Brauchtum

Der Voerder Nikolaus hat in diesen Tagen viel zu tun

Im Stuhlkreis nahm der Nikolaus alias Pastoralreferent Markus Gehling gestern bei seinem Besuch im Marienkindergarten in Möllen Platz und begrüßte Kinder, Eltern und Erzieherinnen.

Foto: Lars Fröhlich

Im Stuhlkreis nahm der Nikolaus alias Pastoralreferent Markus Gehling gestern bei seinem Besuch im Marienkindergarten in Möllen Platz und begrüßte Kinder, Eltern und Erzieherinnen. Foto: Lars Fröhlich

Voerde.   Pastoralreferent Markus Gehling besuchte gestern den Marienkindergarten in Möllen. Über 40 Kinder mit Eltern und Erzieherinnen feierten mit ihm.

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Auch der Voerder Nikolaus ist in diesen Tagen ein viel beschäftigter Mann: Am Sonntag wurde er an der Pauluskirche in einer Kutsche empfangen, gestern Morgen besuchte er den Marienkindergarten in Möllen, am Nachmittag die Kommunionkindergruppen in privaten Häusern, heute ist der Nikolaus bei den ersten Klassen in der Otto-Willmann-Schule zu Gast. Stellvertretend für alle Termine begleitete die NRZ den Nikolaus alias Pastoralreferent Markus Gehling gestern beim Besuch im Familienzentrum in Möllen.

„Ich glaube, ich habe etwas gehört, setzt euch alle bitte schnell in den Stuhlkreis“, drängt Stephanie Schuster, Leiterin im Marienkindergarten. Gut 40 Kinder, viele mit ihren Eltern, versammeln sich an diesem Morgen im geschmückten Saal, eng um die schön dekorierten Frühstückstische gruppiert. Einige Kinder seien krank, manche muslimische wollten nicht dabei sein, weiß die Leitung. Kurz zuvor wurde in den drei Gruppen (Regenbogen, Gänse, Marienkäfer) noch einmal das Nikolauslied geübt.

Dann läutet eine Kuhglocke und die gespannt-freudige Erwartung löst sich: Ein großer Mann mit weißem Bart, goldenem Gewand, Stola, Bischofsmütze, Hirtenstab und weißen Handschuhen betritt langsamen Schrittes den Raum und alle singen: „Sei gegrüßt, lieber Nikolaus“. – „Das habt ihr super gemacht. Jetzt weiß ich, warum ich jedes Jahr so gern zu euch in den Kindergarten komme.“ Der Nikolaus begrüßt alle Besucher und setzt sich auf den angewiesenen Ehrenplatz neben dem Tannenbaum. Ein Kind darf das goldene Buch tragen. „Darin stehen kleine Fehlerchen von Mama und Papa, Kinder machen ja immer alles richtig“, erklärt der heilige Mann mit einem Augenzwinkern. Laura und Jakob treten vor, geben dem Nikolaus die Hand und sagen ein kurzes Gedicht auf.

„Was wisst ihr über den heiligen Nikolaus? Wo hat er gelebt?“, gibt Markus Gehling drei Antwortmöglichkeiten vor: „Holland“, „Bayern“, „Türkei“. Die meisten Kinder wissen Bescheid und Gehling erzählt die Geschichte vom kleinen türkischen Dorf Myra mit Hafen. Einmal sei ein Schiff in einen Sturm gekommen – Gehling schwenkt das mitgebrachte Playmobilschiff, die Kinder pusten – und ein der Besatzung unbekannter Mann am Steuer mit rotem Mantel und weißen Haaren habe es sicher in den Hafen gesteuert. „Seitdem mögen Seeleute den Nikolaus ganz besonders.“

Dann wird wieder gesungen, alle vier Strophen von „Lasst uns froh und munter sein“, Marie sagt ein zweites Gedicht auf und fragt den Nikolaus: „Wann besuchst du mich?“ Bevor Gehling seine in einem Leinensack mitgebrachten Geschenke – natürlich Schokoladen-Nikoläuse – an die Kinder verteilt („aber erst nach dem Frühstück essen“), wird der heilige Mann selbst beschenkt, mit gemalten Bildern und einem gefüllten Socken.

Markus Gehling bittet zwei Kinder zu sich, kleidet sie in kleine Nikolaus-Kostüme mit rotem Umhang, Bischofsmütze und Hirtenstab: „Jeder von euch kann Nikolaus sein, wenn er lieb ist und anderen eine Freude macht. Es war schön bei euch.“ Dann winkt der Nikolaus in die Runde und mit dem Schlusslied „Weihnachten ist nicht mehr weit“ wird er verabschiedet.

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