Polizei

Einbruch bei Juwelier: Michels lässt sich nicht unterkriegen

Die Täter haben offenbar mit einem Wagen eine Scheibe des Juweliergeschäfts in Dinslaken zerstört.

Die Täter haben offenbar mit einem Wagen eine Scheibe des Juweliergeschäfts in Dinslaken zerstört.

Foto: Heiko Kempken / FFS

Dinslaken.  Der dritte Vorfall bei dem Dinslakener Juwelier in zwei Jahren! Täter wurden auf der Flucht gefasst und Donnerstag dem Haftrichter vorgeführt.

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Erneut hatten es Kriminelle auf den Dinslakener Juwelier Michels abgesehen. In der Nacht zu Mittwoch sind mehrere Täter in das Juweliergeschäft an der Voerder Straße eingebrochen. Das ist der dritte Fall in zwei Jahren.

Die Polizei konnte die Täter festnehmen

Offenbar sind die Täter um 3.37 Uhr mit einem Pritschenwagen in eine der Scheiben des Geschäfts an der Voerder Straße gefahren. Sie sind durch das zerstörte Fenster in das Ladenlokal geklettert und haben mit Spitzhacken versucht, mehrere Vitrinen einzuschlagen. Das Sicherheitsglas der Vitrinen hielt Stand – aber einen kleinen Schaukasten konnten die Täter zerstören und daraus zwei hochwertige Uhren erbeuten. Mit ihrer Beute sind sie Richtung Voerde geflüchtet. Der flüchtende Wagen fiel der Polizei auf. Offenbar hatten die Beamten ein gutes Gespür: Sie waren auf dem Weg zu dem Tatort, der Wagen, der ihnen mit drei Leuten darin entgegenkam, kam ihnen komisch vor, so Kristin Heuken, Sprecherin der Kreispolizei.

Polizisten hatten richtigen Riecher

Die Beamten kontrollierten das Fahrzeug und nahmen zwei Tatverdächtige im Alter von 21 und 23 Jahren aus Köln vorläufig fest. Zudem fanden die Beamten im Fahrzeug die beiden gestohlenen Uhren. Auch die Spitzhacken, mit denen die Täter sich an den Vitrinen zu schaffen gemacht haben, lagen noch im Auto. Einem der Autoinsassen gelang die Flucht. Die festgenommenen Beschuldigten sollen am Donnerstag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Duisburg wegen des Verdachts des schweren Bandendiebstahls dem Haftrichter am Amtsgericht in Dinslaken vorgeführt werden.

Die Ermittlungen dauern an. Offenbar hegt die Polizei den Verdacht, dass es sich um eine Bande mit mehr als drei Mitgliedern handelt.

Der Sachschaden bewegt sich im sechsstelligen Bereich

Juwelier Thomas Michels wurde nachts vom Sicherheitsdienst und einem Nachbarn alarmiert. Als er eintraf, war die Scheibe eingedrückt, Standuhren waren auf den Boden gefallen, das Glas der Vitrinen war gesplittert. Das Sicherheitsglas hat gehalten, der Schaden ist dennoch hoch: Er bewegt sich nach ersten Schätzungen des Juweliers im sechsstelligen Bereich. Der Glaser war am Mittwoch bereits vor Ort. Die Kunden sollen von dem Einbruch nichts bemerken. Das Weihnachtsgeschäft sei schließlich die wichtigste Zeit für den Handel. Auch, wenn das bereits der dritte Vorfall dieser Art war: „Wir lassen uns nicht unterkriegen“, sagt Thomas Michels. „Wir haben ja auch eine Verantwortung unseren Mitarbeitern und Kunden gegenüber.“ Und: „Das hier ist unser Traum“.

Der Überfall war bei Aktenzeichen XY zu sehen

Ob es sich bei den Tätern um dieselben Männer handelt, die im vergangenen Jahr den Juwelier überfallen haben, ist unklar, so Kristin Heuken. Die Täter damals haben mit osteuropäischem Akzent gesprochen, die Tatverdächtigen aus Köln seien dort geboren, die Namen klängen nicht osteuropäisch.

Das ZDF hatte den Überfall im Frühjahr in die Sendung Aktenzeichen XY aufgenommen. Am 27. Juni 2018, dem Tag des Fußball-WM-Spiels gegen Südkorea, waren die Täter über den Hinterhof in die Büroräume des Geschäfts eingebrochen. Nebenan verbrachten die Angestellten gerade ihre Mittagspause, plauderten über das anstehende Fußballspiel.

Die Täter wollten in den Verkaufsraum. Sie schrien, bedrohten die Angestellten. Weil der Verkaufsraum zur Mittagszeit verriegelt war, bedienten sie sich in der Werkstatt. Sie klauten Uhren, Schmuck und Material für rund 180.000 Euro. Der Wagen der Täter wurde später in Duisburg gefunden. Nach der Sendung gingen zunächst viele Hinweise ein, vor allem auf die auffälligen Anglerhüte und die Handschuhe der Täter. Die Überprüfung der Hinweise hat aber keine heiße Spur ergeben.

Zwei Monate später ein weiterer Einbruchsversuch

Nur zwei Monate später versuchten erneut Kriminelle, in das Geschäft einzudringen. Mit einem Hammer versuchten sie, die Scheibe einzuschlagen. Der Juwelier investierte nochmals in die Sicherheit des Geschäfts. Schon vor dem Überfall wurden Kunden nur nach Klingeln eingelassen. Danach wurde zusätzlich eine Sicherheitsschleuse installiert.

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