Arbeitslosenzentrum

Dinslaken: Pläne bedeuten das Aus des „Café Komm“

Vor zwei Jahren zog das „Café Komm“ der Diakonie in Räume am Bahnhof. Am Ende des Jahres droht die Schließung der Beratungsstelle.

Vor zwei Jahren zog das „Café Komm“ der Diakonie in Räume am Bahnhof. Am Ende des Jahres droht die Schließung der Beratungsstelle.

Foto: Markus Weissenfels / FUNKE Foto Services

Dinslaken.  Bei einem fachlichen Austausch ging es um die Zukunft des Arbeitslosenzentrums in Dinslaken. Hintergrund sind die Pläne von Minister Laumann.

Montagabend hatte Sozialminister Franz-Josef Laumann seine Pläne für die Umstrukturierung von Erwerbslosenberatungsstellen (EBS) und Arbeitslosenzentren präsentiert. Die hätten zur Folge, dass zum Beispiel das „Café Komm“, das Arbeitslosenzentrum der Diakonie Dinslaken, zum Ende des Jahres geschlossen werden müsste. Eine Anlaufstelle für Arbeitslose, für Ratsuchende würde es dann nicht mehr geben.

Am Mittwochabend hat die Diakonie zu einem fachlichen Austausch eingeladen. Viele Politiker und Vertreter von Behörden folgten der Einladung. Mehrere Teilnehmer äußerten ihr Unverständnis über die Absicht des Ministers. Ohne Grund würde ein funktionierendes und wichtiges Beratungsangebot zerstört.

Diese Zuschüsse erhält die Diakonie

Um welche Gelder es geht, präsentierten Alexandra Schwedtmann und Nicole Mehring von der Diakonie. 15.600 Euro aus dem Europäischen Sozialfonds kommen pro Jahr über das Land bei dem Arbeitslosenzentrum an. Weil es diese staatliche Förderung gibt, beteiligt sich die evangelische Landeskirche mit einem Zuschuss von 8000 Euro. Die Stadt Dinslaken unterstützt das „Café Komm“ mit 1500 Euro und aus kirchensteuerlichen Mitteln des Kirchenkreises Dinslaken erhält die Diakonie nochmals 20.000 Euro. Ohne das Geld vom Land würde der Zuschuss der Landeskirche entfallen, mit dem restlichen Geld könne das Angebot nicht aufrechterhalten werden.

Zurzeit gibt es in Moers eine Erwerbslosenberatungsstelle, drei in Duisburg. Neben dem „Café Komm“ sind noch Arbeitslosenzentren in Wesel, in Moers und in Kamp-Lintfort vorhanden. Bleibt es bei den Laumann-Pläne würden diese Arbeitslosenzentren wegfallen, Ratsuchende müssten nach Moers oder nach Duisburg fahren. Was machbar wäre, aber allein eine einfache Fahrt von Dinslaken nach Duisburg schlägt mit sechs Euro zu Buche.

Öffnung des Bewerbungsverfahren ist nicht angedacht

Nach den Laumann-Plänen soll es ab 2021 nur noch Erwerbslosenberatungsstellen mit erweiterten Aufgaben geben. Könne das „Café Komm“ eine solche Beratungsstelle werden, wollte ein Teilnehmer des Gesprächs wissen. Wie es hieß, besteht die Möglichkeit nicht, es sollen keine neuen EBS eingerichtet werden. Um die vorhandenen Fördergelder sollen sich die bestehenden EBS bewerben können, eine Öffnung des Bewerbungsverfahrens sei vom Ministerium nicht angedacht.

Wie Schwedtmann berichtete, hatte man sich vor Jahren schon einmal darum bemüht, eine EBS zu werden. Ohne Erfolg. Sollte das Bewerbungsverfahren geöffnet werden, würde man einen neuen Versuch starten.

Als ersten Schritt sollte dem Land mit einer Resolution mitgeteilt werden, dass man gegen die Laumann-Pläne sei, hieß es aus den Reihen der Teilnehmer. Die SPD Dinslaken hat einen entsprechenden Antrag vorgelegt. Zudem müsse nun überlegt werden, wie die wegfallende Landesförderung aufgefangen werden könnte. Thomas Koch, CDU-Ratsherr, verwies darauf, dass mit Voerde, hier gibt es pro Woche ein zweistündiges Beratungsangebot, und Hünxe über eine Beteiligung gesprochen werden müsste. Auch sei zu überlegen, wie der Kreis helfen könnte.

Zahl der Ratsuchenden ist nicht gesunken

Für Jutta Frenk von der UBV ist klar, dass es eine Lösung geben muss, die Anlaufstelle für Arbeitslose dürfe nicht geschlossen werden. Es sei auch keine Summe, die man nicht stemmen könnte. So sieht es auch Reinhard Wolf von der SPD. Der Stadtverbandsvorsitzende sagte, als Stadt müsse man sich eine solche Unterstützung leisten können. Ohne Not werde hier eine funktionierende Struktur zerschlagen.

Und die Zahl der Menschen, die im „Café Komm“ Rat suchen, sei in den vergangenen Jahren nicht geringer geworden. Auch wenn die Zahl der Arbeitslosen rückläufig sei, die Zahl der Menschen, die über einen längeren Zeitraum ohne Job sind und wenig Hoffnung haben, einen zu finden, sei leicht gestiegen.

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