Verkehr

Dinslaken will Raser am Neutor ausbremsen

Die Straße zwischen der Gaststätte Maaß und dem Neutorplatz soll verkehrsberuhigt  werden.

Foto: Lars Fröhlich

Die Straße zwischen der Gaststätte Maaß und dem Neutorplatz soll verkehrsberuhigt werden. Foto: Lars Fröhlich

Dinslaken.   Die SPD fordert im Bereich am Neutor eine verkehrsberuhigte Zone. Das geht nicht, sagt die Stadt - und schlägt eine alternative Lösung vor.

Zu schnell, zu laut, zu gefährlich: Die Kurve am Neutor, zwischen Kino und Einmündung Hofstraße, werde von vielen Autofahrern als Rennstrecke missbraucht, beklagt die SPD – und beantragt, in dem Bereich eine verkehrsberuhigte Zone einzurichten. Das geht an der Stelle nicht – erklärt die Verwaltung. Mit ihrem alternativen Vorschlag beschäftigt sich am Donnerstag, 2. Februar, der Ausschuss für öffentliche Sicherheit, Ordnung und Verkehr.

Gefährliche Situation am Überweg

Vor allem im Bereich des Zebrastreifens am Kiosk käme es häufig zu „gefährlichen Situationen“ erläutert die SPD in ihrem Antrag. „Einige Autofahrer sehen sich dazu bewogen, in dem Kurvenbereich vor der Gaststätte Maaß nochmal verstärkt auf das Gaspedal treten zu müssen“, so die SPD. Außerdem würden, vor allem im Sommer, aufgemotzte Autos schaugefahren – „störend“ für die Außengastronomie in dem Bereich, so die SPD, der es aber vor allem um „Gefahrenabwehr“ gehe.

Das aber geht so einfach nicht, vermittelt die Stadtverwaltung in ihrer Stellungnahme zu dem Antrag. In verkehrsberuhigten Bereichen dürfen Fahrzeuge nur Schrittgeschwindigkeit fahren und müssen auf Fußgänger Rücksicht nehmen und wenn nötig warten.

Verkehrsberuhigte Zonen haben keinen Gehweg

In Duisburg wurden zwischen 2007 und 2010 solche verkehrsberuhigte Zonen unter dem Titel „shared space“ an mehreren Stellen eingerichtet – unter anderem zwischen Theater und Innenstadt. „Die Umgestaltung ist von Anfang an gut angenommen worden“, berichtet Duisburgs Stadtsprecherin Susanne Stölting, „die rücksichtsvolle Begegnung klappt sehr gut.“

Allerdings befinden sich in Duisburg an den betreffenden Stellen auch keine Bürgersteige. Und genau diese, noch recht neuen Fußgängerbereiche sowie die Fußgängerüberwege verhindern in Dinslaken die Einführung einer Verkehrsberuhigung. Das Verkehrsministerium habe darauf hingewiesen, so die Stadt, dass verkehrsberuhigte Zonen „keine Fahrbahn und keinen Gehweg kennen“, so die Stadt.

Bereich kann keine Spielfläche für Kinder werden

Außerdem werde „die Ausweisung der Fläche als verkehrsberuhigter Bereich wegen des Verkehrsaufkommens als problematisch angesehen“, so die Stadt. Außerdem dürfte ein verkehrsberuhigter Bereich als „Spielfläche“ für Kinder genutzt werden – das werde „kaum konfliktfrei zu lösen“ sein.

Die Dinslakener Stadtverwaltung schlägt eine Alternative vor: Man könne den Bereich als „verkehrsberuhigten Geschäftsbereich“ ausweisen. Hier dürften Fahrzeuge maximal zehn Stundenkilometer fahren.

Radarfahrzeug sollen Tempo überwachen

Dass die Geschwindigkeit eingehalten werde, dafür könnte ein neues Radarmessfahrzeug sorgen, dessen Anschaffung ebenfalls in dem Ausschuss diskutiert wird. Der alte Radarwagen (Baujahr 2008) wurde 2012 gebraucht für 53 000 Euro angeschafft und habe die betriebswirtschaftliche Abschreibung erreicht.

Ein neues Lasermessfahrzeug würde in der von der Verwaltung favorisierten Variante 140 000 Euro kosten. Ein solches Fahrzeug „kann auch ohne Fahrer an kritischen Stellen abgestellt werden und blitzt durch Lasertechnik automatisch“, erklärt Stadtsprecher Horst Dickhäuser.

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