BAUSTELLE

Die Bergerstraße in Dinslaken wird ein Jahr zur Baustelle

Thomas Wagener, Leiter Planungsabteilung Kottowski Ingenieurgesellschaft, informierte die Anwohner bei der Versammlung im P-Dorf in Dinslaken über die Sanierungspläne.

Thomas Wagener, Leiter Planungsabteilung Kottowski Ingenieurgesellschaft, informierte die Anwohner bei der Versammlung im P-Dorf in Dinslaken über die Sanierungspläne.

Foto: Gerd Hermann

Dinslaken.   Auf der Berger- und Gärtnerstraße in Dinslaken werden ab Mai Straßenbelag und Kanäle saniert. Die Arbeiten sollen bis Mai 2020 dauern.

Der Landesbetrieb Straßen NRW und die Stadt Dinslaken wollen die Berger-und Gärtnerstraße zwischen Ziegel- und Kirchstraße sanieren. Deswegen wird der Autobahnzubringer ab Mai 2019 für etwa ein Jahr teilweise gesperrt. In einer Versammlung informierten Stadt und Landesbetrieb die Anlieger über die Planungen.

Darum wird gebaut

Der Zustand der Straße lässt in dem etwa zwei Kilometer langen Abschnitt zu wünschen übrig und der Straßenquerschnitt entspricht nicht mehr den Standards. Die Straße ist 7,50 Meter breit, die Parkplätze zwischen 2 und 2,50 Meter. Auf dem Schutzstreifen zwischen Parkbuchten und Radweg wird häufig geparkt, so dass Radfahrer durch öffnende Autotüren gefährdet sind. Überhaupt herrsche hoher Parkdruck. Anwohner berichten von Fahrzeugen, die dauerhaft auf dem Gehweg parken.

In der Ortsdurchfahrt Oberlohberg im Bereich zwischen Kirchstraße und Heideweg sind zudem die Kanäle sanierungsbedürftig. Diese sind zu klein, gerissen, es gibt Rohrbrüche, das Gefälle stimmt nicht – eine Folge des Bergbaus. Da die Rohrleitungen Mischwasser führen – also auch Abwasser – „sollte es nicht ins Grundwasser sickern“, so Thomas Wagener (Kottowski Ingenieurgesellschaft).

Das wird gemacht

Der Landesbetrieb Straßen NRW will die Straßenoberfläche zwischen Kirchstraße und Ziegelstraße erneuern. Die Straße soll schmaler werden – 7 statt 7,50 Meter. Damit sollen auch Raser ausgebremst werden. Die Parkstreifen sollen 2,50 Meter breit sein. Die Bordsteine zwischen Parkstreifen und Rad-/Gehweg werden erhöht. Damit soll vermieden werden, dass Autos auf dem Schutzstreifen parken, außerdem fließt so das Straßenwasser nicht mehr in Richtung Häuser. Die Grundstückszufahrten werden mit Rampensteinen gestaltet. Die vier Bushaltestellen werden barrierefrei. Zudem hält der Bus nicht mehr in einer Bucht sondern an der Straße. Die Querungshilfen werden verbreitert, an der Kirchstraße kommt möglicherweise eine weitere hinzu. Hier muss aber noch geprüft werden, ob sie die Zufahrt zum Garagenhof in dem Bereich behindern würde.

Zwischen Bergerfeld und Kirchstraße sollen sechs neue Parkplätze entstehen, in der Einladung war von acht Parkplätzen die Rede. Die Stadt erneuert die Kanäle zwischen Kirchstraße und Heideweg. Statt der zwei kleinen Kanäle soll nun ein größerer gebaut werden.

Das ist der Zeitplan

Die Arbeiten werden in mehreren Abschnitten durchgeführt. Los geht es am 6. Mai 2019, Ende Mai 2020 soll alles fertig sein. Die Straße wird für den Durchgangsverkehr gesperrt, eine Umleitung über Haniel- und Hünxer Straße ausgeschildert. Für Anlieger ist sie einseitig in Richtung Autobahn befahrbar. Die Zufahrten zu den Häusern im Bereich der Ortsdurchfahrt Oberlohberg sind wegen der Kanalarbeiten teilweise von 7 bis 17 Uhr, manchmal auch ganztags gesperrt.

Das sind die Kosten

Die Sanierung kostet etwa 1 Million Euro. Die Anlieger werden zu 20 Prozent (30.000 Euro) an den umlagefähigen Kosten für die Straßenentwässerung beteiligt und an 60 Prozent der Kosten für den Parkstreifen (102.000 Euro). Sie sollen etwa 3,70 Euro pro Quadratmeter Grundstück zahlen.

Das sagen Anwohner

Vor allem die Beteiligung an den Parkplätzen stieß auf Kritik der Anwohner. An der Bergerstraße würden häufig Pendler parken, die ihren Wagen nicht auf dem P+R-Platz abstellen wollten, dafür wolle er nicht zahlen, sagte einer. Ein anderer machte darauf aufmerksam, dass er beim Bau seines Hauses die Auflage bekommen habe, dort einen Parkplatz vorzusehen – „dann bezahle ich nicht öffentliche Parkplätze, die ich nicht nutze.“ Ausschlaggebend sei „die Möglichkeit der Inanspruchnahme der Parkplätze“, erklärte Karl-Heinz Linda für die Stadt.

Andere Anwohner wünschen sich weniger Verkehr. Im Lärmaktionsplan der Stadt aus dem Jahr 2014 stand, dass nach dem Bau der Osttangente (Ober-Lohberg-Allee) die Bergerstraße „zurückgebaut“ werden sollte, „um den Verkehr auf die Umgehung zu lenken“, kritisierte ein Anwohner, der sich Tempo 30 in dem Bereich wünscht. „Ich fühle mich verarscht“, schimpfte er angesichts der Erklärung von Straßen NRW, dass es sich um eine Straße handele, die dem überörtlichen Verkehr diene.

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