Museum Voswinckelshof

Dinslaken: Ausstellung junger Menschen mit Kunst am Körper

Max Bilitza (rechts) eröffnete im Museum Voswinckelshof in Dinslaken die Ausstellung Bildschön ! - ein Kunstprojekt von Max Bilitza für Zehn- 14-Jährige im Rahmen des Kulturrucksack-Ferienprojektes.

Max Bilitza (rechts) eröffnete im Museum Voswinckelshof in Dinslaken die Ausstellung Bildschön ! - ein Kunstprojekt von Max Bilitza für Zehn- 14-Jährige im Rahmen des Kulturrucksack-Ferienprojektes.

Foto: Jochen Emde/Funke Foto ServiceS

Dinslaken.  In Kulturrucksack-Ausstellung beschäftigten sich Kinder und Jugendliche gemeinsam mit Max Bilitza mit Kleidung als künstlerischer Ausdrucksform.

Sie scheinen in einer Boutique zu flanieren und sind doch selbst diejenigen, deren Mode es zu bestaunen gilt: Die Schaufensterpuppen, die man seit Sonntag im Dachgeschoss des Museums Voswinckelshof bestaunen kann, haben es nicht „in sich“, sondern „an“: Modeentwürfe, designed von Kindern und Jugendlichen zwischen sieben und 14 Jahren, Kunst am Menschen, denn die Stoffe, aus denen die Kreationen geschnitten und mit groben Reihgarn-Stichen genäht sind, sind handbemalt.

Zum vierten Mal kooperierten die Städte Dinslaken und Duisburg im Rahmen des Angebots Kulturrucksack NRW, zum vierten Mal bot der Duisburger Künstler Max Bilitza Workshops in beiden Städten an, die mit einer von den Kindern und Jugendlichen selbst kuratierten Ausstellung im Museum Voswinckelshof abgeschlossen werden.

Kunst und Mode im Verhältnis zum Zeitgeist

Es ist ein leichtes, beschwingtes Sujet, für das sich Bilitza nach der Ausstellung zum Thema Krieg im letzten Jahr entschieden hat. Es geht um Kunst und Mode in ihrem Verhältnis zum Zeitgeist, in ihrem Verhältnis zueinander.

Mode als Wechsel des Geschmacks gab es zu allen Zeiten. Aber das Bewusstsein für Kleidermode als solche stellte sich erst im ausgehenden 19. Jahrhundert ein. Denn vorher war Kleidung auch an Stand und Herkunft gebunden. Und es sollte noch einmal Jahrzehnte dauern, bis auch Gender-Grenzen überwunden wurden: T-Shirt und Jeans sind sichtbare Zeichen einer Gleichberechtigung. Dies waren Themen, mit denen sich die Kinder und Jugendlichen auseinandersetzten, als sie jeweils zu dritt überlebensgroße „Körperbilder“ von unterschiedlichen Menschen in unterschiedlicher Kleidung mit Stoffen auf Leinwände nähten, diese in drei Teile schnitten und dann Kopf, Ober- und Unterkörper neu kombinierten.

Kunst am Körper: Das ist Haute Couture. Interessant ist, was die Workshop-Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus in „Action painting“ bemalten Leinwänden der Kulturrucksack-Aktion vor zwei Jahren und aus diesem Jahr schufen: Die raffiniert geschnittenen Tops, Wickelröcke, Etui-Kleider mit asymetischer Knopfleiste und Hüte wie Karrenräder: Es sind klassische Designs, die nicht nur die Mütter bei der Vernissage am Sonntag begeisterten.

Raffiniert geschnittene Tops und Wickelröcke

Für die Kinder- und Jugendlichen selbst zeichnete sich allerdings ein legererer Modetrend ab. Sie haben im Workshop weiße T-Shirts auf den Boden gelegt und darauf im Stil von Jackson Pollok Farbe gebracht – begehrte Souvenirs des diesjährigen Kulturrucksack-Workshops, die sich die ersten der insgesamt 17 Teilnehmerinnen und Teilnehmer schon am Sonntag reservieren ließen. Mitnehmen können sie die Stücke allerdings erst am 1. September. So lange bleibt die Ausstellung „Bildschön“ im Museum geöffnet.

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