SYLS-Festival

DIN-Tage: Punk für die Massen im Burgtheater in Dinslaken

Dinslaken.  Mit den Headlinern Pöbel & Gesocks, Los Placebos knüpfte das SYLS-Festival an alte Zeiten als Publikumsmagnet an. Zuspruch für Dinslakener Bands.

Na, da ist ja einmal ein neues Konzept aufgegangen. Geschätzt annähernd 1500 Zuschauer zogen Pöbel & Gesocks als Top-Act des SYLS-Festivals am Samstagabend ins Burgtheater – so voll war es seit Jahren nicht mehr. Und auch bei Trust God Simon war die 1000-er Marke bereits geknackt. Die Dinslakener feierten mit ihrem neuen Bassisten, keinen geringeren als WIZO-Manager Fratz, und ihren treuen Fans beim „lecker Bierchen“ – das Fass für alle stand mit auf der Bühne.

Reggae, Ska und Temperaturen wie in einer Tropennacht

Reggae, Ska und Temperaturen wie in einer Tropennacht. So geht Ruhrgebiet, wenn Los Placebos als Headliner des ersten SYLS-Festivaltages für Stimmung im Burgtheater sorgen. Fast hätte man am Freitagabend glauben können, nicht unter Kastanien, sondern unter Palmen zu stehen. Und die Gute-Laune-Musik der Combo mit den peppigen Bläsersätzen zog: Geschätzte 600 bis 800 Zuschauer lockten Los Placebos mit Altbewährten und neuem Material des aktuellen Albums „Rocksteady Rollercoaster“ ins Burgtheater. 1994, vor 25 Jahren, fanden Los Placebos zusammen, um dem Ruhrgebiet zu beweisen, dass es heißer ist, als sein damaliger Ruf. Und bereits ein Jahr später stand die Ska-Formation tatsächlich schon einmal auf der Bühne des Burgtheaters.

Wiederum zehn Jahre später wurde das SYLS-Festival ins Leben gerufen, das in diesem Jahr ein umfassendes Up-Lifting erfahren hat. Elf statt 15 Bands, mehr Zeit für den Umbau und auch mal, wie beispielsweise am Freitag bei Fud’ies, Zeit für eine Zugabe und dazu zugkräftige Headliner. „Durch die längeren Umbaupausen ist es hinter der Bühne für uns und für die Bands entspannter“, erklärt Martin Baumann, Mitglied des SYLS-Orgateams der ersten Stunde, „und finanziell passt es auch“. Los Placebos und die Headliner des Samstags, Pöbel & Gesocks, passen als regionale Acts ins Konzept des „Support Your Local Scene“. Man kennt sich, die Bands hätten auf Baumanns Anfrage reagiert, als hätten sie nur drauf gewartet, dass eine solche Einladung endlich einmal ausgesprochen würde.

Die Headliner sind allerdings auch ein Vehikel, den Blick auf die Dinslakener Bandszene zu lenken. Ladder in the Tights lösten die schwere Aufgabe, Opener am Freitag zu sein, mit noch schwereren Metal-Anleihen in ihrem Crossover-Mix, während es In Levitation am Samstag mit ihrem Alternative Rock etwas leichter angehen ließen.

Im Set der Fud’ies überwog die Neue Deutsche Welle

Im Set der Fud’ies überwog die Neue Deutsche Welle, Final Expression orientierten sich am Samstag mit ihrem melodiösen Synthipop an den melancholischeren Klängen der 80er sowie deren Neuinterpretationen von Bands wie Hurts oder White Lies. Beginning bedienten die Metal-Fraktion bewährt hart und gut, während We’rewolf mit Sängerin Lizsanity Vironess aus Gelsenkirchen wohl erstmalig im SYLS mit Horrorpunk überraschten.

Mit Kukalaka und Safety First folgten ebenso feste Größen der Dinslakener Szene. Bands, die die SYLS-Bühne noch aus Zeiten kennen, als bis zu 5000 Besucher an den beiden Tagen gezählt wurden.

Aber das war in den Jahren, als der Stadtpark bei den DIN-Tagen noch abends zum Sperrgebiet erklärt wurde. Heute stehen Scharen nicht nur vor der Kutscherstube: den Jugendlichen wird im Park Techno geboten – ohne die Einschränkungen, die Einlasskontrollen und Getränke nur vom Stand mit sich bringen. So ermuntert man Jüngere nicht, sich aufs Abenteuer Livemusik einzulassen.

  • Fazit: Das Orgateam hat mit seiner Entscheidung für ein neues Konzept alles richtig gemacht, für eine Verjüngung des Publikums sollten aber auch noch einmal die Rahmenbedingungen im Gesamtkonzept der DIN-Tage hinterfragt werden.
  • Die Tombola zugunsten von Kirchengemeinden in Uganda ist eine feste Größe beim SYLS. Und auch sie profitierte von den hohen Zuschauerzahlen. Bereits um 20 Uhr waren am Samstag alle Preise, darunter Spenden und Gutscheine vieler Dinslakener Geschäfte und Gastronomiebetriebe, unters Volk gebracht.
  • 2018 wurde von den Erlösen ein Kindergarten erweitert.
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