Stromversorgung

Dinslakener erhalten komplettes Energieangebot

Die Stadtwerke Dinslaken mit Gasometer an der Gerhard-Malina-Straße.

Die Stadtwerke Dinslaken mit Gasometer an der Gerhard-Malina-Straße.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Dinslaken.  1994 beschloss der Rat der Stadt Dinslaken, die Stromversorgung den Stadtwerken zu übertragen. Die Anfänge liegen beim Gas- und Wasserwerk

An der Thyssenstraße entsteht in den nächsten Monaten ein Holzkraftwerk, mit dem die Stadtwerke Strom und Wärme produzieren möchten. Damit geht das kommunale Unternehmen konsequent seinen Weg weiter, um den Menschen der Region Strom und Wärme nicht nur liefern zu können, sondern beides auch für sie zu erzeugen. Seit 25 Jahren nämlich spielen die Stadtwerke am großen Markt der Stromversorger mit und können sich dort aufgrund vieler innovativer Entscheidungen behaupten. In den ersten beiden Folgen unserer kleinen Serie geben wir einen Rückblick über die Anfänge der Stadtwerke als Gas- und Wasserlieferant, über ihre Entscheidung, vor 25 Jahren in den Vertrieb von Strom und Netzbetrieb zu investieren und wir stellen den Wandel zum Stromerzeuger vor.

Mit Handlaterne nachts über den Hof

Die Stromerzeugung ist also das jüngste Glied der Stadtwerke. Begonnen aber hat das Unternehmen vor langer, langer Zeit, als die Menschen noch mit einer Handlaterne des Nachts über den Hof zu einem gewissen Örtchen schlichen. Der Herd wurde mit Holzscheiten befeuert, Wasser kam aus dem Brunnen und Kerzen brachten das Licht ins Haus. Ein wahrlich anstrengendes Leben, dennoch machten es sich die Dinslakener nicht leicht, als es 1902 darum ging, ein Gas- und Wasserwerk zu errichten. Natürlich spielten bei den Bedenkenträgern hauptsächlich die Kosten eine Rolle, doch schließlich wollte man sich dem Fortschritt nicht verweigern und so gaben die Stadtverordneten grünes Licht für den Bau.

Mit Gas und Wasser fing es demnach vor 117 Jahren an. „Das Gas gab es für die Innenbeleuchtung in den Räumen und natürlich für die Laternen in der Stadt“, erzählt Wolfgang Kammann, Pressesprecher der Stadtwerke. Gasmotoren waren es nämlich, die zur Wasserbereitstellung die Pumpen antrieben, ohne sie hätte es die Wasserversorgung so nicht gegeben. Das Wahrzeichen der Gas- und Wasserwerke, die nach neuesten technischen Erkenntnissen auf einem Grundstück an der Bahnlinie (das Wasserwerk stand am Stapp) errichtet wurden, war der noch heute bestehende Gasometer, ausgerichtet für 1000 Kubikmeter Inhalt.

50 Laternen und 135 Kunden

In der Nacht vom 19. zum 20. Februar 1903 war es endlich so weit: Die Gasöfen wurden erstmals in Betrieb genommen und am 21. Februar warfen die Gaslaternen ein ungewöhnlich helles Licht auf die Stadt. 9000 Meter maß damals das Gasrohrnetz und am Ende des ersten Geschäftsjahres waren 50 Laternen und 135 Abnehmer daran angeschlossen. Doch bereits 1913 wurde die Eigengaserzeugung eingestellt, geliefert wurde jetzt Thyssengas. 1935 wurden die Städtischen Gas- und Wasserwerke in die Stadtwerke Dinslaken umgewandelt. Auch beim Wasser lief alles klar, im wahrsten Sinne des Wortes, denn am 15. März 1903 konnten die Dinslakener erstmals Trinkwasser aus dem 9000 Meter langen Rohrnetz zapfen. Die Fernwärme war ein weiteres Standbein der Stadtwerke, 1961 wurde eigens dafür ein Heizwerk auf Kohlebasis für die Fernwärmeversorgung errichtet.

Nur den Strom, den gab es in frühen Zeiten in Dinslaken gar nicht. Erst 1911 schloss die Stadt einen Konzessionsvertrag mit den Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerken, kurz RWE genannt. Diese hatten zuvor bereits die bis 1917 selbstständige Gemeinde Hiesfeld mit Strom versorgt. Dinslaken verlängerte die Verträge mehrmals, zuletzt 1970. Am 17. August 1994 beschloss der Rat der Stadt Dinslaken einstimmig, die Stromversorgung den Stadtwerken Dinslaken zu übertragen. Damit erhielt der kommunale Versorger die Möglichkeit, das Energieangebot zu komplettieren: Strom, Gas, Wasser und Wärme liegen nun in seiner Hand. Das Stromnetz ist Eigentum der Stadtwerke, dessen Pflege, Wartung und Ausbau sind ihre Aufgabe. Auch die Straßenbeleuchtung obliegt dem kommunalen Anbieter.

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