Martinszug

Dinslakener feiern die Legende von St. Martin

St. Martin zieht über die Neustraße – und mit ihm auch viele Kinder und deren Familien.

Foto: Heiko Kempken

St. Martin zieht über die Neustraße – und mit ihm auch viele Kinder und deren Familien. Foto: Heiko Kempken

Dinslaken   Viele Menschen nahmen am Samstag an dem Zug durch die Innenstadt in das Burgtheater teil. Nur mit dem Mitsingen wollte es nicht so recht klappen.

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„Ist das der St. Martin?“ – fast andächtig klingt die Stimme der Kleinen, die ihre Mutter fragend anschaut. Josh, ein vielleicht vierjähriger Bursche, ist da wagemutiger. Er fragt nicht erst seine Eltern, er läuft gleich hin zum Heiligen Mann, der hoch auf seinem Pferde sitzt, von einem Fackelmeer umgeben. Bevor er ihn allerdings erreicht, holt ihn sein Vater ein, hebt ihn auf seine Schultern und tröstet: „Wir sehen ihn doch gleich, da kommt er hier an uns vorbei und dann folgen wir ihm.“ Josh scheint zufrieden.

Rund 300 Menschen haben sich bereits am Parkdeck der Sparkasse versammelt, um St. Martin bei seinem Ritt durch die Stadt zu begleiten. Und als sich der Zug in Bewegung setzt, kommen weitere Eltern und Großeltern mit Kindern und Enkeln hinzu, die bislang den Straßenrand säumten. Auch die verschiedenen Tambourkorps und Fanfarenzüge reihen sich so nach und nach. Viele Spaziergänger bleiben stehen, lassen den Laternenzug passieren, andere öffnen ihre Fenster, schauen auf den Zug hinab. Durch Bahn- und Neustraße zieht er, durch die Altstadt hin ins Burgtheater.

Für ein wenig zusätzliche Feststimmung sorgte die Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt

Hunderte von Kindern mit ihren selbst gebastelten Laternen und einem Lied auf den Lippen. „Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir. Da oben, da leuchten die Sterne, hier unten, leuchten wir....“ Nun, Sterne sind zwar nicht zu sehen, doch es regnet wenigstens nicht. Und für ein wenig zusätzliche Feststimmung sorgt die Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt. Auf dem Weg des Martinszuges sind dagegen nur wenige Fenster beleuchtet. Hier und da eine Laterne wäre schön gewesen.

Beim Einzug ins Burgtheater wird es dann endlich gespielt – das Martinslied. Hier im Burgtheater wird deutlich, wie viele Menschen wieder beim Zug mit dabei sind. Anders als früher sind es vielleicht 800 Besucher, die sich bereits vor dem Eintreffen des Martinszuges im Burgtheater eingefunden haben, jetzt wächst die Menschenmenge rapide an. Mehr als 2000 sind es mit den aktiven Musikchören sicherlich, die in herrlicher Kulisse die Martinslegende feiern.

Laternen werden geschwenkt, während Klaus Lasse und Ronny Schneider, Vorsitzender des Heimatvereins Dinslaken, die Geschichte vom Heiligen Martin erzählen und vor dem Feuer der Heilige Martin seinen Mantel mit dem frierenden Bettler teilt.

Nur mit dem Mitsingen der Lieder will es nicht so recht klappen, selbst Großeltern scheinen das Lied vom aufgegangenen Mond nicht mehr zu kennen. „Im nächsten Jahr werden wir eine Sängerin oder einen Sänger engagieren, der die Besucher animieren soll“, verrät Ronny Schneider der NRZ, „dann klappt’s vielleicht auch mit dem Singen.“

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