Schichtwechsel

Dinslaken: Menschen können sich auf Augenhöhe begegnen

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Die Akteure der Aktion Schichtwechsel trafen sich zum Auftakt im Burginnenhof.

Die Akteure der Aktion Schichtwechsel trafen sich zum Auftakt im Burginnenhof.

Foto: Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Dinslaken.  Bei der zweitägigen Aktion Schichtwechsel gewähren sich Menschen mit und ohne Behinderung gegenseitig einen Einblick in den Berufsalltag.

Einmal wissen, was eine Bürgermeisterin den ganzen Tag erledigen muss, einmal einen Blick in eine Großbäckerei werfen – diese Perspektivwechsel bietet die Aktion Schichtwechsel. Bundesweit findet sie zum dritten Mal statt. In diesem Jahr ist Dinslaken erstmalig dabei.

Zehn Mitarbeiter aus Unternehmen, aus der Stadtverwaltung und zehn Mitarbeiter aus den Albert-Schweitzer-Einrichtungen haben sich zusammengefunden, sie verbringen gemeinsam Zeit, um zu erfahren, wie der Berufsalltag des anderen aussieht, um zu erfahren, wo es noch Barrieren gibt. So wurde Bürgermeisterin Michaela Eislöffel am Donnerstag von Lidija Vlainic, der Vorsitzenden des ASE-Werkstattrats begleitet, am Freitag ist die Verwaltungschefin nun bei der ASE im Einsatz. Dort hat sie sich für den Gartenbereich angemeldet.

Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Die Aktion bietet die Chance, neue Arbeitsfelder in der Werkstatt und in den Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarktes kennenzulernen, Vorurteile abzubauen und zu zeigen, wie Zusammenarbeit mit Menschen mit Einschränkung auf Augenhöhe funktionieren kann, hieß es zum Auftakt im Ratssaal, in dem die Teilnehmer am Morgen von Bürgermeisterin Michaela Eislöffel begrüßt wurde.

Mit oder ohne Behinderung, schön wäre es, wenn diese Unterscheidung nicht mehr gemacht werden würde. Und man nicht mehr nach Barrieren suchen müsse, weil es sie nicht mehr gibt, so die Verwaltungschefin. Ein solcher Tag sei aber wichtig, um zu sehen, wo noch Barrieren vorhanden sind, wo noch Unterstützung notwendig ist, wo man sich dafür einsetzen könne, dass Hindernisse, die für Menschen mit Behinderungen den Alltag erschweren, beseitigt werden.

Freundschaften könnten geschlossen werden

Die Aktion Schichtwechsel sei ein wichtiger Schritt zu noch mehr Teilhabe und beim Arbeitsplatztausch könnten Beziehungen geknüpft, Freundschaften geschlossen werden. Und sie ermöglicht einen Blick hinter die Kulissen der Werkstatt, denn, wie Eislöffel sagte, würden viele Menschen nicht wissen, wie dort gearbeitet wird.

Lidija Vlainic erklärte, dass sie sich freue, den Arbeitsplatz der Bürgermeisterin kennenzulernen. „Es ist ein Traum, der sich erfüllt hat.“ Beim Schichtwechsel gehe um ein miteinander, um eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Denn es sei wichtig, auf die Fähigkeiten eines Menschen zu schauen, und nicht auf die Einschränkungen. „Jeder ist einzigartig“, so Vlainic.

Alle Beteiligten des Schichtwechsels treffen sich noch einmal. Am Freitagnachmittag gibt es ein Wiedersehen und dann besteht die Möglichkeit, sich über die gewonnenen Erfahrungen und Einblicke auszutauschen.

Hintergrund

Organisiert wurde der Schichtwechsel von der ASE-Abteilung Überleitung und der Inklusionsbeauftragten der Stadt Dinslaken, Leslie Unterberg.

Diese Unternehmen beteiligen sich am Schichtwechsel: Stadt Dinslaken, Volksbank Rhein-Lippe, Awo-Seniorenzentrum Altes Rathaus, Bäckerei Schollin, Gärtnerei Jonkmanns, GGS Gartenschule, Haus Hiesfeld sowie das Brauprojekt 777.

Werkstätten sind ein wichtiger Bestandteil des Systems der beruflichen Teilhabe. Sie bieten Menschen, die aufgrund der Art oder Schwere ihrer Behinderungen nicht auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sein können, Teilhabe am Arbeitsleben.

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