Stadtteile

Dinslakener Innenstadt bekommt einen Quartierskümmerer

Leonhard Spitzer, Markus Ivens (beide DRK, v li.), Holger Mrosek (Sozialplaner Stadt Dinslaken) und Sozialdezernentin Christa Jahnke-Horstmann stellten das Konzept des Quartierskümmerers für die Innenstadt vor.

Leonhard Spitzer, Markus Ivens (beide DRK, v li.), Holger Mrosek (Sozialplaner Stadt Dinslaken) und Sozialdezernentin Christa Jahnke-Horstmann stellten das Konzept des Quartierskümmerers für die Innenstadt vor.

Foto: aha / NRZ

Dinslaken.  Neben dem Blumenviertel und Lohberg soll auch die Innenstadt einen Quartierskümmerer bekommen. Hier leben viele Alleinerziehende und Arbeitslose.

Es gibt wohlhabende und weniger wohlhabende Stadtteile. Drei der weniger wohlhabenden Stadtteile sollen künftig sogenannte Quartierskümmerer betreuen: Lohberg, das Blumenviertel und die Innenstadt. Ansprechpartner für Lohberg wurden bereits vorgestellt, die Stelle im Blumenviertel muss noch nachbesetzt werden und die Stelle im Herzen Dinslakens, der Innenstadt, ist nun ausgeschrieben. Träger ist das DRK.

Darum diese Stadtteile

Warum die Stadt gerade in diesen drei Stadtbezirken Kümmerbedarf sieht, lässt sich am Sozialbericht 2015 - der neue ist derzeit in Arbeit – ablesen. Der Bericht untersucht Sozialindikatoren wie Bevölkerungsdichte, Anteil von Ausländern, Arbeitslosen, Alleinerziehenden und Menschen, die Transferleistungen beziehen. Im Blumenviertel ist der Anteil der Bezieher von Transferleistungen und der Anteil der Alleinerziehenden im Vergleich mit dem Durchschnitt besonders hoch. Lohberg „markiert bei nahezu allen Sozialindikatoren das Maximum der Abweichung des städtischen Durchschnitts“, so der Sozialbericht. Auch in der Innenstadt zeige sich eine „überwiegend negative Abweichung im Vergleich zur Gesamtstadt“,so der Bericht. Die Bevölkerungsdichte ist besonders hoch – auf einem Quadratkilometer leben 4500 Menschen. Auch der Anteil der Alleinerziehenden und Arbeitslosen ist vergleichsweise hoch. Das einzige, das positiv heraussticht, ist der innenstadttypische hohe Anteil an Ärzten.

Das ist geplant

Zwar wurde und wird im Rahmen des Integrierten Stadtteilkonzepts Innenstadt mit Blick viel in die lokale Wirtschaft bauliche Stadtentwicklung investiert – etwa am Rutenwall, am Neutor oder künftig auf dem Bahnhofsvorplatz – aber Dinslaken will „nicht nur in Steine investieren“ , so Sozialdezernentin Christa Jahnke-Horstmann, sondern auch in die Menschen im Stadtteil. „Die Innenstadt ist nicht nur Ort für lokale Ökonomie sondern auch der Ort, wo Menschen leben“, so Dinslakens Sozialplaner Holger Mrosek. Und vielen Menschen in den Innenstadt „geht es nicht so ganz gut.“ Die Stadt will „hinter den Zahlen des Sozialberichtes die Menschen finden,“ so Mrosek.

Der Quartierskümmerer oder die Quartierskümmerin soll ein Büro in der Innenstadt bekommen aber eben nicht nur dort ansprechbar sein. Er soll vor allem hingehen, wo sich die Menschen aus dem Stadtteil aufhalten und konkret herausfinden, womit man ihnen helfen kann, „damit das Leben im Bezirk Innenstadt so ist wie sie sich das vorstellen.“ Heißt: Die Stadt will in die drei Stadtteile „deutlich mehr investierten als in andere Stadtteile, denn die Menschen hier haben deutlich andere Chancen als die, die in anderen Bereichen leben“. Zwar könne die Stadt Armut nicht in Gänze aber vielleicht den Einstieg in die Armut verhindern. Die Maßnahme wird mit 107.000 Euro in drei Jahren gefördert, der Quartierskümmerer soll eine 75-Prozent-Stelle mit 30 Stunden in der Woche bekommen.

Das DRK als Träger

Mit dem DRK DRK verbinde man „nicht zwangsläufig Sozialarbeit“, gesteht Leonhard Spitzer, Vorsitzender des Kreisverbands Dinslaken-Voerde-Hünxe und früherer Bürgermeister Voerdes, zu. Mit dem Wechsel an der Spitze habe sich auch die Bereitschaft zu verstärkter sozialer Arbeit eingestellt. „Wir sind ein Wohlfahrtsverband“, so Spitzer, dessen Engagement über Erste Hilfe und Krankentransporte hinausgehe. Weitere Infos: drk-dinslaken.de.

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