Bürgerbarometer

Dinfleg: So will Dinslaken bezahlbaren Wohnraum schaffen

Auf dem Gelände der Trabrennbahn will die Stadt Dinslaken neuen bezahlbaren Wohnraum schaffen. 

Auf dem Gelände der Trabrennbahn will die Stadt Dinslaken neuen bezahlbaren Wohnraum schaffen. 

Foto: Hans Blossey

Dinslaken  Dominik Erbelding, Geschäftsführer der Dinslakener Flächenentwicklungsgesellschaft, warnt: Vor allem sozial Schwächere finden kaum noch etwas.

Die Situation auf dem Dinslakener Wohnungsmarkt wird immer angespannter. Allein bis zum Jahr 2030 fehlen nach Angaben von Dominik Erbelding, Geschäftsführer der Dinslakener Flächenentwicklungsgesellschaft (Dinfleg), rund 2000 Wohnungen. „Wohnflächen sind knapp, die Nachfrage nimmt zu, Mieten und Kaufpreise steigen“, so Erbelding. Diese Entwicklung belaste nicht nur finanziell schwächere Familien, sondern auch zunehmend mittlere Einkommensgruppen. „Und damit letztlich immer breitere Bevölkerungsteile und Haushalte.“ Aus diesem Grund werde die Schaffung sozial geförderten Wohnraums in den kommenden Jahren für Dinslaken immer dringlicher.

Erbeldings Einschätzung deckt sich mit den Ergebnissen unseres NRZ-Bürgerbarometers: Vor allem bezahlbare Wohnungen seien nach Auffassung vieler Teilnehmer knapp (wir berichteten). „Die NRW Bank weist für Dinslaken Ende 2018 einen Anteil von öffentlich gefördertem Wohnraum in Mehrfamilienhäusern von 11,3 Prozent aus“, sagt Erbelding. Dem gegenüber stehe jedoch, dass das Interesse von Investoren deutlich abgenommen habe und etliche ältere Sozialwohnungen in naher Zukunft aus der Belegungsbindung fallen. „Es liegt auf der Hand, dass weder der heutige noch der künftige Bedarf damit auch nur annähernd gedeckt werden können“, so Erbelding.

Suche nach geeigneten Flächen

Um die Wohnungsnot zu lindern, suche die Stadt deshalb nach geeigneten Flächen. „Diese haben wir in dem Handlungskonzept ‚Wohnen 2030 in Dinslaken‘ bereits identifiziert und der Rat hat dem auch zugestimmt.“ Das Problem: Da die Stadt selbst keine Flächenreserven zur Verfügung hat, seien teils zähe Verhandlungen mit Privateigentümern erforderlich. „Daher ist die Entwicklung des Trabrennbahngeländes so wichtig“, betont Erbelding. Diese sei schließlich als einzige Fläche in städtischem Besitz. „Hier bietet sich eine große Chance für Dinslaken, dem Druck auf dem Wohnungsmarkt zu begegnen und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.“

In unserem Kandidaten-Check zur Kommunalwahl 2020 hatte Bürgermeister Michael Heidinger bereits auf eine Änderung des Regionalplans verwiesen, die es Dinslaken ermöglichen werde, 60 bis 80 Hektar für zusätzlichen Wohnraum auszuweisen. „Allerdings ist die Verabschiedung des Regionalplans auf unbestimmte Zeit verschoben worden“, sagt Erbelding. „Der Regionalverband Ruhr hat aber durchblicken lassen, dass er Einzelentscheidungen treffen kann, wenn eine Flächenentwicklung den Zielen des Planentwurfs nicht zuwiderläuft.“ Diese Einzelfallentscheidungen werde die Stadt Dinslaken nun erwirken.

Bereits gute Gespräche mit Eigentümern

Um den „enormen Wohnungsmarktdruck“ in den kommenden Jahren zu lindern, solle insbesondere im Stadtgebiet mehr bezahlbarer Wohnraum entstehen. „Dies meint in erster Linie den öffentlich geförderten Wohnraum, wo wir bei Neubauvorhaben von einer Größenordnung von mindestens 30 bis 50 Prozent ausgehen“, so der Geschäftsführer. Wichtig sei aber auch eine gute Durchmischung. „Daher ist ein Angebot von verschiedenen Preissegmenten, Wohnungsgrößen und Wohnformen wichtig.“ Wie groß der ideale Anteil sozial geförderter Wohneinheiten in einem Wohngebiet ist, müsse immer im Einzelfall geprüft werden.

Dabei werde es in Zukunft vor allem auf die Kooperation mit Eigentümern ankommen. „Die Dinfleg ist bereits auf zahlreiche Eigentümer potenzieller Flächen zugegangen und steht mit ihnen in guten Gesprächen“, sagt Erbelding. Ein großer Teil habe bereits Interesse an der Entwicklung seiner Grundstücke signalisiert. „Jetzt kommt es darauf an, die unterschiedlichen Interessenlagen der Eigentümer und die wohnungspolitischen Ziele der Stadt in Einklang zu bringen.“ Hierbei seien durchaus dicke Bretter zu bohren, räumt Erbelding ein. „Aber wir sehen uns auf einem guten Weg.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben