Kabarett

Freche Sprüche: Anka Zink in Hünxe zum Weltfrauentag

Anka Zink

Foto: Markus Joosten

Anka Zink Foto: Markus Joosten

Hünxe.   Die Kabarettistin Anka Zink überzeugte ihr Publikum mit ihrer frechen Art. Aber es gab auch ernste Töne in die Gesamtschule.

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Eines fällt beim Betreten der Aula sofort auf: Überdurchschnittlich viele Frauen haben im Zuschauerraum Platz genommen. Nur vereinzelt ist ein Mann zu entdecken. Der Saal ist proppenvoll.

Zum internationalen Frauentag präsentiert Kabarettistin Anka Zink nun in der Gesamtschule Hünxe ein Bühnenprogramm. Ihre freche Art und der teilweise derbe Humor können das Publikum überzeugen. „Wie nennt man einen SUV, in dem eine Blondine mit Gelnägeln sitzt?“, fragt sie herausfordernd. Und gibt selbst die Antwort: „Tussenpanzer.“ Zink erntet lautes Lachen aus dem Publikum, legt noch einen drauf: Auch wenn ein SUV ein Geländewagen sei, habe er „in seinem ganzen Leben“ noch kein Gelände gesehen. So würden die Autos in den Wohnvierteln stehen und nachts rufen: „Ich bin ein Geländewagen, holt mich hier raus!“ Die Wagen hätten Assistenzsysteme, könnten sich aber nicht selber helfen.

Guter Rat unter Schwestern

Ebenso wie die Geländewagen unterhalten auch Anka Zinks Urlaubserfahrungen mit ihrer Schwester die Zuschauer. „Wenn du im Urlaub jemanden kennen lernen möchtest, dann verreis‘ mit jemandem, der so aussieht wie du, nur etwas schlechter“, rät Zink dem Publikum und spielt damit auf ihre Schwester an. Zu ihr habe sie auf Norderney gesagt: „Ich möchte so gerne eine Robbe sehen.“ Ihre Schwester habe daraufhin lediglich geantwortet: „Dann leg dich doch einfach nackt vor den Spiegel!“

Sowohl Anka Zinks Erfahrungen im Sicherheitsbereich des Flughafens als auch die Erzählungen von der Reise nach Ecuador unterhalten das Publikum. Genauso begeistert die überzogene Darstellung der Kommunikation über das Smartphone. Zink reagiert immer wieder spontan auf Äußerungen aus dem Publikum und nimmt diese in ihr Programm auf.

Gleichstellung ist noch keine Realität

„Ich kannte sie schon vorher“, sagt Zuschauerin Rita Matzken über Zink. „Ich finde gut, dass sie eine normale Sprache verwendet und nicht abgehoben ist.“

Organisiert wurde der Abend von Anke Schott, Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Hünxe. Sie machte zu Beginn des Abends darauf aufmerksam, dass die Gleichstellung der Geschlechter noch immer keine Realität sei. So betrage der Frauenanteil im aktuellen Bundestag beispielsweise nur 31 Prozent. „Ich glaube, dass Frauen ermutigt werden müssen“, sagte Schott später. Das Problem seien die geschlechterspezifischen Rollenbilder und die damit verbundenen Erwartungen: „Wenn ich als Frau energisch bin, dann bin ich eine Zicke, wenn nicht, dann bin ich zu lieb.“ Schott wies außerdem darauf hin, dass eine Frauenquote in Unternehmen wichtig sei.

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