Bahnhofsvorplatz

Dinslakener Fahrradparkhaus steht überraschend auf der Kippe

Das Offenburger Radhaus dient als Vorbild für das – zumindest bis jetzt – geplante Fahrradparkhaus in Dinslaken.  

Das Offenburger Radhaus dient als Vorbild für das – zumindest bis jetzt – geplante Fahrradparkhaus in Dinslaken.  

Foto: gerd SChneider / NUSSBAUM

Dinslaken.  SPD spricht plötzlich von einem „Schandfleck“. Verwaltung sucht Alternativen. Und das ist nicht die einzige Überraschung zum Bahnhofsvorplatz.

Das umstrittene Fahrradparkhaus kommt vielleicht doch nicht. Die SPD stellte den Fahrradturm völlig überraschend bei der Sitzung des Planungsausschusses in Frage. Die Verwaltung sagte zu, nach einer Alternative zu suchen.

Als derselbe Ausschuss den Fahrradturm nach Offenburger Vorbild im Dezember vergangenen Jahres auf den Weg brachte, war man bei der SPD noch geradezu begeistert von dem Projekt. Kleine Grundfläche, Platz für 100 Fahrräder - „es ist sinnvoll dieses Fahrradparkhaus zu bauen“, bilanzierte Karl-Heinz Geimer (SPD) damals.

„Man kommt aus dem Bahnhof heraus und hat einen Klotz vor sich stehen“

Der heiße Sommer 2019 hat bei den Sozialdemokraten zum Umdenken geführt. Der Fahrradturm sollte begrünt werden. Bei der Hitze im zu erwartenden Klimawandel aber würde das Grün aber unansehnlich, ein „Schandfleck“ sei zu befürchten. Die Stadt müsse „ganz schön viele Bewässerungssäcke bei der UBV ausleihen“, damit das Fahrradparkhaus am Ende nicht aussehe wie ein „Bunker“, gab Sezgin Özen die aktuelle Fraktionsmeinung der SPD wieder: „Man kommt aus dem Bahnhof heraus und hat einen Klotz vor sich stehen“, so Özen.

Die Stadtverwaltung soll das Projekt „auf jeden Fall nicht weiterverfolgen“

Die Sozialdemokraten baten die Verwaltung, „dies auf jeden Fall nicht weiterzuverfolgen“. Statt dessen solle geprüft werden, ob das zweite geplante Fahrradparkhaus an Stelle der jetzigen Abstellanlage erweitert oder Platz für wertvolle Fahrräder an der Parkpalette geschaffen werden könne.

Planungsdezernent: Fahrradturm hat „zu Diskussionen in der Öffentlichkeit geführt“

Auch er habe „gemerkt „dass der Fahrradturm zu Diskussionen in der Öffentlichkeit geführt hat“, pflichtete Planungsdezernent Dr. Thomas Palotz bei. Unter anderem hatte sich auch der Bund der Steuerzahler damit beschäftigt. Die Verwaltung werde prüfen, ob es eine „Alternative zum Fahrradparkhaus“ gebe und diese der Politik dann zur Entscheidung stellen.

Er selbst plädierte weiterhin für den Fahrradturm. Dieser Fahrradturm für 100 Räder soll 850.000 Euro kosten, die Stadt hofft auf 567.256 Euro Fördermittel. Das zweite Fahrradparkhaus für 500 Räder soll 1,2 Millionen Euro kosten, 990.000 Euro Fördermittel sollen fließen.

Weitere Überraschung: eine Ampel an der Bahnstraße/Lantermannstraße

Insgesamt brachte der Ausschuss die Planung für die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes auf den Weg. Die Kosten liegen bei etwa 20,6 Millionen Euro, die Stadt hofft auf 13,7 Millionen Euro Fördermittel. Die Kosten für die Parkpalette und den Busbahnhof sind noch Schätzungen. Eine weitere Überraschung hielt das Büro Planorama bereit, das die Planung für den Bahnhofsplatz vorgenommen hat: An der Kreuzung Bahnstraße/Wilhelm-Lantermann-Straße ist nun doch eine Ampel eingeplant, um dem Verkehr vom Kurzzeitparkplatz am Bahnhof ein Zeitfenster zum Abfließen zu geben.

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