Freizeit

Freibadverein Hiesfeld: Die etwas andere Vereinsversammlung

Bettina Hecker von der Gruppe Restkultur brachte wie ihre Mitstreiter die Dinslakener Bäderfrage auf den Punkt und sorgte damit für viele Lacher beim Publikum.

Bettina Hecker von der Gruppe Restkultur brachte wie ihre Mitstreiter die Dinslakener Bäderfrage auf den Punkt und sorgte damit für viele Lacher beim Publikum.

Foto: Thorsten Lindekamp

Dinslaken.   Unter dem Motto „Döppen verboten“ hatte der Freibadverein Hiesfeld ins Dachstudio eingeladen. Für viele Lacher sorgte Restkultur.

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Was macht ein Freibadverein, wenn das Schwimmbad gerade nicht benutzbar ist? Er unterhält seine Mitglieder auf andere Weise. Um die Zeit bis das Hiesfelder Freibad fertig ist, zu überbrücken, und um die Mitglieder ein bisschen zu entschädigen, hat sich der Vereinsvorstand mit der Kabarettgruppe „Restkultur“ zusammengesetzt, und erzählt, was denn so in den vergangenen Monaten passiert ist. Herausgekommen ist ein spritziger Abend mit scharfen Pointen. Und eines galt im Dachstudio wie auch künftig im Hiesfelder Freibad: Döppen verboten.

Unterhaltsamer Abend samt Bademeister

Es war ein unterhaltsamer Abend, den die rund 100 Besucher hatten. Natürlich gab es im Verlauf des Programms den Bademeister, den eigentlichen Herrscher im Schwimmbad, er ist es, der die Regeln aufstellt, der seine Pappenheimer kennt. Unterhaltsam war es auch, wie die Kabarettgruppe „Restkultur“ die Auseinandersetzung um die Bäderfrage in Pointen umsetzte.

Stoff für Kabarettisten lieferten die Akteure der beiden Bürgerbegehren zu den Schwimmbädern ja genug. Und es gab ja in Dinslaken auch die Diskussionen über den Bahnhofsvorplatz samt weiterem Bürgerbegehren. Aber als Einstieg in den Abend präsentierte Restkultur die Gewinner des Kämmerer-Wettbewerbs.

Eine Laudatio darf auch amüsant und witzig sein. Jedenfalls wenn es darum geht, die Dinslakener Haushaltsetuede zu würdigen und dafür den dritten Preis zu vergeben. Preisverdächtig war das Kapitel Fördermittel für die Stadthallensanierung, aber auch der Vorschlag, „den Behindertenbeauftragten zu halbieren“. Dabei haben die Verantwortlichen aber nicht gesagt, welche der beiden Hälften behalten werden sollen.

Spielplatzkonzert mit Rücktrittsforderung

Einen Kämmerer-Preis hätte auch das Ende der Sekundarschule verdient. Aber den meisten in der Stadt interessiere nicht einmal der Tod dieser Schule. Das Spielplatzkonzert mit Rücktrittsforderungen und Dienstaufsichtsbeschwerde war zwar ein Trauerspiel, aber auch keinen Preis wert.

Den gab es für die Fragestellung beim Bürgerbegehren zum Bahnhofsvorplatz. Dabei wurde deutlich, was mit Sprache gemacht werden kann. Und die Akteure von Restkultur setzten mit ihrer Version der Fragestellung noch einen drauf. Sehr zum Vergnügen des Publikums. Gewinner des Kämmerer-Wettbewerb ist aber das Bäderballett und in der Laudatio wird an das „Hiesfelder Schlachthornquartett“ erinnert.

Dinslaken bekommt ein Kaufhaus, Hiesfeld einen Kiosk

Immer wieder wird auf das Verhältnis von Hiesfeld und der Reststadt angespielt. Die Auseinandersetzung bei der Bäderfrage liege einer uralten Stammesfehde zu Grunde, wobei Hiesfeld der ältere Teil der Stadt sei. Dinslaken werde in den Annalen als Pfütze bei Hiesfeld erwähnt.

Immer werde der Ortsteil vernachlässig, erst werde ihm die Straßenbahn genommen, dann verliere man bei „Spiel ohne Grenzen“ haushoch, nur weil Dinslakener eingewechselt worden sind. Dinslaken habe ein neues Kaufhaus bekommen, Hiesfeld einen Kiosk. Aber was solls. Man ist ja nicht nachtragend, aber vergessen wird es auch nicht.

Restkultur schaut auf die Verkehrsplanung

Restkultur schaut hin, zum Beispiel auf die Verkehrsplanung. Entlarvt unübersichtliche, gar gefährliche Bereiche. Einen solchen gibt es zum Beispiel an der Friedrich-Ebert-Straße, wo der Radweg in den Wartebereich einer Haltestelle mündet.

Oder am Kino, wo Radfahrer am sichersten aufgehoben sind, wenn sie auf der Fahrbahn zwischen Linienbus und Lkw unterwegs sind. Verkehrsplaner setzen mehr auf „learning by doing“, man könne es auch als „try and error“ bezeichnen. Aber sie haben alles im Griff, die Orte sind mit Bedacht gewählt. Immer ist eine Apotheke, immer gibt es Arztpraxen in der Nähe.

Die Mischung machte es, die Geschichten zur Bäderfrage, die Geschichten aus dem täglichen Leben. Es war ein Vergnüglicher Abend mit dem Freibadverein, auch wenn im Becken kein Wasser war.

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