Würdevolles Sterben

Die neuen Pläne für das Hospiz in Wesel stehen jetzt

Claudia Böckmann, Alexander Tepasse, Heinrich Schnieders, Christian Beuting, Johannes Hartmenn, André Gorres und Annette Durchleuchter (.v.l.) informierten über die Pläne für das stationäre Hospiz auf dem Gelände des Evangelischen Krankenhauses zusammen mit der Kathi-Faßbender-Stiftung.

Claudia Böckmann, Alexander Tepasse, Heinrich Schnieders, Christian Beuting, Johannes Hartmenn, André Gorres und Annette Durchleuchter (.v.l.) informierten über die Pläne für das stationäre Hospiz auf dem Gelände des Evangelischen Krankenhauses zusammen mit der Kathi-Faßbender-Stiftung.

Foto: Erwin Pottgiesser

Kreis Wesel.   Auf dem Gelände des Evangelischen Krankenhauses entsteht für 1,9 Millionen Euro eine Einrichtung für Menschen in der letzten Lebensphase.

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Sterben ohne Angst vor Schmerzen oder dem Verlust der eigenen Würde – im Sommer kommenden Jahres startet am Evangelischen Krankenhaus der Bau eines stationären Hospizes. Es ist der fehlende Baustein in der Versorgung von Menschen in der letzten Lebensphase – neben dem ambulanten Hospizdienst und dem Faßbender-Projekt, das die palliative Versorgung in den Seniorenheimen sicherstellt.

1,9 Millionen Euro wird der Bau kosten, der im Sommer kommenden Jahres beginnen soll. Das Geld gibt die Kati-Faßbender-Stiftung, Betreiber des Hauses sind gemeinsam das Evangelische Krankenhaus, das Marien-Hospital, der Caritasverband für die Dekanate Wesel und Dinslaken sowie die Kati-Faßbender-Stiftung. Gestern stellten Betreiber und das Kuratorium der Kati-Faßbender-Stiftung das Projekt vor: Das Hospiz entsteht auf dem Gelände des Evangelischen Krankenhauses im Park an der Straße Kiek in den Busch.

Elf Zimmer mit Terrasse und bodentiefen Fenstern

Es wird einstöckig mit zwei Fluren sein: In der Mitte befinden sich die Funktionsräume für das Personal, an den Außenseiten gibt es elf Zimmer, groß genug um bei Bedarf auch ein Gästebett aufzunehmen. Zusätzlich gibt es ein Gästezimmer, einen Gemeinschaftsraum und einen Raum der Stille. Alle Zimmer haben eine Terrasse und bodentiefe Fenster.

Das Kati-Faßbender-Hospiz soll kein Haus für Wesel allein sein, sondern für den gesamten rechten Niederrhein. Die Betriebskosten werden zu 95 Prozent die Kranken- und Pflegekassen übernehmen, fünf Prozent müssen die Betreiber selbst aufbringen. „Wir hoffen, diese fünf Prozent durch Spenden aufbringen zu können“, sagt Heinrich Schnieders, ehemaliger Geschäftsführer des Marien-Hospitals und Vorsitzender des Kuratoriums der Kati-Faßbender-Stiftung.

Ambulante Hospiz-Dienste tragen die Einrichtung mit

15,5 Stellen für das Palliativpflegepersonal wird es geben, außerdem Hauswirtschaft und Verwaltung, zusammen 22 Stellen. Das Projekt könne nur gelingen, wenn die ambulanten Hospizdienste – die Hospizinitiative Wesel und der Hospizdienst der Caritas – es mittragen. Das werden sie: Ehrenamtliche werden auch in der Einrichtung Menschen begleiten, sagen Claudia Böckmann von der Hospiz-Initiative und ihre Kollegin Annette Durchleuchter von der Caritas. Und die Koordinatoren beraten zusätzlich die Betreiber.

Breit und professionell sei der Betreiber aufgestellt, der „Kati-Faßbender-Hospiz GGmbH“ heißen wird. Als Motiv dafür nennt André Gorres, beim EVK für die Senioreneinrichtungen zuständig, dass man das Gebot der Nächstenliebe erfüllen wolle. Auch Caritaschef Michael von Meerbeck betont, „Leben vom Anfang bis zum Ende gehört zum Christsein“, er freue sich, dass man sich als Christen nun ökumenisch auf den Weg mache.

>> DIE KATI-FASSBENDER-STIFTUNG

  • Im Jahr 2007 gründeten Günther und Kati Faßbender diese Stiftung mit dem Ziel, Sterbenden einen würdevollen Abschied zu ermöglichen.
  • Seit 2012 gibt die Stiftung jährlich 60 000 Euro für die Palliativpflege in den Seniorenheimen – Evangelisches Krankenhaus und Marien-Hospital legen je 15 000 Euro dazu.
  • Günther FaßbenderGünter Faßbender ist im vergangenen Jahr verstorben, seine Frau Kati wird in diesem Jahr 92.

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