Gesundheit

Dinslakener Adipositas-Tag: Was gegen Übergewicht hilft

Wie beim 1. Adipositas-Tag gibt es auch bei der Neuauflage am 18. Mai viele Informationen für die Besucher.         

Wie beim 1. Adipositas-Tag gibt es auch bei der Neuauflage am 18. Mai viele Informationen für die Besucher.        

Foto: Vinzenz-Hospital

Dinslaken.   Stress und falsche Ernährung fördern Übergewicht. Behandlungen der Krankheit stellt der Dinslakener Adipositas-Tag im St. Vinzenz-Hospital vor.

„Adipositas ist nicht wie allzu oft herablassend gemeint, eine schlechte Angewohnheit, sondern eine Krankheit“, stellt Dr. Klaus Peitgen, Chefarzt der Chirurgie und Viszeralchirurgie am St. Vinzenz-Hospital fest. Die Ursachen dieser Krankheit reichten von genetischer Veranlagung und endokrinen Erkrankungen bis zu Faktoren wie Stress, Ernährung, zunehmend bewegungsarmer Lebensweise und einer Umgebung, die Übergewicht fördert.

Die Zahl der Menschen mit Adipositas steigt in Deutschland, auch in Dinslaken, von Jahr zu Jahr an. Es drohen diesen Menschen verstärkt Gesundheitsrisiken wie Herz-Kreislauf-Erkrankung, Diabetes und sogar Krebsleiden.

Probleme für Gesundheit und Lebensqualität

Parallel zum Europäischen Adipositas-Tag wird auch das St. Vinzenz-Hospital am Samstag, 18. Mai, den zweiten Dinslakener Adipositas-Tag ausrichten und rund um das Thema informieren. Denn Adipositas ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

In den meisten europäischen Ländern, so Dr. Klaus Peitgen, seien Übergewicht und Adipositas für rund 80 Prozent der Fälle von Typ 2 Diabetes, der so genannten Altersdiabetes, 35 Prozent der Herzerkrankungen und 55 Prozent der Bluthochdruck-Erkrankungen bei Erwachsenen verantwortlich. „Menschen mit starkem Übergewicht neigen außerdem eher zu Dyslipidämie (Hormon- und Stoffwechselerkrankungen), Schlaganfall oder Schlafapnoe“, erklärt der Chefarzt und Adipositas-Experte.

Auch Gelenkschäden, Atemprobleme, Gallenblasen-Erkrankungen, Unfruchtbarkeit und psycho-soziale Probleme könnten durch starkes Übergewicht ausgelöst werden. Ganz zu schweigen von der sinkenden Lebensqualität.

Geringe Chance für Abnehmprogramme

Diäten und konservative Abnehmprogramme helfen Patienten nur bedingt, so Dr. Peitgen. Bei einem Body-Mass-Index von über 40 kg/qm bestünde lediglich eine Chance von fünf Prozent, das Normalgewicht dauerhaft zu erreichen. Bei der Adipositaschirurgie liege hingegen die Erfolgsquote bei über 85 Prozent.

Dennoch müssten heute immer noch mehrere konservative Programme durchlaufen werden, um von den Krankenkassen die Genehmigung zur Operation zu bekommen, was letztendlich auch die Übernahme der Behandlungskosten bedeute.

Beratung zu Behandlungsmöglichkeiten

Der 2. Dinslakener Adipositas-Tag will beraten, informieren und aufklären. Er unterteilt sich in zwei Bereiche. Von 10 bis 14 Uhr wird es im Foyer des St. Vinzenz-Hospitals eine „Adipositas-Info-Allee“ geben. Dort finden Interessierte eine Ernährungsberatung, Bewegungsangebote, Hilfsmittel für schwer Übergewichtige und Angebote der Medizintechnischen Industrie.

Die Adipositas-Selbsthilfegruppe stellt sich vor, sowie das Adipositaszentrum. Es finden Führungen durch die neuen Adipositas-Zimmer statt und das neue Adipositas-CT wird vorgestellt.

Wissenswertes rund um die Krankheit

Im zweiten Teil geht es von 15 bis ca. 17 Uhr im Medienzentrum des Krankenhauses um Wissenswertes rund um die Krankheit. Dr. Sandra Kautt wird über „Adipositas und Frauengesundheit“ referieren, Dr. Klaus Peitgen zeigt die „Entwicklungen im Adipositaszentrum Dinslaken“ auf und zeigt in einem Video, wie eigentlich Adipositaschirurgie geht.

Über die „Plastische Chirurgie nach einer Adipositasoperation“ unterrichtet der plastische Chirurg Andreas Wüst von den GFO Kliniken Bonn die Gäste. Schließlich kommen auch Patienten und deren Angehörige zu Wort und erzählen wie es vor, während und nach einer Operation zuging. Für Diskussionen und Fragen steht das Team zur weiteren Verfügung.

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