vereinfachte Änderung des Bebauungsplanes Nr. 12 „Stratenwerthshof“.

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