Wirtschaft

Deponie Wehofen: Weitere Gutachten werden ausgelegt

ThyssenKrupp Steel Europe möchte die Deponie Wehofen um einen weiteren Bauabschnitt erweitern.

ThyssenKrupp Steel Europe möchte die Deponie Wehofen um einen weiteren Bauabschnitt erweitern.

Foto: Hans Blossey

Dinslaken.   Ein Ende des Verfahrens ist auch zwei Jahre nach dem Erörterungstermin noch nicht abzusehen. ThyssenKrupp hofft auf ein zügiges Vorankommen.

Das Jahr 2017 wird möglicherweise verstreichen, ohne dass es eine Entscheidung über die beantragte Erweiterung der Deponie Wehofen geben wird. Vor gut zwei Jahren führte die Bezirksregierung den Erörterungstermin in der Stadthalle Walsum durch.

ThyssenKrupp Steel Europe hatte den Antrag gestellt, eine Reihe von Anwohnern hatten im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens Einwände und Anregungen eingereicht. Nun hofft der Stahlproduzent auf ein „zügiges Vorankommen“, denn die Erweiterung der Deponie sei wichtig für die Stahlproduktion im Duisburger Norden.

Ergänzende Unterlagen wurden eingefordert

Auf Anfrage teilte die Bezirksregierung Düsseldorf mit, dass seit dem Erörterungstermin am 21. und 22. September 2015 alle Einwendungen, die fristgerecht eingereicht wurden und über die bei dem Erörterungstermin keine Einigung erzielt werden konnte, bearbeitet wurden.

Zwischenzeitlich seien ergänzende Unterlagen von ThyssenKrupp eingefordert und vom Unternehmen auch beigebracht worden. Insbesondere für die Bereiche Immissionsschutz und Wasserwirtschaft bestand ein Überarbeitungs- bzw. Ergänzungsbedarf der vorhandenen Gutachten, heißt es in der Stellungnahme der Bezirksregierung.

Die öffentliche Auslegung wird vorbereitet

Diese neu eingereichten Unterlagen seien zwischenzeitlich von der Behörde geprüft worden und aktuell werde die öffentliche Auslegung ergänzender Antragsunterlagen vorbereitet. Deshalb könne zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage getroffen werden, wann mit einer Entscheidung zu rechnen sei. Maßgeblich von dem Ergebnis der neuen Auslegung hänge es ab, ob die Bezirksregierung noch in diesem Jahr eine Entscheidung fällt.

Die lange Dauer des Verfahrens begründet die Bezirksregierung damit, dass in dem Erörterungstermin über 50 Anträge gestellt wurden. „Aufgrund dieser Anträge und der Erkenntnisse aus dem Erörterungstermin war eine weitergehende Sachverhaltsermittlung, insbesondere auf den Gebieten des Immissionsschutzes und der Wasserwirtschaft erforderlich“, heißt es in der Stellungnahme.

Gründe für eine Neuansetzung liegen nicht vor

ThyssenKrupp habe daraufhin Ergänzungen beziehungsweise Überarbeitungen vorhandener Gutachten vorgenommen.

Auch wenn nun fast zwei Jahre seit dem Erörterungstermin vergangen sind, habe diese lange Zeitspanne keine Auswirkung auf das Verfahren. Wie die Bezirksregierung mitteilt, liegen Gründe für eine Neuansetzung des Verfahrens weiterhin nicht vor.

Neu ausgelegt werden ein Gutachten zu den Auswirkungen des dritten Bauabschnitts auf die Grundwassertemperaturen und die Gewässerchemie in der Umgebung sowie ein gewässerökologisches Gutachten. Ergänzend werden auch Stellungnahmen und Gutachten zu Geräuschimmissionen und zur Staubimmissionsprognose ausgelegt.

Ein konkreter Termin steht noch nicht fest

Die Auslegung der ergänzenden Unterlagen werde nach den Sommerferien stattfinden, aber ein konkreter Termin steht nach Auskunft der Bezirksregierung noch nicht fest. Die betroffenen Kommunen werden die Unterlagen innerhalb von drei Wochen nach Zugang für die Dauer eines Monats zur Einsichtnahme auslegen.

Bei ThyssenKrupp geht man davon aus, dass in Kürze die erneute Auslegung von Unterlagen erfolgen wird. „Wir hoffen, dass das Planfeststellungsverfahren zügig vorankommt“, so Erik Walner von ThyssenKrupp.

Für ThyssenKrupp ist es von großer Bedeutung

Denn die Erweiterung der bestehenden Deponie durch einen neuen Abschnitt sei von großer Bedeutung im Hinblick auf die Standortsicherung der Stahlproduktion in Duisburg, für die eine langfristige, umweltverträgliche Entsorgung ein wesentliches Fundament bildet.

Das Unternehmen verweist drauf, dass die Zukunft des Werks in Duisburg auch für Dinslaken eine große Rolle spiele: Rund 1200 Beschäftigte, die bei ThyssenKrupp in Duisburg arbeiten, leben in Dinslaken.

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