KULTUR

Dinslakener Kinder stellen im Museum Voswinckelshof aus

Emilie, Luisa, Paula, Jamila, Anna, Fiona, Max Bilitza, Lars, Julijana und Frieda (v.li.) beim Kunstworkshop „Action Painting“ in Dinslaken.

Emilie, Luisa, Paula, Jamila, Anna, Fiona, Max Bilitza, Lars, Julijana und Frieda (v.li.) beim Kunstworkshop „Action Painting“ in Dinslaken.

Foto: Lars Fröhlich

Dinslaken.   Beim „Action-Painting“-Workshop des Künstlers Max Bilitza sind wilde und ausdrucksstarke Bilder entstanden. Nun werden sie ausgestellt.

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Farbe fliegt durch die Luft und landet auf der Leinwand. Nicht nur. Auch auf Kleidung und Händen. Gelb, Lila, Neongrün und Weiß – hier entsteht Kunst. Kinder reichen Farbtuben herum. Sie probieren verschiedene Techniken aus: kleine Kreise, Striche, vor und zurück.

Unter Anleitung des Duisburger Künstlers Max Bilitza können Kinder bei dem Workshop „Gemalter Raum. Getanzter Traum“ fünf Tage im Museum Voswinckelshof in Dinslaken expressiv malen.

Beim Action-Painting, auch Aktionsmalerei genannt, wird mit tänzerischen Bewegungen Farbe auf den Malgrund geschleudert, gespritzt oder gekleckst.

„Für die Kinder ist es besonders schön, die gesetzlichen Regeln der Malerei überschreiten zu können“, sagt Bilitza, der in den letzten beiden Jahren für seine Workshops mit dem Projektpreis Kinder- und Jugendkulturland NRW ausgezeichnet wurde.

„Action-Painting ist viel mehr Bewegung und Raum“

Dieses Jahr ist das Projekt städteübergreifend ausgerichtet: Die Kinder in Duisburg haben den Schwerpunkt Tanz gewählt und die Kinder in Dinslaken die Kuration. Darunter versteht man die Organisation einer Ausstellung und die Präsentation ausgewählter Werke.

In Dinslaken produzieren dafür neun Kinder, zehn bis 14 Jahre, Gemälde wie am Fließband. Aktionsmalerei passiert wild, rebellisch, leidenschaftlich und vor allem schnell. „Beim Zeichnen sitzt man und bewegt sich nicht viel. Beim Action- Painting ist viel mehr Bewegung und Raum“, erzählt die 14-jährige Jamila.

Inspirationen aus der Kampfkunst

Für die Bewegung in der Aktionsmalerei schafft Bilitza eine Brücke zum Tanz. Jeden Morgen macht er mit den Schülern einen Tanzworkshop. Um auch die Jungen dafür zu begeistern, holt er sich Inspirationen aus der Kampfkunst. Denn „Tanz und Kampfkunst verhalten sich wie Geschwister“, erklärt Bilitza, Sohn einer Duisburger Choreographin und Tanzpädagogin. Die Bewegungen des Tanzes greift er dann in der Malerei auf.

Schuhe und Schneebesen statt Pinsel

Die Kinder wissen vorher nie, wie das fertige Bild aussehen wird. „Wir hatten den Begriff, dass der Zufall malt. Wenn wir die Farbe bewegen, ist es Zufall, welches Motiv rauskommt“, sagt Jamila. Dabei spielt der Farbauftrag eine wichtige Rolle. Um sich von der klassischen Malerei zu lösen, tragen die Schüler Farbe mit Schuh und Schneebesen auf. „Dabei geht es darum, das Auge zu überlisten, weil es Figuren malen will, die es kennt“, erzählt Bilitza. Das ist meist anders, als wenn die Kinder in ihrer Freizeit künstlerisch aktiv werden. „Ich male gerne Mandalas aus oder zeichne mit Bleistift, zum Beispiel Tiere, Smileys und Bäume“, berichtet Lars, der einzige Junge im Workshop. Auch Jamila zeichnet gerne: „Action-Painting ist ganz anders. Beim Workshop will ich andere Ideen und Techniken finden.“

Bei der sogenannten Dripping-Technik wird mit Farbtuben auf das Gemälde gespritzt. Dabei kommt es zu sehr vielen Farbaufträgen. „Das Auge kann die Farbfülle nicht wahrnehmen, als wenn man hoch in einen Baum guckt mit den vielen Ästen“, erklärt Bilitza den Teilnehmern, als sie nach einer Übung ihr Werk reflektieren und überlegen, wie sie das Bild ausstellen könnten. Lars erinnert das Ganze nur an „Vogelkacke“. Die anderen Kinder lachen zustimmend.

Die Ausstellung eröffnet am Samstag, 5. August

Die fertigen Werke können Eltern und Interessierte ab Samstag, 5. August, im Museum Voswinckelshof, Elmar-Sierp-Platz 6, besichtigen. Die Eröffnung ist um 15 Uhr.

Gefördert wird der Workshop im Rahmen des NRW-Programms „Kulturrucksack“ und von den Städten Dinslaken und Duisburg. Dadurch entfällt die Teilnahmegebühr für die Kinder

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