Soziales

Die Awo-Kita Im Hardtfeld soll nicht verlagert werden

Flüchtlingsunterkunft und Kindertagesstätte - die Pläne stehen auf dem Prüfstand.

Foto: Lars Fröhlich

Flüchtlingsunterkunft und Kindertagesstätte - die Pläne stehen auf dem Prüfstand. Foto: Lars Fröhlich

Dinslaken/Oberhausen.   Dinslakener Stadtverwaltung empfiehlt, den Beschluss für einen Neubau an der Moltkeschule zu überdenken. Sie führt mehrere Gründe an.

Die Stadtverwaltung nimmt Abstand von der Verlagerung der Awo-Kindertagesstätte Im Hardtfeld. Als die Flüchtlingszahlen anstiegen und sehr hoch waren, kam der Vorschlag auf, die Kita aufzugeben und neben der Moltkeschule ein neues Gebäude zu errichten.

Jetzt teilt die Stadt den Ratsfraktionen in einem Schreiben mit, dass sie empfiehlt, die Entscheidung über eine Verlagerung der Kita zu überdenken. Und führt dazu gleich mehrere Gründe an.

Die Idee ist entstanden, als vor zwei Jahren viele Flüchtlinge nach Dinslaken kamen und sie nicht nur in der Fliehburg, sondern auch auf dem Gelände Im Hardtfeld untergebracht werden sollten.

Im Positionspapier wurde die Verlegung angeregt

Vorgesehen war ein Ausbau. An der Turmstraße sollten bis zu 600 Menschen untergebracht werden. Der Betrieb einer Kita sei durch die „hohe Zahl der auf dem Gelände untergebrachten Geflüchteten beeinträchtigt“, erinnert die Stadt in ihrem jetzigen Schreiben an die damalige Argumentation.

In dem Positionspapier „Glaubhafte Politik für Dinslaken“, das von den Ratsfraktionen SPD, CDU, Grüne, Die Linke und UBV im Februar 2016 präsentiert wurde, war die Auflösung der Kindertagesstätte und die Verlegung an die Moltkeschule angeregt worden.

Die meisten betreuten Kinder kommen aus Oberhausen

Neben der gesunkenen Zahl von Flüchtlingen sprechen, wie die Stadt ausführt, aus heutiger Sicht noch weitere Gründe dafür, diesen Plan nicht weiter zu verfolgen.

Die Kita Im Hardtfeld werde aufgrund der Nachfrage nur noch zweigruppig betrieben. Von den 44 betreuten Kindern kommen 29 aus Oberhausen, zwölf aus Dinslaken und zwei aus Duisburg. Es wird darauf verwiesen, dass die Nachfragen von Eltern aus Dinslaken für einen Platz in dieser Kita kaum vorhanden seien. In den vergangenen drei Jahren habe es in Dinslaken nur sechs Erstwünsche für die Kita Im Hardtfeld gegeben. Eine Warteliste mit Kindern aus Dinslaken habe es nie gegeben.

Öffentlich-rechtliche Vereinbarung besteht seit Jahren

Für einen baldmöglichsten Ersatzbau neben der Moltkeschule gab es im März 2016 den entsprechenden Ratsbeschluss, bekräftigt wurde er im März 2017, als der Kindergartenbedarfsplan 2017/18 beschlossen wurde.

Ein Grund für den Meinungswechsel sind auch die Kosten. Bereits seit einigen Jahren besteht mit Oberhausen eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung zwischen den Kommunen über die Kosten an der Kindertagesstätte.

Awo hat in die Kita investiert

Die Nachbarstadt übernimmt die Kindspauschalen und den Trägeranteil anteilig für die betreuten Kinder aus Oberhausen. Die zu zahlende Summe wird jedes Jahr anhand der aktuellen Zahlen berechnet. Für den Fall einer Verlagerung in einen Neubau, will sich Oberhausen aber nicht an den Abschreibungskosten oder Zinsen beteiligen.

In ihrem Schreiben an die Ratsfraktionen verweist die Stadt auch darauf, dass die Awo, als Träger der Einrichtung, den Kindergarten durch Investitionen aufgewertet hat und er für die Betreuung von unter Dreijährigen hergerichtet worden ist.

Die Verwaltung schlägt vor, bis zu einer Entscheidung über den Bau von weiteren Häusern zur Flüchtlingsunterbringung Im Hardtfeld, von einer Verlagerung der Kita abzusehen.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik