Baustelle in Möllen

Dinslakener Straße: Baustelle in Voerde sorgt für Unmut

Die Großbaustelle Dinslakener Straße/Ecke Rahmstraße in Voerde-Möllen erregt die Gemüter.

Foto: Heiko Kempken

Die Großbaustelle Dinslakener Straße/Ecke Rahmstraße in Voerde-Möllen erregt die Gemüter. Foto: Heiko Kempken

Voerde.   Die Maßnahme in Möllen erregt die Gemüter. Besonders ansässige Geschäftsleute sind betroffen und fühlen sich im Stich gelassen.

Von einen auf den anderen Tag stand die Familie Tserkezidis vom Restaurant Sokrates in Möllen vor einer existenzbedrohenden Situation. „Wir kamen zum Restaurant und man hatte den Bürgersteig vor dem Haus weggerissen und die Steine vor unsere Eingangstreppe gestapelt“, schildert Christos Tserkezidis die Situation. Die Baustelle an der Kreuzung von Dinslakener Straße und Rahmstraße in Möllen hat das Restaurant quasi von der Welt abgeschnitten. „Um zu uns zu kommen, müssen die Gäste durch die Baustelle laufen“, erklärt Christos Tserkezidis.

Griechisches Restaurant zieht bald nach Friedrichsfeld

Vor dem Restaurant befindet sich statt eines Bürgersteiges jetzt nur noch eine staubige Kraterlandschaft, über die sich Kabel und Schläuche ziehen. Keine Chance für Menschen, die schlecht zu Fuß sind, das Restaurant zu betreten. Die Gäste klagen außerdem darüber, dass die keine Möglichkeiten zum Parken haben, teilweise nicht einmal wissen, wie sie mit dem Auto in die Nähe des Restaurants kommen könnten. „Wir machen uns Sorgen um unsere Existenz“, sagt Christos Tserkezidis. Daher wird die Familie den Restaurantbetrieb bald nach Friedrichsfeld verlegen. „Das kostet wieder Geld, Zeit und Energie“, sagt der Sohn der Gastronomenfamilie. Außerdem ist es auch ein Verlust für den Stadtteil.

Beim Blick auf die Absperrung der Baustelle könnte Tankstellenbetreiber Oliver Jankowski direkt in Rage geraten. „Diese Baustelle ist eine Frechheit“, sagt er. Die gesperrte Durchfahrt zwischen Voerde und Dinslaken habe ihm Umsatzeinbrüche von 50 Prozent beschert. „Wenn das so weitergeht, werden wir nicht bis zum Ende der Baustelle durchhalten“, sagt er. Für ihn ist es unverständlich, dass es nicht möglich gewesen sein soll, die Straße einspurig auszubauen, um eine Durchfahrt weiter zu gewährleisten. „Die Planung der Baustelle hat für mich die Note Sechs Minus verdient“, sagt Jankowski. „Das wurde alles so gemacht, dass man überhaupt keinen Einspruch machen konnte.“ Alleingelassen fühlt er sich vom Kreis, der die Maßnahme geplant hat und der Stadt gleichermaßen.

Kritik am Kreis Wesel: Nicht mit Anwohnern gesprochen

So geht es auch Christina und Hans-Ulrich Zipfel. Das Ehepaar, das die Barbara-Apotheke in Möllen betreibt, übt Kritik am Kreis Wesel. „Man hat beim Kreis über diese Maßnahme entschieden, ohne einmal mit den Anwohnern und Geschäftsleuten zu sprechen“, sagt Christina Zipfel. „Wir sind sehr enttäuscht darüber, wie man mit den Geschäftsleuten hier vor Ort umgeht“, ergänzt Hans-Ulrich Zipfel. Als Vorsitzender der Werbegemeinschaft will er, gemeinsam mit den anderen Geschäftstreibenden vor Ort, weiter auf die Angebote in Möllen aufmerksam machen. „Man fühlt sich hier wirklich im Stich gelassen“, sagt er.

Auch beim Edeka-Markt Dröschel, an der Nebenstraße Auf dem Bünder gelegen, macht sich die Baustelle bemerkbar. „Wir haben seit vier Wochen unsere Ladenöffnungszeiten verlängert, um die Umsatzeinbußen wenigstens teilweise aufzufangen“, erklärt Inhaberin Stephanie Dröschel. Statt erst ab 8 Uhr oder 8.30 Uhr zu öffnen, ist man im Markt nun schon ab 7 Uhr für die Kunden da. „Möllen ist generell ein schwieriger Standort und die Baustelle ist ein weiteres Problem“, sagt Stephanie Dröschel. „Wir werden sehen, wie es hier weitergeht.“

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