Wirtschaft

Die Dinslakener Firma Eickhoff besteht seit 120 Jahren

Die Belegschaft und die Firmeninhaber.    

Foto: Privat

Die Belegschaft und die Firmeninhaber.     Foto: Privat

Dinslaken.   An der Gärtnerstraße 104 wurde 1897 das Unternehmen als Baumschule gegründet. Die Firma blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück.

Blumendeko für das Fantastival oder das Pflaster in der Altstadt – mit solchen Arbeiten hat die Firma Eickhoff Garten-, Landschafts- und Tiefbau zu tun. In diesem Jahr kann auf die 120-jährige Firmengeschichte zurückgeblickt werden. Es ist eine wechselvolle Geschichte.

Heute ist Jörg Eickhoff der Chef, gemeinsam mit seinem Vater hat er die Firma ab 1985 geführt, seit 2003 ist er alleiniger geschäftsführender Gesellschafter. Er sagt, er habe unter den vier Firmenleitern die „wirtschaftlich schwerste Zeit durchgemacht“.

Chronik enthält viele Fotos und auch Unterlagen

Beim Blick zurück hilft eine dicke Chronik, die zum 75-jährigen Bestehen ein langjähriger Mitarbeiter erstellt hatte. Sie enthält viele Fotos und Unterlagen, zum Beispiel einen Kaufvertrag aus den Anfangsjahren.

Heinrich Eickhoff sen. gründet 1897 an der Gärtnerstraße 104 eine Baumschule. Dort ist heute noch der Firmensitz. Mit den Jahren wächst der Betrieb. Von 1909 bis 1945 gibt es das Blumengeschäft Eickhoff an der Neustraße 52.

Der 23. März 1945 bedeutet eine Zäsur

Der Sohn des Firmengründers, Heinrich Eickhoff jun., übernimmt 1926 das Unternehmen und erweitert die Tätigkeit des Betriebes auf den Bereich Landschaftsbau. Eine Zäsur bedeutet der 23. März 1945, als bei den Bombenangriffen auf Dinslaken Heinrich Eickhoff jun. ums Leben kommt. Seine Frau Ingeborg führt danach die Firma weiter.

Die Fotos in der Chronik dokumentieren den Wandel, Maschinen werden wichtiger und immer größer. Sie belegen, dass von der Firma unterschiedliche Aufträge übernommen wurden.

Eickhoff-Mitarbeiter legen auch Golfplätze an

Mit Jürgen Eickhoff, der 1958 die Geschäfte übernimmt, expandiert die Firma erneut, der Sportplatzbau kommt hinzu, später legen die Eickhoff-Mitarbeiter sogar Golfplätze an. Erinnert wird an die Teilnahme an öffentlichen Ausstellungen. Für einen Garten auf der Bundesgartenschau in Essen erhält die Dinslakener Firma 1965 eine Goldmedaille, 1980 auf der Landesgartenschau in Xanten ist es eine Ehrenurkunde.

Die Zahl der Mitarbeiter steigt, 40 bis 45 sind es mal. Wichtig ist der Sommer 1972, weil an der Gärtnerstraße das erste Gartencenter Deutschlands eröffnet wird. Pflanzen und Zubehör für die Gartenarbeit gibt es erstmals unter einem Dach.

Die Zahlen sprachen eine deutliche Sprache

Als die Baumärkte größer und dort Gartencenter eröffnet werden, wird es im Gartencenter ruhiger. Die Entscheidung zu treffen, das Center, das einige Jahre verpachtet war, aufzugeben, fiel schwer, so Jörg Eickhoff. Anhand der Zahlen aber nicht, fügt er hinzu. Die seien recht deutlich gewesen.

Das Geschäft war nicht immer einfach, schwierige Zeiten waren zu überstehen. Einmal musste der kompletten Belegschaft gekündigt werden, um den Betrieb halten zu können. Heute sind wieder zehn Leute angestellt. Jetzt sei man wieder auf einem guten Weg.

Die Firma ist ein anerkannter Ausbildungsbetrieb

Die Dinslakener Firma sei eine der ersten, die Dächer bepflanzt. „Wir wurden von den Kollegen belächelt“, so Jörg Eickhoff. Eine Zeit lang ist das modern, es gibt Fördergelder, dann kommt ein Durchhänger, doch heute wünschen wieder mehr Kunden ein begrüntes Dach.

In all den Jahren ist Eickhoff ein anerkannter Ausbildungsbetrieb gewesen. Heute gehören drei Azubis zur Belegschaft. Im Laufe der Jahre „sind sicherlich schon über 150 Fachkräfte“ ausgebildet worden, sagt Jörg Eickhoff.

>> Das 100-jährige Bestehen wurde auf einem Golfplatz in einem großen Zelt gefeiert. Beim jetzigen Jubiläum wurde vor allem Wert auf die Einbeziehung der Kunden gelegt. Als jahrzehntelanger Sponsor des Fantastivals wurde die Firma Eickhoff Exklusivsponsor für den Abend mit dem Kabarett-Duo „Die Becker und Frau Sierp“. Kunden hatten bei einem Preisausschreiben die Möglichkeit, Karten für die Vorstellung im Burgtheater zu gewinnen.

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