BÜCHER

Dinslakener Autorin schreibt über „katz-normalen Wahnsinn“

Larissa Schwarz ist jeden Freitag Vormittag im Dinslakener Café Kostbar und arbeitet an ihren Büchern.

Larissa Schwarz ist jeden Freitag Vormittag im Dinslakener Café Kostbar und arbeitet an ihren Büchern.

Foto: Heiko Kempken

Dinslaken.   Larissa Schwarz ist Autorin und Bloggerin. Sie schreibt über Liebe, Freundschaft, Beziehungen – und über ihre Katze, die einen Vibrator hat.

Wer mit Larissa Schwarz im Café Kostbar plaudert, bekommt schon mal rote Ohren. Das pinke Etwas, mit dem ihre Katze da auf der Autogrammkarte spielt, ist doch wohl nicht etwa...? Doch. „Ein Dildo“, bestätigt die Dinslakener Autorin fröhlich – und fügt noch hinzu, dass sie das Gerät selbst nicht mehr benutzt, wegen der Hygiene und so. Die Reporterin schaut sich um, niemand hat zugehört, lässt die Autogrammkarte im Buch verschwinden. In Audreys Buch. Die Tigerkatzendame ist Vorbild für die Protagonistin eines Romans von Larissa Schwarz: „Tiffany – der katz-normale Wahnsinn“. Darin wird auch die Sache mit dem Dildo erklärt.

Wenn Katzen „Whisky-Amarena-Kirsch-Geheimzutaten-Mischung“ schlabbern

Wenn Sie Ihre Katze verstehen wollen, klecksen Sie einfach mal nach einer Party mit „Whisky-Amarena-Kirsch-Geheimzutaten-Mischung“, die das Schleckermaul aufschlabbern wird. So jedenfalls ist es bei Julietta, Tiffanys Frauchen im Roman, geschehen. Bloß aus Versehen. „Scheiße, das ist aber mal ein mächtiger Kater“, flucht Julietta am nächsten Morgen. „Kater? Wo? Hübsch? Schlank? Dichtes, schwarzes Fell, grüne Augen?“, ist Tiffanys Antwort. Beide kreischen. Die Katze spricht, man versteht sich. Jedenfalls akustisch. Emotional nicht immer. Das mit der eigenen Kastration etwa trägt Tiffany Julietta echt nach und das mit Juliettas neuem Freund Leander passt ihr gar nicht. Ihre Katze zerkratzt vor Wut Möbel? Tiffany kann mehr. Fragen Sie mal Leander.

Eine Woche - und das Katzenbuch war fertig

„Schreib doch mal ein Buch über Audrey“, hatte eine Freundin Larissa Schwarz aufgefordert, weil die so hübsch von ihrer Katze erzählen konnte. „Eine Woche später war es fertig“, erzählt Larissa Schwarz. Einfach, weil sie die Geschichte schon vorher im Kopf hatte.

Sonst hat die 33-Jährige es nicht so eilig, arbeitet an mehreren Büchern gleichzeitig. Drei Bücher der „Eschberg-Reihe“ über Freundschaften und Beziehungen stammen aus ihrer Feder, das letzte ist 2017 erschienen, gleichzeitig mit dem neuesten Experiment: „#Lenning“, eine Komödie in Skriptform. Lenning, das sind Larissa und ihr Freund Henning. Die Namen sind Pseudonyme, die echten geheim. Aufmerksame Dinslakener können Larissa aber in einer Bankfiliale antreffen, ihr gelernter Job: Zahlen.

Manche Dinslakener werden Romanfiguren

Schreiben wollte sie auch schon immer, vor allem, weil ihr die devoten Frauenrollen in Romanen missfallen. Larissas Frauen sind stark (bis auf die Feuerwehr-Szene in „Tiffany“ vielleicht). Einen Lokalbezug haben die Bücher nicht, sagt sie. Aber einen Cafébezug. Jeden Freitag sitzt die Autorin im Café Kostbar und schreibt. Erinnert an Thomas Manns Disziplin, und tatsächlich verehrt sie den großen Schriftsteller. Manchmal aber schreibt sie eben nicht – sondern lässt sich inspirieren. „Manche Leute, die ich hier sehe, tauchen in den Büchern auf“, verrät sie. Auch ihr Dinslakener Friseur traf darin schon sein Alter Ego. Via Facebook verlost sie gerade einen Gastauftritt in der Eschberg Reihe.

Audrey hat eine eigene Facebookseite

Überhaupt: Facebook. Die Grenzen sind fließend zwischen Büchern und Social Media. Unter dem Hashtag #Lenning postet Larissa immer wieder Geschichten aus dem „Hause Schwarz“. Mit Larissa, Henning und Audrey. Natürlich hat auch die feine Hoheit eine eigene Facebook-Seite. Schließlich hat die Europäische Kurzhaar-Katze aus einem Tierheim große Teile des Plots geliefert, findet sie.

Wer seine Katze ebenfalls verstehen möchte, kann Larissa via Facebook oder in der Kostbar nach der „Whisky-Amarena-Kirsch-Geheimzutaten-Mischung“ fragen. Oder das Buch lesen. Ach ja, der Dildo: der schnurrt so schön, meint „Tiffany“.

>>LESUNG IN DINSLAKEN

Am Sonntag. 17. September, 17 Uhr, liest Larissa im Café Kostbar (Duisburger Str. 26) aus „Tiffany“. Karten gibt es in der Kostbar, bei der VHS oder über www.larissaschwarz.de.

Larissas Mutter kommt übrigens auch. Aber nur, wenn Larissa auch „DIE Stellen“ vorliest. Sonst „macht es ja keinen Sinn“. Findet die Frau Mama. Nachzulesen bei Larissa Schwarz auf Facebook.

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