Der Wansing wagt es

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POLITIK. Die CDU will mit ihrem Fraktionsvorsitzenden als Bürgermeisterkandidaten in den Kommunalwahlkampf 2009 ziehen. Kontrahent Jörg Dehm verzichtet. Thomas Groß stand nie zur Verfügung.

DINSLAKEN. Gut eineinhalb Monate ist es her, dass Sabine Weiss' Absicht bekannt wurde, 2009 nicht mehr für das Bürgermeisteramt zu kandidieren. Nach Wochen der Ratespiele steht jetzt fest, mit wem die CDU gegen den SPD-Kandidaten Dr. Michael Heidinger antreten wird. Heinz Wansing, derzeit Fraktionsvorsitzender der Christdemokraten im Stadtrat, will es wagen.

Eine rein interne Lösung

Parteichefin Renate Seidel machte es gestern ähnlich spannend wie zuvor die "Findungskommission". Beide Kandidaten hätten das "Werte- und Anforderungsprofil" erfüllt, womit man offiziell erfuhr, dass neben Wansing nur Stadtkämmerer Jörg Dehm im Rennen war. Beide seien glaubwürdig, würden über Jahre die "Dinslakener Verhältnisse" kennen und seien stark in der Durchsetzung, so die Stadtverbandsvorsitzende. Sie machte klar, dass der stellvertretende Bürgermeister Thomas Groß "nie zur Verfügung gestanden" habe. Auch von einem externen Bewerber wie dem Duisburger Marc Buchholz, Beigeordneter in Kevelaer, sei nie die Rede gewesen.

Letztlich habe Heinz Wansing "Ja!" gesagt. Kämmerer Dehm habe schon vorher zu verstehen gegeben, dass er bei Wansings Kandidatur zurückstehen werde. Dafür sprach CDU-Chefin Renate Seidel ihm ihren Dank aus.

Weiss: "Wir ticken schon sehr ähnlich"

Wansing zeigte sich froh, in seinem internen Konkurrenten einen "erfahrenen Verwaltungsmann weiter an meiner Seite zu wissen". Wichtig sei, dass die CDU in Dinslaken eine eigene Lösung gefunden habe, in der "Schock-Situation" nach dem Verzicht von Sabine Weiss. Der 50-Jährige, Steuerfahnder von Beruf und alleinerziehender Vater, ist seit 1979 aktiv in der CDU-Stadtratsfraktion tätig und seit sieben Jahren deren Vorsitzender. "Wir ticken schon sehr ähnlich. Ich bin sehr sicher, dass er in großen Teilen meine Arbeit fortsetzen wird", kommentierte die Bürgermeisterin die Kandidatur, die Ende September/Anfang Oktober noch von den Delegierten des Stadtverbandes abgesegnet werden muss.

Wansing unterstrich gestern seine enge Verbundenheit mit Dinslaken, der Stadt, in der er seit 50 Jahren lebe: "Ich kenne die Menschen hier." Er wolle vor allem auch der Sprecher der Menschen sein, die sich nicht so wortgewandt äußern können. Auch wenn er sein Wahlprogramm erst im Herbst vorlegen werde, sei eines klar: Er werde bei den für die Stadt existenziellen Themen wie der Bildung oder der Innenstadtentwicklung weiter "Flagge zeigen".

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